Die Pandemie zwang Unternehmen, akute Lieferkettenprobleme zu bekämpfen und Volatilität sowie Störungen als neuen operativen Normalzustand zu navigieren.
Drei Jahre nach Beginn der Pandemie erkennen Unternehmen die Notwendigkeit, ihre kurzfristigen Risikominderungsstrategien im Lieferkettenrisikomanagement zugunsten einer langfristigen, strategischen Planung zu überdenken. Doch strategische Planung bleibt in einem sich ständig verändernden Umfeld eine Herausforderung.
Wichtige Aspekte, die Technologieunternehmen beim Aufbau ihrer Strategien zur operationellen Agilität und Resilienz berücksichtigen sollten, sind:
Lieferkettentransparenz: Die Halbleiterengpässe der letzten Jahre haben die Komplexität und Verwundbarkeit elektronischer Lieferketten offenbart und verdeutlicht, wie entscheidend Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist.
Wesentliche Risikofaktoren in der Lieferkette, die Sie in Ihre strategische Operationsplanung einbeziehen sollten:
- Schnelle technologische Entwicklung und Marktverfügbarkeit: Über Jahrzehnte hat der technologische Fortschritt den Bedarf nach kleineren und schnelleren Bauteilen getrieben. Hersteller fokussieren sich daher verstärkt auf die Produktion modernster Chips und treiben die Obsoleszenz älterer Technologien schneller voran – was das Produktlebenszyklus-Management für Unternehmen zunehmend erschwert. Transparenz in Ihrer Lieferkette, agile Ansätze in der Bauteilbeschaffung und proaktive Strategien im Produktlebenszyklus-Management sind dabei entscheidend für den Geschäftserfolg und ein erfolgreiches Navigieren im dauerhaften Strukturwandel der Branche. Mehr erfahren.
- Klimawandel: Rekordwerte bei der Treibhausgaskonzentration und die daraus resultierende globale Erwärmung haben zu einer globalen Klimakrise geführt. Zunehmende Unwetter und extreme Hitze setzen entscheidende geografische Regionen Risiken aus, was bei Energie-, Wasser- und anderen Ressourcenverfügbarkeiten zu Engpässen mit erheblichen Auswirkungen auf die globale Fertigungsindustrie führt. Mehr erfahren.
- Geopolitische Instabilität: Geopolitische Bedrohungen wie der russische Angriff auf die Ukraine und die Spannungen zwischen den USA und China haben die bestehenden Abhängigkeiten in der elektronischen Lieferkette sichtbar gemacht. Europa beispielsweise steht vor einer Energiekrise, die die Elektronik-Lieferkette weiter beeinträchtigen kann. Mehr erfahren.
ESG-Regulierungen (Environmental, Social, and Governance): Mit steigender Häufigkeit von Klimaereignissen und wachsendem Fokus auf soziale Auswirkungen verschärfen Regierungen weltweit Compliance-Auflagen für Unternehmen – besonders in der Technologiebranche. Die laufende Anpassung an diese Vorschriften ist essenziell für eine strategische Operationsplanung.
Zu den wichtigsten Regulierungen gehören:
Unternehmerische Umweltwirkungen: Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) hat kürzlich neue ESG- und Klimaberichtspflichten für börsennotierte Unternehmen vorgeschlagen. Diese verpflichten zur Offenlegung und Definition von ESG-Metriken – darunter direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1), indirekte Emissionen aus zugekaufter Energie (Scope 2) sowie Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3) und fossile Vermögenswerte. Dies unterstreicht die wachsende globale Forderung nach konsistenter, transparenter ESG-Berichterstattung durch Unternehmen. Mehr erfahren über die Bedeutung von ESG im Technologiesektor.
- Menschenrechts-Compliance in Lieferketten: Die US-Regierung und andere Länder verstärken die Kontrolle von Menschenrechtsverletzungen in unternehmerischen Lieferketten. In den USA wurde kürzlich das Uyghur Forced Labor Prevention Act (UFLPA) verabschiedet. Dieses Gesetz verbietet im Kern die Einfuhr aller Waren, die unter Zwangsarbeit entstanden sind oder ganz oder teilweise in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang gefertigt wurden. Unternehmen sind verpflichtet, nachzuweisen, dass ihre Lieferketten keinen Bezug zu Xinjiang haben und keine Zwangsarbeit oder Sklaverei involviert ist. Mehr erfahren.
- Neue EU-Compliance-Vorgaben: Europa ist vermehrt von Hitzewellen, Dürren und Klimakatastrophen betroffen und die Europäische Union (EU) arbeitet an verschärften Vorgaben zur ökologischen Nachhaltigkeit. Die neuen REACH- und RoHS-Anforderungen betreffen die Halbleiter- und Elektronikfertigung maßgeblich. Unternehmen müssen diese Vorschriften kennen und entsprechende Strategien zur Einhaltung implementieren. Mehr erfahren.
Weitere zentrale Faktoren und Herausforderungen, die Unternehmen bei ihrer übergreifenden strategischen Operationsplanung berücksichtigen sollten, sind:
Cybersicherheit: Laut Cybercrime Magazine werden sich die weltweiten Kosten durch Cyberkriminalität bis 2025 auf 10,5 Billionen US-Dollar jährlich belaufen. Cybercrime verursachte US-Unternehmen 2021 Schäden von mehr als 6,9 Milliarden US-Dollar – Tendenz steigend. 82 Prozent der CIOs halten ihre Software-Lieferketten für verwundbar, und drei von fünf Unternehmen waren 2021 von Software-Lieferkettenangriffen betroffen. Cyberkriminelle drangen in 93 Prozent der Unternehmensnetzwerke ein, wobei Malware und Phishing-Angriffe die häufigsten Ursachen waren.
Ein robustes, strategisches Netzwerk-Sicherheitskonzept zum Schutz sensibler geistiger Eigentumsdaten (IP), Finanzdokumente und Kundeninformationen ist für Ihr Unternehmen unerlässlich. Das Erkennen der Schwachstellen Ihrer Lieferanten und der Wertschöpfungskette hinsichtlich Cyber-Risiken ist ein weiterer zentraler Baustein Ihres strategischen Plans.
Digitale Transformation und Integrationen: Digitale Werkzeuge, Automatisierung und technologische Veränderungen führen dazu, dass Unternehmen verstärkt und schneller in neue Technologien investieren. Die Einführung neuer Tools im Unternehmensprozess kann Komplikationen verursachen – vor allem, wenn verschiedene Anwendungen abteilungsübergreifend nicht integrierbar sind. Das Management von Integrationen, um die reibungslose Kommunikation über APIs hinweg sicherzustellen, ist entscheidend für jede digitale Transformation und die IT-Infrastruktur eines Unternehmens. Fehlende Systemkommunikation kann teuer, zeitintensiv und betriebsstörend werden. Halten Sie die Plattformintegration als einen weiteren Schlüsselfaktor in Ihrer strategischen Planung im Blick.
Datenmanagement: Daten sind für Unternehmen im strategischen Entscheidungsprozess unverzichtbar, doch irrelevante oder fehlerhafte Daten führen zu Fehlentscheidungen, Ineffizienzen und Unternehmensverlusten. Die Sichtung und Bewertung großer Datenmengen auf Relevanz für das eigene Geschäftsmodell ist zeitraubend und kostenintensiv. Hinzu kommt die Herausforderung, interne und externe Datenquellen sowie die teamübergreifende Integration zu vereinen. Gartner zufolge können Fehlentscheidungen auf Basis schlechter Daten kleine bis mittelständische Unternehmen im Schnitt über 15 Millionen US-Dollar pro Jahr kosten. Beachten Sie: Aktuelle, relevante und intelligente Daten sowie wirkungsvolle Analysen sind der Schlüssel zur erfolgreichen Teamzusammenarbeit und strategischen Geschäftsplanung.