Eine Einführung in das Lieferkettenrisikomanagement

Das Lieferkettenrisikomanagement (SCRM) steuert das Risiko in der Lieferkette, identifiziert Schwachstellen und Bedrohungen und entwickelt Strategien zur Risikominderung für Lieferanten, Produkte und die gesamte Lieferkette.

Eine Einführung in das Lieferkettenrisikomanagement

Als Abkürzung für SCRM bezeichnet Supply Chain Risk Management (Lieferkettenrisikomanagement) einen systematischen Ansatz zur Steuerung von Risiken in der Lieferkette. Ziel ist es, Anfälligkeiten, Schwachstellen und Bedrohungen entlang der gesamten Lieferkette zu identifizieren und Strategien zur Risikominderung zu entwickeln – unabhängig davon, ob diese Bedrohungen vom Lieferanten, dessen Produkt, dessen Subkomponenten oder von der Lieferkette selbst ausgehen.

Ein Überblick zur Lieferkette

Beginnen wir mit der Lieferkette selbst, dem Kernelement des SCRM. Eine Lieferkette ist ein Netzwerk, das ein Unternehmen mit seinen Lieferanten verbindet, um ein Produkt zu erstellen und bis zum Endkunden zu bringen.

Dieses Netzwerk umfasst eine Vielzahl von Aktivitäten, Personen, Einheiten, Daten und Ressourcen. Die Lieferkette bildet die einzelnen Schritte ab, die erforderlich sind, ein Produkt oder eine Dienstleistung vom Ursprung bis zum Kunden zu liefern.

Wer ist an der Lieferkette beteiligt?

Die Lieferkette besteht aus einer Reihe von Schritten, die nötig sind, um einem Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung bereitzustellen. Zu den Abläufen gehören der Transport und die Verarbeitung von Rohstoffen, deren Versand sowie die Verteilung an Endverbraucher.

Zur Lieferkette zählen Hersteller, Lieferanten, Lager, Transportunternehmen, Distributionszentren und Einzelhändler.

Was umfasst eine Lieferkette?

Die Elemente einer Lieferkette umfassen sämtliche Funktionen, die mit dem Erhalt eines Auftrags beginnen und mit der Erfüllung der Kundenanforderung enden. Diese Aktivitäten betreffen Produktentwicklung, Marketing, Betrieb, Vertriebsnetzwerke, Finanzen und Kundenservice.

Die Rolle von SCRM in Lieferketten

Supply Chain Risk Management ist ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsprozesses. Im SCRM gibt es zahlreiche Verknüpfungen, für deren Steuerung Erfahrung und Fachwissen erforderlich sind.

Wird SCRM angemessen implementiert, kann es dazu beitragen, die Gesamtkosten eines Unternehmens zu senken und die Rentabilität zu steigern. Bricht eine Verbindung ab, kann das den Rest der Lieferkette beeinträchtigen und erhebliche Kosten verursachen.

Supply Chain Areas of Focus Infographic
Quelle: APQC

Laut einer Umfrage von APQC richten 89 % der Unternehmen ihren Fokus im Jahr 2022 auf die Planung ihrer Lieferketten.

Zwei zentrale Risiken für Lieferketten

Zwei wesentliche Risiken, die moderne Lieferketten herausfordern, sind Störungen (Disruptionen) sowie Risiken bei der Bedarfsplanung und -prognose.

Risiko durch Störungen

Störungen sind äußere, makroökonomische Ereignisse, die eine Lieferkette beeinträchtigen. Naturkatastrophen, geopolitische Ereignisse und Pandemien sind typische Beispiele für solche makroökonomischen Vorfälle, die Lieferketten stören können.

Obwohl solche Ereignisse selten sind, können sie zu erheblichen Verzögerungen in der Geschäftskontinuität führen. Ein Blitzschlag führte beispielsweise im März 2000 bei Royal Philips Electronics (ein Hersteller für Nokia) zu einem Brand in der Fertigung und beschädigte Millionen von Mikrochips.

Dank Nokias Strategie mehrerer Lieferanten und hoher Reaktionsfähigkeit war der Produktionseinbruch jedoch gering. Ericsson, ein weiterer Mobiltelefonkunde des Philips-Werks, erlitt hingegen durch fehlende Alternativquellen für Mikrochips gravierende Lieferunterbrechungen.

Dieses Beispiel verdeutlicht die Notwendigkeit eines SCRM-Systems, das Unternehmen ermöglicht, Produkte von mehreren Lieferanten zu beziehen und so eine zu starke Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten/Hersteller zu vermeiden.

Mit Z2Data Supply Chain Watch erhalten Sie Einblicke in potenzielle Alternativbauteile von verschiedenen Anbietern und können Ihre Lieferkette bis auf Sub-Tier-Ebene abbilden.

Selbst wenn es zu einer Störung bei einem Lieferanten auf einer niedrigeren Ebene kommt (von der Sie unter Umständen nichts wissen), würden Sie gewarnt werden und könnten frühzeitig auf alternative Produktionsstätten, Lieferanten oder Produkte umsteigen.

Risiken bei Bedarfsplanung und -prognose

Risiken bei der Bedarfsbewertung und -prognose stehen laut APQC für Unternehmen an oberster Stelle für 2022.

Fokusthemen in der Lieferkettenplanung

Zuverlässige Prognosen ermöglichen Unternehmen, den Markt korrekt einzuschätzen und ihre Lieferketten entsprechend an den Marktanforderungen auszurichten. Unternehmen ohne spezialisierte Lieferkettenprognosen laufen Gefahr, die Nachfrage falsch einzuschätzen und damit entweder den Markt zu über- oder unterversorgen. Auch fehlerhafte Prognosen interner Produktlebenszyklen erhöhen diese Risiken.

Selbst geringe Änderungen in der Nachfrage können erhebliche Auswirkungen auf das Angebot haben. Fehlt Ihnen eine flexible Lieferkette (das heißt: Sie sind aus Produktionssicht nicht in der Lage, schnell große Mengen zu beschaffen), oder Sie haben doppelte Anbieter (also redundante Nachfrageprognosen) oder besonders präzise Prognosen, ist Ihre Versorgung anfällig für den „Bullwhip-Effekt“. Dieser entsteht, wenn Kundennachfrage stabil scheint, aber die Nachfrageunsicherheit Richtung Ursprung der Lieferkette zunimmt.

Um das Risiko fehlerhafter Prognosen zu minimieren, besteht eine mögliche Lösung darin, die Produktions-, Auftragsabwicklungs- und Reaktionsfähigkeit über den gesamten Produktlebenszyklus zu steigern.