Im September hat die EPA eine Mitteilung über die Verschiebung der TSCA Section 8(a)(7) PFAS Reporting Rule (PFAS-Berichtspflicht gemäß TSCA Abschnitt 8(a)(7)) veröffentlicht. Zuvor verpflichtete die Regelung alle Unternehmen, die Produkte mit PFAS herstellen oder importieren, über die Nutzung dieser Stoffe innerhalb der letzten 12 Jahre zu berichten. Das Meldefenster sollte ursprünglich am 12. November 2024 öffnen und am 8. Mai 2025 schließen. Aufgrund von Problemen mit dem elektronischen Meldesystem infolge von Budgetbeschränkungen bei der Softwareentwicklung veranlasste die EPA jedoch eine Verzögerung. Der Meldezeitraum beginnt nun am 11. Juli 2025 und endet am 11. Januar 2026.
Als die Verzögerung offiziell angekündigt wurde, war die Erleichterung in der US-amerikanischen Fertigungsindustrie groß, da die Verschiebung mehr Zeit für die Einhaltung dieser verpflichtenden Berichtspflicht einräumte. Dennoch bleibt wenig Zeit für Unternehmen, die ihre PFAS-Datenerfassung noch nicht begonnen haben – Ausruhen oder Aufschieben ist nicht ratsam. Die achtmonatige Verschiebung des Meldebeginns ist angesichts der Umfangreiche der Datenanforderungen relativ kurz.
Wer mit Lieferkettenkommunikation vertraut ist, weiß: Die Datenerhebung kann bis zu ein Jahr dauern. Selbst dann bleiben oft zahlreiche Herausforderungen bestehen. Unternehmen ohne etabliertes Umwelt-Compliance-Programm oder entsprechende Richtlinie haben es häufig schwer, festzustellen, welche Informationen sie sammeln und melden müssen oder wie sie solche Gespräche mit Lieferanten beginnen sollen. Unsicherheit sowie fehlende strukturierte, systematische Prozesse zur Informationsbeschaffung in der Lieferkette führen leicht zu Missverständnissen, ineffizienter Korrespondenz und somit zu weiteren Verzögerungen bei der Datenerhebung. Hinzu kommt, dass Lieferanten außerhalb der USA mit der Anfrage oft nicht vertraut sind und zunächst eigene Prüfungen anstellen müssen, was selbst unter optimalen Bedingungen Monate dauern kann.
Zudem stehen viele Hersteller vor der Herausforderung, einen lückenlosen Nachweis bis zurück ins Jahr 2011 aufzubauen. Daten müssen recherchiert, organisiert und dokumentiert werden. Noch schwieriger: Selbst wenn Informationen nicht mehr existieren, könnte dennoch ein Nachweis darüber verlangt werden. Die EPA hat in Q&A-Webinaren klargestellt, dass es im eigenen Interesse ist, auch dann Nachweise in geeigneter Form zu dokumentieren, wenn nach Datensammlung und Bewertung keine Meldepflicht festgestellt wurde – etwa für den Fall einer späteren Prüfung oder Auditierung.
Viele Unternehmen, die im vergangenen Jahr mit ihrer PFAS-Datenerfassung begonnen haben – nachdem die Berichtspflicht erstmals angekündigt wurde – arbeiten noch immer daran, die erforderlichen Lieferketteninformationen zusammenzutragen. In der Branche tauchen weiterhin Fragen wie „Was sind PFAS?“ und „Betrifft mich das überhaupt?“ auf. Trotz immer kürzer werdender Fristen ist die grundlegende PFAS-Aufklärung noch in vollem Gange. Unternehmen sollten die Zeit nutzen, um eine Compliance-Plattform einzusetzen, sofern kein dediziertes internes Programm besteht, um diese Aufgaben zu unterstützen.
Eine zeitnahe und wirksame Compliance hängt davon ab, sich und seinen Lieferanten genügend Vorlauf zu geben, um PFAS-Umfragen beantworten zu können. Diese Informationen sind nicht nur essenziell für die PFAS-Meldepflichten gegenüber der EPA, sondern werden zunehmend auch für entsprechende Anforderungen einzelner US-Bundesstaaten und anderer Länder benötigt. Unternehmen können sich durch frühzeitige Maßnahmen mit ihren PFAS-Anwendungen und deren Vorkommen in den eigenen Produkten vertraut machen und so proaktiv auf bevorstehende PFAS-Verbote und Einschränkungen reagieren.
Das Warten bis zum Ende des Meldezeitraums zur Einsendung von Informationen ist eine weitere problematische Compliance-Strategie. Am Ende von Meldefenstern kommt es gelegentlich zu Systemabstürzen, da zahlreiche Unternehmen gleichzeitig versuchen, ihre Daten einzureichen. Eine möglichst frühzeitige Übermittlung bietet die Chance, technische Probleme oder fehlende Details rechtzeitig zu klären und zu beheben.
Obwohl die Verschiebung der PFAS-Berichtspflichten durch die EPA begrüßt wird, sollte dies Unternehmen nicht zu Nachlässigkeit verleiten. Die PFAS-Datenerfassung über die gesamte Lieferkette ist ein umfangreiches und zeitintensives Projekt. Wenn Ihre Daten jetzt noch nicht einreichungsbereit wären, sollten Sie Ihre Vorbereitung kritisch prüfen: Was fehlt noch – und wie können Sie sicherstellen, dass Sie 2025 bereit für die Meldepflicht sind?