Spotlight:
Wie kam es zum Containermangel?
Ein vielschichtiges Problem, das in China seinen Ursprung hat
Gestiegene Frachtraten für Elektronik und Waren?
Wie Sie Engpässe und die eingeschränkte Verfügbarkeit von Bauteilen abmildern
Leerverkäufe an der Wall Street, Bauteil-Engpässe und nun auch ein Mangel an Schiffscontainern. Das Jahr 2021 ist angelaufen – und es mangelt wahrlich nicht an Engpässen.
Alles beginnt in China.
Ein Mangel an Containern in China wirkt sich direkt auf die Elektronik-Lieferkette aus, da dies zu verringerten Exporten, steigenden Preisen und längeren Verzögerungen in der Elektronikbauteil-Industrie führt. Sollten noch Zweifel am Einfluss auf die Elektronikbranche bestehen, sei ein Blick auf die nachstehende Grafik empfohlen: Chinas Elektronikmarkt ist ebenso groß wie der der nächsten neun führenden Länder zusammen.
Mit dem Anstieg der Preise für Waren und verzögerten Lieferungen durch die polarisierende Wirtschaftsmacht suchen Experten nach den Ursachen des Problems. Wie bei so vielen anderen Problemen in diesen herausfordernden Zeiten ist der Containermangel eine Folge der ungleichmäßigen weltweiten wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie sowie weiterer – allesamt COVID-bedingter – Faktoren.
Ursachen des Containermangels
Verzögerungen und Staus beim Entladen zählen zu den Ursachen des Containermangels. Bereits im März 2020 begannen globale Häfen damit, Sendungen für bis zu zwei Wochen zu quarantänisieren. Die Folge: Millionen Tonnen an Containern verbleiben zwei Wochen ungenutzt, anstatt wie üblich entladen, nachbestückt und weiterbefördert zu werden.
Ein weiterer Grund für den Mangel liegt darin, dass China mehr exportiert als importiert. Auch wenn diese Information zunächst trivial erscheinen mag, ist sie dennoch aus einem wichtigen Grund relevant: Die chinesische Wirtschaft hat sich wesentlich schneller von der Pandemie erholt als andere Länder – wie etwa die USA und Europa. Aufgrund der langsameren globalen Erholung bleiben Container in anderen Ländern stecken. Auf drei aus China verschickte Container kommt lediglich einer zurück. Der ohnehin schon erheblichen Warenüberschuss Chinas wächst, weil nicht genügend Container zur Verfügung stehen, um diese Güter auszuführen.
Die Auswirkungen auf die Elektronik-Lieferkette resultieren letztlich auch aus dem rückläufigen Flugverkehr. Viele Schlüsselbauteile, die normalerweise per Luftfracht transportiert werden, werden nun verschifft, weil das internationale Flugaufkommen massiv gesunken ist. Luftfrachtanbieter nutzen normalerweise die Überkapazität im Frachtraum von Passagierflügen für Bauteile und Produkte. Durch die Pandemie finden Passagierflüge aktuell sehr viel seltener statt.
Die gestiegene Nachfrage nach Containern durch große Elektronikkonzerne, die üblicherweise auf Luftfracht setzen – wie Apple –, heizt den Engpass zusätzlich an.
Frachtraten steigen weiter aufgrund des Containermangels
Von 2019 bis 2020 stiegen die Spot-Frachtraten von Asien nach Nord-Europa um 264 %, während die Raten von Asien in die USA um 145 % zulegten. Im Vergleich zu November 2020 haben sich die Seefrachtraten von Asien nach Nord-Europa fast vervierfacht.
Zur Erläuterung: Ein Spotpreis für Fracht ist der Preis, den ein Versender kurzfristig bietet, um Fracht von Punkt A nach Punkt B zu transportieren. Diese Preise sind deshalb so stark angestiegen, weil Spotraten üblicherweise genutzt werden, wenn Überkapazitäten außerhalb von Vertragsmengen transportiert werden müssen. Angesichts des derzeitigen Containermangels verfügen viele Versender über überschüssige Fracht, die einen Transportanbieter sucht – insbesondere von Asien nach Europa steigen deshalb die Preise.
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Quelle: FREIGHTOS
Einige Experten gehen sogar davon aus, dass sich die Frachtraten von 2021 auf 2022 nahezu verdoppeln könnten.
Ein weiterer Grund für die gestiegenen Raten ist Chinas entschlossener Ansatz, leere Container zurückzuführen. Das erschwert es US-amerikanischen und europäischen Exporteuren, Container für eigene Zwecke zu bündeln.
Im zweiten Halbjahr 2020 stieg das Containeraufkommen sprunghaft um 30 %. Nach dem Container Availability Index (CAx) lag der Wert für 40-Fuß-Container bei 0,13, der Wert für Hi-Cube-Container bei 0,08. Zum Vergleich: Jeder CAx-Wert unter 0,5 gilt als Hinweis auf einen Mangel. Zur weiteren Einordnung: Im ersten Quartal 2020 lagen die CAx-Werte noch um 75 % bzw. 83 % höher.
Auswirkungen abmildern
Electronics Sourcing prognostizierte im Dezember 2020, dass viele elektronische Bauteile im Jahr 2021 schwer zu beschaffen sein würden. Für Mehrschicht-Keramikkondensatoren, Power-MOSFETs und Chip-Widerstände wurden Engpässe erwartet. Unvorhergesehen war jedoch, dass auch die Frachter mit diesen Komponenten schwer zugänglich sein würden.
Dennoch ermöglicht es Z2Data's Part Risk Manager Unternehmen, Lieferzeiten zu überwachen und zu steuern, Preise zu vergleichen und Alternativbauteile zu finden, die der ursprünglichen Form-Fit-Funktion eines nicht verfügbaren Bauteils entsprechen.
Lassen Sie uns ein aktuelles Beispiel betrachten.
Ein gängiger Mehrschicht-Keramikkondensator, der in Telekommunikation, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt sowie Militärtechnik eingesetzt wird, ist aktuell knapp.
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Keine verfügbare Menge bei den von Z2Data autorisierten Distributoren
Doch mit wenigen Klicks gelangen Unternehmen zu einer Ansicht, in der alle Alternativbauteile (Crosses) für das Bauteil angezeigt werden. Jeder Cross erhält einen Drop-in-Grad von A bis C. Drop-in-Grad A bedeutet die Übereinstimmung in Form-Fit-Funktion mit nur geringfügigen Parameterabweichungen. Innerhalb des Tools lassen sich die Ergebnisse nach Drop-in-Grad filtern, um die Zahl der Crosses zu reduzieren und die ideale Alternative für das Originalbauteil zu identifizieren.
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Der Kondensator verfügt über 20 Crosses mit Drop-in-Grad A
Mit Anzeige der idealen Crosses können Unternehmen Preis, Lieferzeit, autorisierte Anbieter, Risiko-Scores, Verpackung, Parameterabweichungen und mehr je Cross einsehen und vergleichen.
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Beispielhafte Vergleichsansicht für Crosses
Gerade in Zeiten von Engpässen und eingeschränkter Verfügbarkeit ist es entscheidend, eine Vielzahl von Alternativen zur Auswahl zu haben. Part Risk Manager bietet diese Optionen.