Praktizieren Ihre Lieferanten Datentransparenz – oder lassen sie Sie im Unklaren?

In einer Welt, in der immer mehr Vorschriften unternehmensweite Offenlegungen verlangen, ist Datentransparenz heute ein wesentlicher Bestandteil des Lieferkettenrisikomanagements.

Praktizieren Ihre Lieferanten Datentransparenz – oder lassen sie Sie im Unklaren?

Artikel-Highlights:

  • Im Zusammenhang mit Bauteil-bezogenen Deklarationen bezeichnet Datentransparenz die Zugänglichkeit der für die Compliance erforderlichen Informationen. Kurz gesagt: Ist es einfach oder schwierig, die notwendigen Compliance-Daten von einem bestimmten Unternehmen zu erhalten, und wie lange dauert es, diese Informationen zu sammeln?
  • Das Problem für viele Unternehmen ist nicht nur der Prozess selbst, sondern vor allem das Volumen. Da viele Compliance-Vorschriften eine Dokumentenanalyse für jedes einzelne Bauteil eines Endprodukts verlangen, kann der Umfang der zu sammelnden Informationen enorm sein. 
  • Im Rahmen seiner Supplier Scorecard bewertet Z2Data die „Datentransparenz“ aller Teilehersteller und erstellt einen Gesamt-Score. Für diese Bewertung berücksichtigt Z2Data die Verfügbarkeit verschiedener gängiger Compliance-Dokumente und -Daten, darunter Informationen zur chemischen Compliance, Konfliktmineralien, Lieferketteninformationen, Website-Support und Obsoleszenzmanagement. 

Da Regierungen weltweit die gesetzlichen Anforderungen an Unternehmensberichterstattung erhöhen, ist die Datentransparenz von Lieferanten zunehmend entscheidend. Vorschriften wie CBAM und EUDR in Europa sowie weitere Umweltvorschriften wie REACH, RoHS und PFAS-spezifische Direktiven verlangen Bauteil-bezogene Deklarationen für jedes im Endprodukt verbaute Bauelement. Bei Produkten mit Hunderten oder Tausenden Einzelkomponenten entsteht so ein erheblicher Compliance-Aufwand, der viel Zeit und personelle Ressourcen beansprucht. Im Kontext der Bauteil-Compliance ist Zeitersparnis entscheidend – deshalb sind Transparenz und Zugänglichkeit zu Compliance-Status von Bauteilen heute essenziell für effiziente und nachhaltige Abläufe. 

Ohne diese Compliance-Informationen werden Teams, die für unternehmensweite Berichtspflichten zuständig sind, erhebliche Schwierigkeiten haben, ihre Aufgaben zu erfüllen. Hinzu kommt: Compliance-Probleme oder potenzielle Verstöße bedeuten Verzögerungen bei der Markteinführung neuer Produkte oder bei der Zertifizierung bestehender Produkte. Angesichts steigender Anforderungen und ständigem Zeitdruck darf die Beschaffung von Compliance-Daten bei Lieferanten nicht vernachlässigt werden. Daher ist es für Unternehmen heute wichtiger denn je, ihre Lieferanten hinsichtlich der Datentransparenz zu bewerten.  

Was bedeutet Datentransparenz eigentlich?

Im Zusammenhang mit Bauteil-bezogenen Deklarationen bezeichnet Datentransparenz die Zugänglichkeit der Informationen, die zur Erfüllung von Compliance-Anforderungen notwendig sind. Kurz gesagt: Ist es einfach oder schwierig, die erforderlichen Compliance-Daten von einem Unternehmen zu erhalten, und wie lange dauert die Datensammlung?

In der Praxis variiert die Datentransparenz je nach Unternehmen erheblich. Im Mindestfall stellen alle Unternehmen auf Anfrage die Compliance-Informationen für ihre Kunden zur Verfügung. Das Problem: Muss erst eine gezielte Kontaktaufnahme zur Beschaffung von Standard-Compliance-Daten erfolgen, kann aus einer einfachen Aufgabe ein langwieriger, komplizierter Prozess werden. Der Goldstandard für Compliance-Informationen ist die Bereitstellung über eine Website oder ein Portal – so sind die Daten innerhalb von Sekunden downloadbar, sobald die richtigen Informationen gefunden sind. Im Gegensatz zu dieser Sofortlösung steht der Aufwand von Kontaktkampagnen: E-Mail-Anfragen, Telefonate, Nachfassaktionen, das Erstellen von Datenblättern und anderen Datenquellen – dies verdeutlicht, wie groß der Unterschied zwischen dem „Goldstandard“ und der klassischen Lieferantenabfrage tatsächlich ist.

Für viele Unternehmen besteht das Problem nicht nur im Prozess allein – sondern vor allem im Umfang. Viele Vorschriften verlangen, dass für jedes einzelne Bauteil eines Endprodukts Dokumente analysiert werden – das kann zu einem überwältigenden Datenvolumen führen. Zudem führt der Zeitaufwand für Nachfassaktionen zu einer Belastung der Ressourcen, die eigentlich für die inhaltliche Bearbeitung der Konformitätserklärungen gebraucht werden.

Angesichts der Herausforderungen bei der Einholung von Compliance-Dokumenten für Bauteile wenden sich viele Unternehmen inzwischen an Daten- und Softwareanbieter wie Z2Data, um Dokumente stellvertretend einzuholen und Compliance-Informationen für Millionen von Bauelementen zu verwalten.

Der Goldstandard für die Bereitstellung von Compliance-Informationen ist die Online-Verfügbarkeit über Website oder Portal.

Wie misst Z2Data Datentransparenz?

Im Rahmen seiner Supplier Scorecard bewertet Z2Data die „Datentransparenz“ aller Teilehersteller und vergibt einen Gesamt-Score. Bewertet wird die Verfügbarkeit gängiger Compliance-Dokumente und -Daten – dazu zählen Informationen zu chemischer Compliance, Konfliktmineralien, Lieferketteninformationen, Website-Support und zum Obsoleszenz-Management. Der Datentransparenz-Score bewertet, ob die einzelnen Dokumententypen/Services online abrufbar sind oder ob Unternehmen aktiv bei Lieferanten anfragen müssen. Firmen, die ihre Compliance-Dokumente und relevante Informationen unmittelbar online zugänglich machen, erhalten einen höheren Score. Zusätzlich bietet Z2Data einen „Contacting Experience“-Benchmark, der nicht in die Bewertung einfließt, aber als Referenzpunkt dient, wie schnell Unternehmen auf Kontaktanfragen von Z2Data reagiert haben.

Ziel des Z2Data-Datentransparenz-Scores ist, ein einheitliches Bewertungsframework für Teilehersteller zu schaffen – und so Einblick zu geben, wie aufwendig oder effizient die Beschaffung von Compliance-Informationen aus einem Unternehmen ist. Obwohl viele Branchen Schwierigkeiten haben, Compliance- und Obsoleszenz-Informationen publik zu machen, hebt der Score Unternehmen hervor, die hier besonders gut abschneiden. Unternehmen können diesen Score sowohl bei der Bewertung aktiver Lieferanten als auch bei der Auswahl potenzieller neuer Partner nutzen.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus Z2Data’s Datentransparenz-Bewertungen?

Z2Data hat die Datentransparenz von über 11.000 Teileherstellern anhand der beschriebenen Bewertungsmethodik analysiert. Die meisten dieser Unternehmen stammen aus den Bereichen Elektronik, Automotive und Medizintechnik, aber die vollständige Datenbasis deckt mehr als 10 Branchen ab. Z2Data bewertet kontinuierlich neue Unternehmen hinsichtlich Datentransparenz. Hier die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus dem Z2Data Data Transparency Score:

  1. Im Z2Data-Datensatz wurden 74% der Unternehmen als nicht transparent bewertet; 21% wurden als transparent und 5% als sehr transparent eingestuft. Das bedeutet: Nur etwa 25% der bewerteten Unternehmen gelten aufgrund der öffentlichen Verfügbarkeit ihrer Compliance-Informationen als „transparent“. 
  2. Branchenübergreifend lag der Durchschnittsanteil der Firmen mit dem Goldstandard öffentlich zugänglicher Informationen in den analysierten Subkategorien bei 26%.
  3. Die besten Werte innerhalb der Datentransparenz-Subkategorien erzielten die Bereiche Nachhaltigkeit (ESG- und CSR-Berichte) mit 73% der bewerteten Unternehmen, die entsprechende Informationen öffentlich machen sowie Lieferketteninformationen (Lieferzeiten, FMDs usw.), wo 30% der Unternehmen Informationen zu ihren Bauteilen öffentlich bereitstellen.
  4. Die schwächsten Werte innerhalb der Subkategorien erzielten Anbieter bei Obsoleszenzdaten – nur 7% der Unternehmen machen diese öffentlich zugänglich – sowie bei Materialdeklarationen, die nur von 17% der Unternehmen publik gemacht werden.
  5. Im Bereich Contacting Experience, der misst, wie schnell ein Unternehmen auf die Z2Data-Anfrage Dritter reagiert hat (ohne quantitativen Score), haben 75% der bewerteten Unternehmen innerhalb von 2 Wochen geantwortet.

Wenn eine zentrale Erkenntnis deutlich wird, dann dass die meisten Unternehmen noch einen weiten Weg vor sich haben, ihren Kunden Compliance-Informationen proaktiv zur Verfügung zu stellen. Eine öffentliche Datenverfügbarkeit würde nicht nur die Kunden entlasten, sondern auch den Arbeitsaufwand für die Lieferanten selbst reduzieren, da deutlich weniger Einzelfragen eingehen würden.

Mit neuen und weiter ausgedehnten Compliance-Vorschriften – insbesondere in der EU – wird der Datenaustausch nur noch zunehmen. Doch bei dem aktuellen Stand der Datentransparenz in vielen Lieferketten droht die Ausweitung dieser Berichtspflichten für betroffene Unternehmen erhebliche zusätzliche Schwierigkeiten.

Wenn eine zentrale Erkenntnis deutlich wird, dann dass die meisten Unternehmen noch einen weiten Weg vor sich haben, ihren Kunden Compliance-Informationen proaktiv zur Verfügung zu stellen.

Z2Data’s Daten- und Kontaktierungsservices vereinfachen den Compliance-Prozess

Die Zahlen sprechen für sich: Hersteller von Bauteilen sind vielfach nicht besonders effektiv darin, Compliance-Informationen leicht zugänglich zu machen. Die Bauteildatenbank und Compliance-Lösung von Z2Data bietet alle erforderlichen Daten und Intelligence, um den gesetzlichen Vorgaben zu Chemikalien, Obsoleszenz, FMD-Daten und mehr zu entsprechen. Z2Data bietet außerdem Tools zur Generierung von Konformitätserklärungen und unterstützt Kunden dabei, den Überblick über alle aus der Lieferkette stammenden Daten zu behalten. 

Neben der sofortigen Verfügbarkeit von Teilen- und Lieferanten-Compliance-Daten bietet Z2Data einen umfassenden Kontaktierungsservice, um für Unternehmen eine nahezu vollständige Abdeckung ihrer Bauteile zu erreichen. Während das erfahrene Contacting-Team von Z2Data regulatorische Daten einholt, können sich Sourcing- und Compliance-Teams auf strategische Aufgaben konzentrieren. Ergebnis: Ein ehemals mühsamer und zeitraubender Datenbeschaffungsprozess wird zu einem planbaren, wöchentlichen Abstimmungstermin mit den Compliance-Expertinnen und -Experten von Z2Data.