3 Wichtige Aspekte zu Product Change Notifications

Product Change Notifications (PCN) enthalten häufig entscheidende Informationen zu kritischen Bauteilen. Hier sind 3 Dinge, die Sie über PCNs wissen sollten.

3 Wichtige Aspekte zu Product Change Notifications

Hersteller von Geräten müssen häufig ein Produkt oder dessen Fertigungsprozess modifizieren, aktualisieren oder abkündigen. Bei einer solchen Änderung ist der Lieferant verpflichtet, eine Product Change Notification (PCN, Produktänderungsmitteilung) zu veröffentlichen, die die vorgenommenen Änderungen am Produkt bzw. Prozess im Detail beschreibt.

PCNs fallen unter verschiedene Kategorien wie Abkündigung, Fertigungsstandort, Reaktivierung und Neueinführungen. Durch die fortlaufende Beobachtung von PCNs können Unternehmen rechtzeitig Anpassungen vornehmen und proaktiv bei der Auswahl elektronischer Bauteile agieren.

Doch was ist, wenn ein Lieferant PCNs nicht zuverlässig veröffentlicht, sodass ein Kunde die erforderlichen Anpassungen in seinen Lieferkettenprozessen nicht rechtzeitig vornehmen kann?

Hier kommt JEDEC ins Spiel …

Was ist J-STD-046?

Mit über 3.000 Freiwilligen, die mehr als 300 Mitgliedsunternehmen vertreten, ist JEDEC der weltweit führende Verband für offene Standards in der Mikroelektronikindustrie.

JEDEC vereint Hersteller und Lieferanten in über 50 Komitees und Unterausschüssen mit dem Ziel, gemeinsame Standards zu entwickeln, um die vielfältigen technischen und branchenspezifischen Anforderungen zu adressieren. Die JEDEC-Publikationen und -Standards sichern die Interoperabilität von Produkten und finden weltweit Anwendung.

Die für PCNs relevante Norm ist die J-STD-046.

Laut JEDEC gilt diese Norm für Lieferanten und betroffene Kunden von elektronischen Produkten sowie der darin enthaltenen Komponenten. Die Norm legt Kriterien für die rechtzeitige Meldung von Änderungen an elektronischen Produkten und die zugehörigen Prozesse an Kunden fest.

Speziell verlangt die Norm, dass ein Lieferant seine Kunden mit einer PCN mindestens 90 Tage vor dem geplanten ersten Versandtermin des geänderten Produkts informiert.

Es existiert also ein internationaler Compliance-Standard, der sicherstellt, dass Lieferanten PCNs zuverlässig an ihre Kunden melden. Problem gelöst, richtig?

Leider nein …

% der PCNs im Einklang mit der JEDEC-90-Tage-Policy von 2019–2021

Trotz der Bestrebungen von JEDEC, globale Standards durchzusetzen, wurden 65 % der in der Z2Data-Datenbank erfassten PCNs nicht innerhalb der 90-Tage-Frist an Kunden gemeldet.

Mindestanforderungen an den Inhalt einer PCN

Laut JEDEC-Reporting-Standard muss eine vom Lieferanten herausgegebene PCN mindestens Folgendes enthalten:

  • PCN-Tracking-Nummer
  • Produktidentifikation (z. B. betroffene Lieferanten-Teilenummer(n), betroffene Produktlinien inkl. spezifische Gehäusetypen, Produktfamilie)
  • Kundenteilenummer(n) (optional, sofern nach Vereinbarung nicht vorgeschrieben)
  • Detaillierte Beschreibung der Änderung(en)
  • Gegebenenfalls Methode zur Identifikation des geänderten Produkts
  • Begründung für die Änderung(en)
  • Erwartete (positive und negative) Auswirkungen auf Ausführung, Einbau, Funktion, Qualität oder Zuverlässigkeit
  • Vorgeschlagenes erstes Versanddatum für das geänderte Produkt
  • Zeitplan und/oder Ergebnisse des Qualifizierungsplans des Lieferanten, falls zutreffend
  • Datum, ab wann erforderlichenfalls Qualifikationsmuster verfügbar sind
  • Datum, ab wann erforderlichenfalls finale Qualifikationsdaten verfügbar sind
  • Letztes Fertigungsdatum des unveränderten Produkts, falls zutreffend
  • Kontaktinformationen des Lieferanten, zum Beispiel Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse der Kontaktperson
  • Gegebenenfalls Hinweis, dass die Materialdeklaration des Geräts aufgrund einer Materialänderung aktualisiert wird

Darüber hinaus obliegt es dem Kunden, bei Bedarf eine aktualisierte Materialdeklaration anzufordern.

Wie werden PCNs klassifiziert?

Eine PCN ist wie ein Akkord in der Musik: Sie ist entweder „Major“ oder „Minor“.

PCN Classifications
Gut, Studierende, bitte spielen Sie Beethovens „J-STD-046“ in e-Moll ...

Geplante Änderungen in einer PCN sind vom Lieferanten gemäß JEDEC-Standards als „Major“ (wesentlich) oder „Minor“ (geringfügig) zu klassifizieren. Jede Änderung an Produkt oder Prozess, die die Ausführung, Einbau, Funktion bzw. Qualität oder Zuverlässigkeit eines Produkts betrifft, muss als wesentliche Änderung eingestuft werden. Die Mitteilung bei einer Major-Änderung muss klar als PCN deklariert sein.

Während wesentliche Änderungen stets meldepflichtig sind, gestaltet sich dies bei geringfügigen Änderungen komplexer. Ein Lieferant kann je nach schriftlicher Vereinbarung mit dem Kunden verpflichtet sein, auch über eine Minor-Änderung zu informieren – dies ist nicht immer erforderlich.

Mitteilungen zu geringfügigen Änderungen werden auch als „Informational Notices“ oder „Supplier Communications“ bezeichnet. Eine PCN mit einer geringfügigen Änderung muss ebenfalls eindeutig den Zweck erklären, um nicht mit einer Major-PCN verwechselt zu werden.