Seit dem 21. Juni 2022 setzt die U.S. Customs and Border Protection (CBP) den Uyghur Forced Labor Prevention Act (UFLPA) durch, der nach der Unterzeichnung durch Präsident Biden am 23. Dezember 2021 – und breiter parteiübergreifender Unterstützung im Kongress – in Kraft getreten ist.
China hat über Jahrzehnte mehr als eine Million Uiguren und andere meist turksprachige, muslimische Minderheiten in sogenannten Umerziehungslagern in der westlichen Uigurischen Autonomen Region Xinjiang interniert. Viele dieser Menschen, darunter auch Kinder, werden gezwungen, unter extrem repressiven Bedingungen zu arbeiten.
Dieses Gesetz unterstreicht das Engagement der Vereinigten Staaten, Zwangsarbeit überall – auch in Xinjiang, wo weiterhin Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt werden – zu verhindern.
Was ist der Uyghur Forced Labor Prevention Act (UFLPA)?
Das UFLPA-Gesetz verbietet im Wesentlichen den Import von Waren, Produkten, Artikeln und Handelsgütern, die ganz oder teilweise in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang in China gewonnen, hergestellt oder produziert wurden. Darüber hinaus untersagt das Gesetz den Import von Waren, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden.
US-Importeure müssen nachweisen, dass ihre Lieferketten weder mit Xinjiang in Berührung kommen noch Zwangsarbeit oder Sklaverei beinhalten.
Die U.S. Customs and Border Protection Agency hat für Importeure eine Richtlinie sowie eine Liste verbotener Unternehmen veröffentlicht, um die Handelsgemeinschaft bei der Vorbereitung auf die Umsetzung des UFLPA zu unterstützen.
Die Auswirkungen des UFLPA auf die Technologiebranche
Laut der New York Times sind die Verbindungen zwischen der Region und globalen Lieferketten weitaus umfassender als nur für bestimmte Branchen.
Führende Marken wie Apple, Amazon, Intel und Walmart aus Bereichen wie Bekleidung, Einzelhandel, Technologie und Automobil wurden laut dem Business & Human Rights Resource Centre sowie der Nonprofit-Organisation Save Uyghur identifiziert – sie haben direkt oder indirekt von uigurischer Arbeitskraft profitiert.
„Da China einer der wichtigsten Rohstofflieferanten für die Elektronikindustrie ist und die Halbleiter-Lieferkette äußerst komplex ist, ist es für Technologiefirmen unerlässlich, Transparenz in ihrer Sub-Tier-Lieferkette zu schaffen.“ – Mohammad Ahmad, CEO von Z2Data
Nach Angaben der Forschungsunternehmen Benchmark Mineral Intelligence und Kharon produziert Xinjiang mehr als 40 Prozent des weltweiten Polysiliziums, über 50 Prozent des Lithiums, Nickels, Kobalts, Mangans und Graphits sowie 80 Prozent der Zellen für Lithium-Ionen-Batterien, die essenziell für die Technologie- und Automobilindustrie sind.
Das Gesetz richtet sich zudem gegen Unternehmen wie Hoshine Silicon Industry Co., Ltd., Xinjiang East Hope Nonferrous Metals, Xinjiang Daqo New Energy, Xinjiang GCL New Energy Material Technology und XPCC.
Hoshine Silicon Industry Co., Ltd. ist beispielsweise einer der weltweit größten Hersteller von Silizium-Metall, das zur Produktion von Photovoltaikzellen für Solarpanels und Halbleiter verwendet wird. https://www.dlapiper.com/en/us/insights/publications/2021/07/new-us-government-actions-on-forced-labor-in-xinjiang/
Xinjiang Nonferrous Metals zählt nach eigenen Angaben zu den größten chinesischen Herstellern von Lithium-Metall sowie dem zweitgrößten Hersteller von Nickel-Kathoden, die wiederum für Batterien, Edelstahl und viele andere Produkte eingesetzt werden. Zudem werden unter anderem Zink, Beryllium, Kobalt, Vanadium, Blei, Kupfer, Gold, Platin und Palladium gefördert – zentral für viele Branchen, insbesondere die Technologiebranche.
Zusammengefasst: Materialien von uigurischen Arbeitskräften werden in zahlreichen Produkten verwendet, und die Komplexität der Technologie-Lieferketten erschwert es, lückenlos nachzuweisen, dass Ihre Lieferkette keine Zwangsarbeit umfasst oder mit Xinjiang in Verbindung steht. Erfahren Sie mehr darüber, wie Z2Data Sie dabei unterstützen kann – bitte Kontakt aufnehmen!