Artikel-Highlights:
- ESG-Vorschriften stellen eine wachsende Bedrohung für Hersteller dar, insbesondere durch die Vielzahl expandierender Richtlinien in der Europäischen Union.
- Eine der eindrucksvollsten Eigenschaften von Künstlicher Intelligenz (KI) ist zugleich wohl ihre größte Risikoquelle: das atemberaubende Entwicklungstempo.
- Mit dem Aufstieg aggressiver protektionistischer Handelspolitiken einiger der weltweit mächtigsten Nationen entwickelt sich Geopolitik zu einem zunehmend entscheidenden Risiko innerhalb des umfassenden Lieferkettenrisikomanagements.
Auch wenn das Jahr 2024 deutlich stabiler verlief als die von der COVID-19-Pandemie erschütterten Jahre zuvor, brachte es nicht die Kontinuität, auf die viele in der Lieferkettenbranche gehofft hatten. Die Blockade im Roten Meer beeinträchtigte Schiffe auf dem Weg durch den Suezkanal und damit milliardenschwere Warenströme. Hafenarbeiter und Eisenbahner, von Deutschland und Kanada bis zur Golfküste der USA, führten langwierige Arbeitskonflikte mit ihren Arbeitgebern, was zentrale Knotenpunkte globaler Logistiknetze gefährdete. Und bedeutende geopolitische Entwicklungen sorgten weiterhin für neue Unsicherheiten, die die Beschaffung von Komponenten und die Zusammenarbeit mit Lieferanten zusätzlich erschwerten.
Beim Übergang ins Jahr 2025 fragen sich viele Verantwortliche im Lieferkettenrisikomanagement (SCRM), ob eine Rückkehr zu der relativen Ruhe und Stabilität der Jahre vor der Pandemie möglich ist. Werden Unterbrechungen der Lieferketten und die verschiedensten Herausforderungen der letzten Jahre wieder abnehmen – oder hat sich der Umbruch und die Volatilität der letzten fünf Jahre inzwischen als neuer Status quo etabliert?
Nachfolgend beleuchten wir fünf zentrale Herausforderungen, die SCRM-Verantwortliche im Blick behalten sollten, wenn die zweite Hälfte der 2020er-Jahre offiziell beginnt – ein Jahrzehnt, das bereits weltweit für erhebliche Verwerfungen in Lieferketten gesorgt hat.
Komplexität der ESG-Landschaft
ESG-Vorschriften stellen für Hersteller und deren Lieferanten zwar keine völlig neue Bedrohung dar, nehmen jedoch durch die Vielzahl expandierender Richtlinien innerhalb der Europäischen Union deutlich an Bedeutung und Gewicht zu. Regelungen wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) und das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (SCDDA) werden ihren Anwendungsbereich in naher Zukunft ausweiten und zwingen immer mehr Unternehmen, ihren gesetzlichen Berichtspflichten nachzukommen.
Es ist schwer vorherzusagen, wie schnell US-Regulierungsbehörden ihren Kollegen in der EU folgen werden. Doch die zunehmende Regulierung in den 27 EU-Mitgliedstaaten bedeutet, dass amerikanische Unternehmen mit globaler Kundschaft keine Zeit zu verlieren haben. Gerade in diesem Jahr sind diese Vorschriften besonders relevant, da die CSRD die zweite Phase der Umsetzung einleitet: Ab dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen, die als „nicht börsennotierte große Unternehmen“ gelten, die Berichtspflichten der Richtlinie erfüllen.
Es ist schwer vorherzusagen, wie schnell US-Regulierungsbehörden ihren Kollegen in der EU folgen werden. Doch die zunehmende Regulierung in den 27 EU-Mitgliedstaaten bedeutet, dass amerikanische Unternehmen mit globaler Kundschaft keine Zeit zu verlieren haben.
Das Hochrisiko-Spiel der KI-Adoption
Die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen KI in ihre Geschäftsprozesse integrieren, ist beeindruckend. Die Ausgaben für generative KI beliefen sich 2022 auf rund 5 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr später hatte sich diese Zahl versiebenfacht und erreichte 36 Milliarden US-Dollar – und 2024 dürfte noch mehr investiert worden sein. Technologien wie generative KI, konversationelle KI und maschinelles Lernen – um nur einige zu nennen – bieten starkes Transformationspotenzial, etwa im Bereich Predictive Analytics oder Risikoanalysen. Allerdings birgt die Implementierung dieser Plattformen eine Reihe einzigartiger Risiken.
Einer der beeindruckendsten Aspekte von Künstlicher Intelligenz (KI) ist zugleich ihre größte Risikoquelle: das rasante Innovationstempo. KI entwickelt sich rasant weiter, und ein heute implementiertes Tool kann schon in 12 bis 18 Monaten in einem vollkommen neuen, viel weiter entwickelten Kontext existieren. Wenn ein Unternehmen jetzt umfassend in eine bestimmte KI-Plattform investiert und diese Technologie innerhalb eines Jahres durch bahnbrechende Fortschritte obsolet wird, wird die vermeintlich kluge Investition schnell zum Verlust. Obwohl die Wirtschaft gerne den „First Mover Advantage“ und das Erkennen von Trends preist, birgt frühe Akzeptanz im KI-Bereich reale Fallstricke.
Obwohl die Wirtschaft gerne den „First Mover Advantage“ und das Erkennen von Trends preist, birgt frühe Akzeptanz im KI-Bereich reale Fallstricke.
SCRM-Verantwortlichen stehen drei Ansätze offen, wenn sie die Integration von KI strategisch betrachten: Erstens, starke Investitionen in KI und konsequente Nutzung des gegenwärtigen Technologieangebots. Zweitens, den bisherigen Kurs beibehalten, jedoch mit ausgewählten KI-Anwendungen experimentieren. Oder drittens, künstliche Intelligenz vollständig ignorieren und darauf vertrauen, dass die Technologie im eigenen Sektor nicht essenziell werden wird.
Es versteht sich von selbst, dass der letztgenannte Weg nicht empfohlen werden kann, da ein Unternehmen damit ins Hintertreffen geraten könnte, falls KI tatsächlich so nützlich wird wie viele Experten prognostizieren. Doch auch ein übereilter Einstieg birgt erhebliche Risiken. Die wohl klügste Strategie für viele SCRM-Verantwortliche ist ein kontrollierter, ausgewogener Ansatz, der KI weder ignoriert noch ihr übermäßiges Vertrauen schenkt.
Lieferkettentransparenz als Generalschlüssel
In den letzten ein bis zwei Jahren hat das Thema Transparenz erheblich an Bedeutung im Lieferkettenumfeld gewonnen. Transparenz bedeutet dabei mehr, als nur Einblick in Lieferkettendaten und Produktionsnetzwerke zu gewinnen: Unternehmen müssen diese Daten auch an relevante Stakeholder – darunter Investoren, Verbraucher und Behörden – kommunizieren und offenlegen. Angesichts strengerer Vorschriften, die Sorgfaltspflichten und Berichterstattung über diverse ESG-Auswirkungen verlangen, ist Transparenz entscheidend für Compliance-Bemühungen.
Da die regulatorischen Anforderungen und Erwartungen weiter steigen, sind Unternehmen gefordert, tragfähige Strategien für nachhaltige Lieferkettentransparenz zu entwickeln. Systeme und standardisierte Prozesse für Transparenz müssen dabei als fortlaufende Aufgabe verstanden werden – nicht als einmalige Projekte. Nur durch kontinuierliche Weiterentwicklung nähern sich Organisationen dem Ziel, vollständige Transparenz in ihren Lieferketten zu erreichen.
Geopolitik und Handel stärker verflochten denn je
Nach den letzten beiden US-Regierungen wirkt die Instrumentalisierung des Handels als Waffe gegen geopolitische Rivalen wie ein Geist, der nicht zurück in die Flasche passt. Präsident Trump begann einen Handelskrieg gegen China mit umfassenden Zöllen, den die Biden-Regierung in weiten Teilen fortführte und dabei auf eine teils sehr restriktive Ausgestaltung der Außenhandelsbeziehungen setzte. Auch China reagierte und verhängte in den vergangenen Jahren zahlreiche Exportbeschränkungen von Mineralien, darunter im Dezember ein Exportverbot für Gallium, Germanium und Antimon in die USA.
Mit dem Aufkommen aggressiver, protektionistischer Handelspolitik führender Nationen – und den restriktiven Maßnahmen, die diese begleiten – ist Geopolitik heute ein zentraler Faktor im Lieferkettenrisikomanagement. Angesichts der Vorgeschichte der kommenden US-Regierung und der Handelspolitik von Präsident-Elect Trump ist sehr wahrscheinlich, dass die nächsten vier Jahre von weiterem Handelskonflikt und geopolitischem Taktieren geprägt sein werden. Aufgrund zusätzlicher Zölle aus den USA werden viele Unternehmen verstärkt ihre Beschaffung aus China in andere Länder verlagern.
Ein tragfähiges SCRM-Rahmenwerk implementieren
Eine Vielzahl aktueller Daten zeigt, dass Unternehmen aus verschiedensten Branchen ihr Risikomanagement zunehmend professionalisieren. Laut Fictiv, einem Auftragsfertiger, bauen fast 60 % der Unternehmen ihre Risikomanagement-Prozesse aus. Weitere Studien, etwa von McKinsey & Company, unterstreichen die Notwendigkeit robusterer SCRM-Initiativen. Eine Umfrage 2024 der Unternehmensberatung ergab, dass etwa drei Viertel der befragten Unternehmen eine Dual-Source-Strategie verfolgen und 60 % umfangreiche Transparenz bei ihren Tier-1-Lieferanten erreichen konnten.
Solche Zahlen zeigen aber nur einen Teil der Realität. Viele Firmen – selbst diejenigen mit internen Risikomanagementstrukturen – greifen nach wie vor auf ad-hoc-Lösungen zurück und reagieren auf akute Störungen improvisiert. Es fehlt ein konsistentes, umfassendes Rahmenwerk im SCRM, das in der Lage ist, unterschiedlichste Risiken entlang der Lieferkette systematisch zu bewältigen. Eine der wichtigsten neuen Herausforderungen besteht darin, Systeme und Prozesse zu schaffen, mit denen Unternehmen flexibel, schnell und formalisiert auf Risiken, Störungen und Veränderungen reagieren können.
Eine Möglichkeit, dies umzusetzen, ist eine Lieferkettenrisikomanagement-Plattform wie Z2Data. Als führendes SCRM-Unternehmen stellt Z2Data ein umfassendes, sofort einsatzbereites Lösungspaket zur Verfügung. So können Unternehmen Risiken in ihren Lieferketten effektiv mindern und die Resilienz ihrer Beschaffungsnetzwerke stärken. Mit mehreren umfangreichen internen Datenbanken – darunter Informationen zu über einer Milliarde elektronischen Bauteilen, zehntausenden Lieferanten und weltweiten Fertigungsstandorten – bietet diese Plattform einen leistungsstarken, benutzerfreundlichen Kontrollraum zur Bewältigung dynamischer Bedrohungslagen.
Die SCRM-Software ermöglicht es Herstellern, ihre Lieferketten sichtbar zu machen, tiefe Einblicke in ihre Lieferantenstruktur zu gewinnen und Auswirkungen aktueller Störungen schnell zu bewerten. Z2Data ist das Rahmenwerk, das Unternehmen aus dem Kreislauf spontaner, improvisierter Lösungen für jede einzelne Störung befreit.
Um mehr über die Z2Data-Plattform und deren Mehrwert für die aktuellen Herausforderungen der Lieferkette im Jahr 2025 zu erfahren, Demo ansehen und mit einem unserer Produktexperten sprechen.