Was ist Lieferkettenrisikomanagement-Software?

In einem Jahrzehnt voller unaufhörlicher Gesundheitskrisen, geopolitischer Konflikte und anderer großflächiger Störungen ist der Bedarf an Lieferkettenrisikomanagement-Software so groß wie nie zuvor.

Was ist Lieferkettenrisikomanagement-Software?

Die 2020er Jahre verzeichnen einen deutlichen Anstieg an Störungen entlang globaler Lieferketten. Ereignisse wie die COVID-19-Pandemie, Lieferengpässe, Rückstaus in Containerhäfen, Naturkatastrophen und asymmetrische Kriegsführung haben in den letzten fünf Jahren die Lieferketten weltweit erschüttert, Hersteller und Importeure negativ beeinflusst und Unternehmen zu Schadensbegrenzung gezwungen. Das Immobilienunternehmen Cushman & Wakefield ging sogar so weit, das Jahrzehnt der 2020er als „das disruptivste Jahrzehnt in der Geschichte der Lieferketten“ zu bezeichnen. 

Auch zwei Jahre nach der Pandemie sind erhebliche Störungen in den Lieferketten weiterhin spürbar. In einer Umfrage vom Mai 2024 stellte die Federal Reserve Bank of New York fest, dass 43 Prozent der Hersteller weiterhin durch Lieferkettenstörungen beeinträchtigt werden. „Obwohl große Fortschritte erzielt wurden, bleiben Lieferkettenstörungen erheblich und schränken die Geschäftstätigkeit vieler Unternehmen in der Region ein“, erklärte die New York Fed in einer Notiz zur Umfrage. 

Um sich in dieser neuen Ära von Risiken und Verwundbarkeiten zurechtzufinden, setzen Unternehmen zunehmend auf Lieferkettenrisikomanagement (Supply Chain Risk Management, SCRM). Lieferkettenrisikomanagement bezeichnet die Strategien und Maßnahmen eines Unternehmens zur Risikominimierung, Stärkung der Resilienz und Sicherung der Kontinuität entlang der gesamten Lieferkette. Das National Institute of Standards and Technology (eine US-Bundesbehörde zur Förderung von Wissenschaft und Technik) definiert SCRM als einen „systematischen Prozess zum Management von Lieferkettenrisiken, indem Anfälligkeiten, Verwundbarkeiten und Bedrohungen entlang der Lieferkette identifiziert und Maßnahmen zur Risikominimierung entwickelt werden.“

Welche Hauptrisiken gibt es heutzutage in Lieferketten?

In der Vergangenheit war die Risikolandschaft in Lieferketten vor allem von zwei Hauptbedrohungen geprägt: plötzlichen Nachfrageschwankungen und Risiken auf Lieferantenseite. Hersteller, die die Nachfrage nach ihren Produkten nicht präzise prognostizierten, konnten entweder mit Engpässen oder Überschüssen konfrontiert werden. Im ersten Fall entgingen Unternehmen lukrative Verkaufschancen, da das Angebot für rasch steigende Nachfrage fehlte. Im zweiten Fall führte eine Überschätzung der Nachfrage zu Überbeständen, was zum Abverkauf zu reduzierten Preisen zwang. 

Risikobehaftete Lieferanten gibt es solange, wie es Wirtschaftsmärkte gibt. Unternehmen, die auf Hersteller oder Sublieferanten für Bauteile und Produkte angewiesen sind, übernehmen alle mit diesen Organisationen verbundenen Risiken – von Produktionsproblemen und regulatorischer Non-Compliance bis zu prekären Finanzen oder sogar rechtlichen Schwierigkeiten.

In jüngerer Zeit sind jedoch neue Bedrohungen für globale Lieferketten hinzugekommen. Neben den bereits genannten Faktoren müssen Unternehmen mittlerweile Risiken im Bereich Cybersicherheit, Umweltkonformität und vermehrt auftretende extreme Wetterereignisse (deren Zahl im 21. Jahrhundert stark zugenommen hat) bewältigen. Eine im Oktober veröffentlichte Umfrage von Gartner ergab, dass „Lieferunterbrechungen“ weiterhin das größte Risiko für Einkaufs- und Beschaffungsleitende darstellen. Darüber hinaus sorgen sich Fachleute um geopolitische Konflikte, Compliance-Fragen, Cyberangriffe und mangelhafte Datenqualität. 

Was ist eine Software für Lieferkettenrisikomanagement?

Effektives Lieferkettenrisikomanagement basiert auf enormen Informationsmengen. Um den von NIST definierten „systematischen Prozess zum Management von Lieferkettenrisiken“ umzusetzen, benötigen Organisationen Daten zu verschiedenen Touchpoints entlang ihrer Lieferketten – darunter direkte und sub-tier Lieferanten, Fertigungsstandorte, Produkte, Bauteile und Subbaugruppen sowie deren Compliance-Status. Um all diese Informationen zu erfassen, zugänglich zu machen und zu analysieren sowie darauf basierende Strategien zu entwickeln, setzen Unternehmen auf Softwarelösungen für das Lieferkettenrisikomanagement.

SCRM-Software sind Plattformen, die große Datenbanken, Forschungsteams und eigene Technologien einsetzen, um Risiken in globalen Lieferketten zu identifizieren und zu minimieren. Solche Tools bieten Unternehmen detaillierte Risikoanalysen, umfangreiche Lieferantenportfolios, Produkt- und Bauteildaten sowie leistungsstarke Tools zur Visualisierung von Lieferkettenstrukturen. Unabhängig von Tool oder Funktion besteht das Ziel von Lieferkettenrisikomanagement-Software stets darin, Schwachstellen offenzulegen und passende Gegenmaßnahmen zu ermöglichen. 

Die SCRM-Plattform Z2Data beispielsweise bietet Herstellern ein breites Lösungsportfolio, mit dem sich Lieferketten mit maximaler Transparenz und strategischer Präzision steuern lassen. Die Software verfolgt elektronische Bauteile, bewertet die Risiken von Lieferanten und verschickt unter anderem Echtzeit-Warnmeldungen zu Produktänderungsbenachrichtigungen (PCN). 

Welche Hauptfunktionen bietet Lieferkettenrisikomanagement-Software?

Alle leistungsfähigen SCRM-Tools beruhen auf den beiden Grundpfeilern Daten und Transparenz. Fast sämtliche Funktionen dieser Produkte lassen sich auf Daten oder Sichtbarkeit zurückführen – Kunden erhalten so maximalen Informationszugang zu ihren Bauteilen, Materialien und Zulieferstrukturen. Darüber hinaus ermöglichen die Plattformen multidimensionale Einblicke in die Lieferkette und die vielschichtigen Beziehungsnetze zu Zulieferern.

Zu den wichtigsten Funktionen, die Lieferkettenrisikomanagement-Software bietet, zählen:

  • Supply Chain Mapping
  • Lieferantenrisikoanalysen
  • Echtzeit-Warnmeldungen
  • Detaillierte Compliance-Informationen
  • Produkt-Lieferzeiten und -Preise
  • Ereignisüberwachung

SCRM-Plattformen mit Fokus auf den Elektroniksektor verfügen häufig über branchenspezifische Zusatzfunktionen für Anwenderbranchen wie Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Telekommunikation. Dazu gehören unter anderem PCN-Überwachung, Stücklisten-Analysen (BOM) sowie Obsoleszenzprognosen. 

Wie groß ist der Markt für Lieferkettenrisikomanagement-Software?

Obwohl sich der Markt noch im frühen Stadium befindet, repräsentiert Software für das Lieferkettenrisikomanagement bereits heute eine Milliardenbranche. Die Schätzungen schwanken je nach Marktforschungsunternehmen. Das Beratungsunternehmen Allied Market Research beziffert den Markt aktuell auf rund 3 Milliarden US-Dollar. Zudem ist von einem deutlichen Wachstum in den nächsten Jahren auszugehen: Allied Market Research prognostiziert für den SCRM-Software-Markt ein jährliches Wachstum von fast 9 Prozent und einen Marktwert von 7 Milliarden US-Dollar bis 2031. Andere Schätzungen rechnen mit noch steileren Wachstumsraten – ein breiter Konsens besteht, dass sich das Marktvolumen der Branche in den kommenden Jahren verdoppeln oder gar verdreifachen dürfte. 

Wer nutzt SCRM-Software?

Die größten Vorteile bieten Lieferkettenrisikomanagement-Tools Herstellern und Unternehmen, die auf komplexe, mehrstufige Liefernetzwerke angewiesen sind – etwa in der Technologiebranche, Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie und Unterhaltungselektronik. 

Untersuchungen von McKinsey & Company verdeutlichen, wie weitreichend und komplex globale Lieferketten in bestimmten Branchen geworden sind. Demnach verfügt ein durchschnittlicher Automobilhersteller über ca. 250 direkte Lieferanten und ganze 18.000 Zulieferer entlang der gesamten Kette. In der Luft- und Raumfahrt sind es im Schnitt 200 Tier-1-Hersteller und 12.000 Unternehmen im gesamten Lieferantennetzwerk. Auch Branchen wie Unterhaltungselektronik, Medizintechnik und Investitionsgüterproduktion bauen auf Hunderte bis Tausende Zulieferer für ihre Fertigung. 

Unternehmen aus diesen großen, globalen Industrien profitieren von Software, die es ihnen erlaubt, Bauteile zu recherchieren und zu vergleichen, Komponenten bis zum Herstellungsort zurückzuverfolgen und potenzielle Störungen im Lieferantennetzwerk umfassend zu überwachen. 

Was sind die wichtigsten Vorteile von Lieferkettenrisikomanagement-Software?

Der rasante Marktzuwachs im Bereich SCRM-Software zeigt: Die Lösungen bieten der Herstellerkundschaft echten Mehrwert. Für Unternehmen werden diese Plattformen zunehmend unverzichtbar, um sich erfolgreich in heutigen Wertschöpfungsnetzwerken und einer verschärften regulatorischen Landschaft zurechtzufinden. 

• Einhaltung von Handels- und Umweltvorgaben

Mit neuen Gesetzen wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) wächst die regulatorische Komplexität weltweit. SCRM-Software unterstützt Hersteller dabei, ihre Compliance-Pflichten zu verstehen, potenzielle Verstöße frühzeitig zu erkennen und Datengrundlagen für bevorstehende Berichtspflichten aufzubauen. 

• Risikobehaftete Unternehmen meiden

Die Technologieanbieter von SCRM-Software betreiben umfangreiche proprietäre Datenbanken zu Herstellern und Lieferketten verschiedenster Branchen. Über intelligente Algorithmen werden diese Daten analysiert und Risiko-Analysen erstellt, die Kunden bei der Bewertung potenzieller Lieferpartner unterstützen. 

• Agil und gezielt auf Störungen reagieren

Bei schwerwiegenden Störungen in der Lieferkette nutzen die Analyse-Teams dieser Plattformen ihre Fachdaten und Expertise, um umfassende Informationen über betroffene Lieferanten und Fertigungsstätten bereitzustellen. Wird diese wichtige Intelligence zeitnah an Unternehmen weitergegeben, lassen sich Notfallpläne und Strategien effizient umsetzen, um Produktion und finanzielle Verluste möglichst gering zu halten.

Risiko-Management-Software so dynamisch wie heutige Lieferketten

Zwar sind die Lieferketten weltweit nicht mehr so turbulent wie auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie, doch auch heute haben sie ihr früheres Stabilitätsniveau längst nicht wieder erreicht. Und angesichts stetiger Veränderungen – von geopolitischen Konflikten über klimatische Extreme bis hin zu wachsender Regulierung – wird sich das wahrscheinlich nie mehr völlig ändern. Hersteller, die sich mit speziell für die aktuelle Risikolandschaft entwickelter Technologie ausstatten möchten, finden in Z2Data ein leistungsstarkes Werkzeug. 

Die marktführende Plattform vereint sämtliche Funktionen, die Hersteller heute von einem SCRM-Tool erwarten: von Supply Chain Mapping über Risiko-Analysen bis hin zu Compliance-Management. Hinzu kommen die Echtzeit-Ereignisüberwachung und intelligente Analysefunktionen, mit denen Unternehmen auf Störungen so agil und präzise reagieren können, wie es das Lieferkettenumfeld im 21. Jahrhundert erfordert. 

Mehr erfahren Sie über Z2Data und das Funktionsportfolio, das die Plattform zu einer der umfassendsten SCRM-Lösungen auf dem Markt macht, in einer kostenlosen Demo mit einem unserer Produktexperten.