Sieben Strategien zur Optimierung der Lieferkettenkosten

Die Kosten in der Lieferkette steigen jedes Jahr. Lesen Sie sieben zentrale Ansätze, um die Herstellungs- und Versandkosten Ihrer Produkte zu senken.

Sieben Strategien zur Optimierung der Lieferkettenkosten

Highlights des Artikels:

  • Da die Kosten für die Aufrechterhaltung einer globalen Lieferkette kontinuierlich steigen und keine Entlastung in Sicht ist, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um Lieferkettenkosten zu optimieren. 
  • Lösungsansätze zur Kostenoptimierung umfassen Zolloptimierung, Lieferketten-Mapping, Onshoring und weitere Maßnahmen. 
  • Effektive Lieferkettentransparenz hilft Unternehmen, Redundanzen, überflüssige Ausgaben und Lieferantenprobleme zu erkennen, die verdeckt zur Steigerung der Gemeinkosten führen können. 
  • Die Supply-Chain-Risk-Management-Plattform (SCRM) Z2Data unterstützt Unternehmen durch einen vielseitigen Ansatz beim Erreichen umfassender Lieferkettentransparenz.

Unternehmen konzentrieren sich bei Kosteneinsparungen oft auf den Preis einzelner Bauteile, Produkte oder Rohstoffe. Dabei bietet meist die Lieferkette selbst noch größere Potenziale zur Kostenoptimierung. Laut PriceWaterhouseCoopers lagen die jährlichen Logistikausgaben 2018 in den USA bei rund 1,6 Billionen US-Dollar, entsprechend etwa 8 % des BIP. 2023 ist dieser Wert auf 2,3 Billionen US-Dollar – knapp 9 % des BIP – gestiegen. 

Je nach Branche geben Unternehmen 10 % oder mehr ihres Umsatzes für Logistik aus. Diese Kostenkategorien beinhalten:

  • Versand und Transport
  • Lagerhaltung und Lagerflächen
  • Versicherung
  • Handling
  • Verwaltungsgebühren

Da Lieferketten viele unterschiedliche Variablen umfassen – darunter direkte Lieferanten, Sub-Tier-Hersteller, Logistikdienstleister und Lagerhäuser – gibt es zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten, von alltäglicher Logistik bis hin zu grundlegenden Sourcing- und Standortentscheidungen. Wie Oracle kürzlich feststellte: „Zwischen Lieferkettenkosten und -effizienz besteht meist ein umgekehrtes Verhältnis.“ Wodurch? „Betriebliche Ineffizienzen wie wiederholtes Handling oder Expressversand zur Kompensation von Produktionsproblemen erhöhen die Kosten, während verbesserte Produktionsprozesse durch weniger Verschwendung und Ressourceneinsatz die Lieferkettenkosten senken.“

Unabhängig von Ihrer Unternehmensgröße oder Branche gibt es immer Möglichkeiten, Gemeinkosten zu senken und die Effizienz der Lieferkette zu steigern. Mit dem steigenden Druck durch Zölle, Inflation und Engpässen bei Rohstoffen ist Kostenoptimierung aktueller denn je.  Angesichts der vielfältigen Kostentreiber in heutigen Beschaffungs- und Logistiknetzwerken – Zölle, Inflation, Rohstoffengpässe – ist es wichtiger denn je, Optimierungspotenziale zu erkennen.

Zoll- und Importkosten senken

Ein beherrschendes Thema bei Lieferketten im Jahr 2025 ist der rasante Anstieg von Zöllen. Ende November lag der durchschnittliche effektive Zollsatz in den USA bei fast 17 %, dem höchsten Stand seit 1935. US-Hersteller und Importeure zahlen hohe Abgaben auf ausländische Bauteile, Produkte und Rohstoffe. Sektorspezifische Zölle auf Importe wie Stahl, Aluminium und Kfz-Teile erhöhen diese Belastung weiter. Kaum eine Branche bleibt von der aggressiven Zollpolitik der Trump-Regierung verschont. Maßnahmen zur Abfederung dieser Kosten bieten einen relevanten Hebel zur Senkung der Gesamtkosten und zur Steigerung der Margen. 

Verschiedene Strategien können Unternehmen dabei helfen, ihre Zollbelastung zu reduzieren. Beispielsweise lässt sich der Herstellungsprozess importierter Güter so anpassen, dass sich das Herkunftsland (COO – Country of Origin, das meist den Zoll bestimmt) in ein Land mit günstigerem Satz ändert. Alternativ können Lieferketten diversifiziert und Produktionsstätten in Kanada, Mexiko oder Europa aufgebaut werden – Regionen mit vergleichsweise niedrigen und stabilen Handelskosten. Zuletzt bleibt die Option, die Produktion in die USA zu verlagern – eine Maßnahme, die von der Trump-Regierung aktiv forciert wird. Auf diese Möglichkeit gehen wir weiter unten detaillierter ein.  

Lager- und Lagerhaltungskosten senken

Die Gesamtkosten der Lieferkette umfassen zahlreiche Posten – unter anderem Transport, Verarbeitung und Importgebühren. Eine oft unterschätzte Kostenstelle ist jedoch Lagerhaltung. Laut McKinsey summieren sich globale Lagerhaltungskosten auf fast 400 Milliarden US-Dollar jährlich. Zudem steigen diese weiter an: Die Preise für Lagerflächen haben sich seit 2024 um fast 3 % erhöht, vor allem kleinere Anbieter mit hoher Preisgestaltungsmacht treiben die Kosten weiter nach oben. 

Um Lagerkosten zu senken, benötigen Unternehmen zunächst vollständige Lieferkettentransparenz und Nachverfolgbarkeit. Erforderlich ist ein Verständnis des gesamten Weges der importierten Güter – von Rohstoffen über Bauelemente, Subsysteme und Baugruppen bis zum Endprodukt. Erst wenn diese Wege nachvollziehbar sind, lassen sich Lagerorte und -dauer konkret identifizieren. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass diese Nachverfolgung Ineffizienzen aufdeckt und Herstellern von Originalausrüstung (OEMs) die Chance gibt, Logistik zu optimieren und kostenintensive Standzeiten in Lagerhallen auf ein Minimum zu reduzieren. 

In Lieferkettentransparenz investieren

Um tragfähige Strategien zur Senkung von Lieferkettenkosten zu entwickeln, sind Daten, Analysen und Einblicke in die Abläufe der direkten und Sub-Tier-Hersteller erforderlich. Effektive Lieferkettentransparenz ist die Grundlage für all diese Ressourcen und hilft Organisationen, Redundanzen, unnötige Kosten und Lieferantenprobleme zu erkennen, die oftmals unbemerkt die Gemeinkosten in die Höhe treiben. Umfassende Lieferkettentransparenz ist somit ein Multiplikator für Effizienz und Resilienz der Lieferkette und erhöht das Potenzial, alle weiteren Strategien dieser Liste erfolgreich umzusetzen. 

Die Lieferkettenrisikomanagement-Plattform (SCRM) Z2Data ermöglicht Unternehmen umfassende Transparenz ihrer Lieferkette über einen mehrstufigen Ansatz:

  • Zentralisierung von Lieferkettendaten: Z2Data sammelt und nutzt Lieferkettendaten, indem Kundendaten mit eigener Z2Data-Intelligenz in einem zentralen, vollständig vom Kunden kontrollierten, konfigurierten und erweiterten Repository zusammengeführt werden. Diese Datenbasis ist Ausgangspunkt für Mapping, Risiko-Scoring, Echtzeit-Benachrichtigungen und Projektmanagement.
  • Lieferketten-Mapping: Z2Datas Mapping-Lösungen machen direkte und Sub-Tier-Lieferanten, Fabs, EMS-, Montage- und Fertigungsstandorte sichtbar – über detaillierte, intuitive Visualisierungen. Auch das Part-to-Site-Mapping von Z2Data zeigt Bauteile und Subsysteme bis zu den jeweiligen Fertigungsorten und verdeutlicht so, wie sich die eigenen Teile in das größere Lieferkettennetzwerk einfügen. Sämtliche Mapping-Aktivitäten erfolgen über einen strukturierten Prozess mit laufender Aktualisierung auf Basis hochzuverlässiger Datenquellen – eine essenzielle Voraussetzung für dynamische und stets aktuelle Lieferkettenkarten. 
  • Z2Data Subtier Intelligence: Z2Data ermöglicht es Organisationen zudem, Transparenz über direkte Lieferanten hinaus zu erzielen. Das Tool analysiert Millionen von Datenpunkten, um verifizierte Beziehungen zwischen Bauteilen, Lieferanten und Sub-Tier-Partnern aufzudecken. Unternehmen gewinnen so mit der Multi-Tier-Mapping-Lösung von Z2Data tiefere Einblicke in ihre Lieferkette. 

Kosten von Lieferkettenunterbrechungen bewerten

Die 2020er Jahre haben es deutlich gemacht: Unterbrechungen sind ein dauerhafter Faktor in globalen Lieferketten – ob Naturkatastrophen, Lieferengpässe, geopolitische Krisen oder Cyberangriffe. Ob Unternehmen es wissen oder nicht: Jeder, der international beschafft, zahlt für die durch Disruptionen entstehenden Kosten. Um diese finanziellen Einflüsse zu begrenzen, müssen Unternehmen zunächst ermitteln, wie hoch diese jährlich tatsächlich ausfallen. 

Sind die Gesamtkosten einmal beziffert, lassen sich gezielt Ressourcen zur Risikominderung und Prävention einsetzen – bevor teure Unterbrechungen eintreten. Die Z2Data-Plattform für Lieferkettenrisikomanagement stellt Unternehmen eine breite Palette an Tools zur Verfügung, darunter:

  • Lieferketten-Mapping
  • Lieferanten-Risikoanalysen für über 700.000 Lieferanten 
  • Echtzeit-Monitoring der Lieferkette
  • KI-gestützte Ereignisanalyse
  • Individuell konfigurierbare Benachrichtigungen

Diese Funktionen ermöglichen es Unternehmen, Risiken proaktiv zu erkennen und zu bewerten, instabile Lieferanten zu ersetzen, sich von risikoreichen Regionen zu diversifizieren oder bei Lieferkettenproblemen schnell zu reagieren. Proaktive SCRM-Maßnahmen können langfristig erhebliche Kosten sparen, die Produktionskontinuität sichern und existenzbedrohende Krisen minimieren. 

Lieferantenbeziehungen und Kommunikation stärken 

Hersteller von Originalausrüstung (OEMs) stehen meist nur mit ihren direkten (Tier-1-)Lieferanten in regelmäßigem Kontakt. Dadurch fehlt oft Einblick und Einfluss auf die Aktivitäten tieferer Ebenen der Lieferkette. Deshalb sind stabile Beziehungen und eine kontinuierliche, offene Kommunikation mit Tier-1-Herstellern entscheidend für effiziente, resiliente Produktionsnetzwerke. Durch gezielte Beziehungsarbeit können OEMs ihr Wissen über Sub-Tier-Lieferanten ausbauen, Risiken auf Tier-2- oder Tier-3-Ebene identifizieren und gemeinsam mit ihren direkten Lieferanten Maßnahmen ergreifen, die allen Lieferkettenbeteiligten zugutekommen. 

Onshoring dort prüfen, wo es sinnvoll ist

Ein Hauptanliegen der aktuellen US-Zollpolitik ist es, amerikanische Unternehmen zur Rückverlagerung ihrer Fertigungsstandorte zu bewegen. Die Erfahrung zeigt: Die Ergebnisse sind durchwachsen. Einer jüngsten Studie zufolge haben immerhin 9 % der US-Hersteller zumindest Teile ihrer Produktion zurückverlagert – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. 

Trotz bekannter Herausforderungen gibt es klare Vorteile, die für US-Standorte sprechen – allen voran deutlich reduzierte Gesamtkosten der Lieferkette. Unternehmen mit Produktion in den USA zahlen keine Zölle oder Importabgaben und profitieren von spürbar niedrigeren Logistikkosten, insbesondere im Vergleich zu weit entfernten Lieferanten aus Asien. Zudem sinken Lieferkettenrisiken: Bei lokalisierter Fertigung müssen sich OEMs weniger um geopolitische Konflikte, ESG- oder Menschenrechtsthemen und Störungen komplexer Logistikketten sorgen. Auch wenn die Nachteile des Onshoring gut bekannt sind, sollten die Vorteile einer Verlagerung in die USA ebenfalls sorgfältig abgewogen werden. 

Interne Lieferketten-Audits einsetzen

Um ein vollständiges Bild aller Lieferanten, Abläufe und weiteren Einflussfaktoren der eigenen Lieferkette zu erhalten, empfiehlt sich ein Lieferkettenaudit. Dabei werden sämtliche Aspekte – von direkten und Sub-Tier-Lieferanten über Transportwege, Fertigungsstrategien bis hin zu Lieferzeiten – eingehend analysiert, um Schwachstellen und Ineffizienzen aufzudecken. Ein Audit ist nicht nur für die Risikoidentifikation und Prävention sinnvoll, sondern macht oft auch die Ursachen chronischer Lieferkettenprobleme sichtbar – beispielsweise risikoreiche Regionen oder Sub-Tier-Lieferanten, die wiederholt Engpässe verursachen. 

Selbstverständlich können Unternehmen Audits intern mit eigenem Beschaffungsteam durchführen. Externe Auditoren bieten jedoch häufig einen objektiven Blick und unterstützen dabei, Verschwendung, Ineffizienzen und chronische Risiken mit der nötigen Distanz zu erkennen. Nach Abschluss des Audits können Sourcing-Experten gemeinsam mit der Unternehmensleitung geeignete Maßnahmen zur Risikominderung entwickeln und umsetzen. 

Ihre Lieferkette für 2026 optimal aufstellen

Angesichts der steigenden Kosten für globale Lieferketten ist jetzt ein besonders günstiger Zeitpunkt, Optimierungen anzugehen. Ob Zollbelastungen verringern, Lieferkettentransparenz erhöhen oder Disruptionen bewerten – diese Strategien ermöglichen es, Risiken zu erkennen, Kosten zu quantifizieren und gezielte Maßnahmen zu planen. Eine SCRM-Plattform wie Z2Data unterstützt alle diese Initiativen und verschafft Unternehmen die notwendige Datenbasis, Intelligenz und Nachverfolgbarkeit, um schnellere, effizientere und günstigere Lieferketten aufzubauen. 

Mehr über Z2Data und das umfassende Risikomanagement-Portfolio erfahren Sie in einer kostenlosen Demo mit unseren Produktexperten.