Die Environmental Protection Agency (EPA) ist eine Behörde der US-Bundesregierung mit einer klaren, eindeutigen Mission: den Schutz der Gesundheit von Menschen und der Umwelt. Sie erfüllt diese wichtige Aufgabe auf verschiedene Arten, darunter die Umsetzung und Durchsetzung von Umweltvorschriften, die Vergabe von Fördermitteln an Bundesstaaten, Umweltorganisationen und andere Institutionen mit ähnlichen Zielen sowie Laborforschung, die unser Verständnis der Herausforderungen im Zusammenhang mit öffentlicher Gesundheit, Klima und Ökosystemen vertiefen soll.
Eine der wichtigsten und umfangreichsten Aufgaben der EPA ist die Regulierung der Herstellung und Nutzung von Chemikalien, die als gefährlich für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt eingestuft werden. Wie die Behörde erklärt: „Auf Basis zahlreicher Bundesgesetze sammelt die EPA Gesundheits‑, Sicherheits‑ und Expositionsdaten, verlangt erforderliche Tests und steuert die Exposition von Menschen und Umwelt gegenüber zahlreichen chemischen Stoffen und Mischungen.“ Zu den wichtigsten von der EPA regulierten Chemikalien gehören Blei, Quecksilber, Pestizide, per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS) und polychlorierte Biphenyle (PCB).
Da sich unser Wissen über die langfristigen Auswirkungen von Chemikalien ständig weiterentwickelt, ist die Rolle der Environmental Protection Agency bei der Regulierung von Chemikalien flexibel und dynamisch und wird regelmäßig an den aktuellen Stand der Erkenntnisse angepasst und ausgeweitet.
Die Entstehung der Environmental Protection Agency
Um die Gründung der Environmental Protection Agency zu verstehen, ist ein Blick auf das soziopolitische Klima der 1960er Jahre erforderlich. Erstmals in der Geschichte der USA wuchs das öffentliche Bewusstsein für die schädlichen Auswirkungen von Chemikalien auf Umwelt, Ressourcen und Gesundheit spürbar an. Als Reaktion auf das gestiegene gesellschaftliche Interesse an Umwelt- und ökologischen Themen unterzeichnete Präsident Richard Nixon 1970 eine Executive Order zur offiziellen Gründung der EPA.
In den Anfangsjahren übernahm die EPA zahlreiche Abteilungen und Aufgabengebiete anderer Behörden, darunter Programme zur Regulierung von Pestiziden, Luftverschmutzung und öffentlichen Trinkwassers. Die neugegründete Behörde war jedoch mehr als die bloße Zusammenlegung bereits existierender Initiativen. Dank größerer Befugnisse und eigenem Budget konnte die EPA unter anderem Wasser- und Luftqualitätsstandards festlegen und durchsetzen, Forschungen zu potenziell gefährlichen Chemikalien initiieren und bundesstaatliche Regierungen bei der Umsetzung gemeinsamer Ziele für eine sauberere, sicherere Umwelt anleiten. Die Behörde, die mit einem Budget von 1,4 Milliarden US‑Dollar und fast 6.000 Mitarbeitenden startete, leitete damit einen Paradigmenwechsel der US-Regierung ein, mit dem Umweltschutz und die Reduzierung von Umweltverschmutzung zur Priorität auf höchster Ebene wurden.
Der Clean Water Act der EPA
Die erste Version des Federal Water Pollution Control Act (FWPCA) wurde bereits 1948 – mehr als 20 Jahre vor Gründung der Environmental Protection Agency – verabschiedet. Mit den Federal Water Pollution Control Act Amendments von 1972 unter der Leitung der EPA wurde das Gesetz jedoch in wesentlichen Punkten erweitert. Die Novellierung von 1972, bekannt als Clean Water Act, vergrößerte Tragweite und Wirkung der ursprünglichen FWPCA und schaffte neue Schutzmechanismen für eine der wichtigsten Ressourcen. Die EPA, der die Umsetzung des Clean Water Act anvertraut wurde, erhielt unter anderem folgende neue Aufgaben:
- Festlegung von Abwasserstandards für die Privatwirtschaft
- Überwachung des Baus kommunaler Kläranlagen
- Verbot der Einleitung von Schadstoffen in US-Gewässer
- Lenkung der Bundesstaaten zur Durchsetzung von Wasserqualitätsstandards (WQS) für Seen, Flüsse und weitere Gewässer
Heute gilt der Clean Water Act als Meilenstein der US-Umweltgesetzgebung. Mehr als 50 Jahre nach Inkrafttreten der entscheidenden Änderungen ist das Gesetz weiterhin ein kraftvoller Beleg für die Möglichkeiten, wie Bundesbehörden, Bundesstaaten, Kommunen und private Unternehmen gemeinsam Verschmutzung reduzieren und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig verbessern können.
Die Environmental Protection Agency und der Toxic Substances Control Act
Vier Jahre nach dem Clean Water Act verabschiedeten die USA ein ebenso weitreichendes Gesetz, das die Regulierung von Chemikalien grundlegend veränderte: den Toxic Substances Control Act (TSCA). Das 1976 unterzeichnete Gesetz beauftragt die EPA mit der Überwachung der Herstellung, Verteilung und Nutzung industrieller Chemikalien in den USA.
Die Umsetzung und Durchsetzung des TSCA ist eine enorme Herausforderung. Die EPA prüft Anzeigen für neue chemische Stoffe, stellt sicher, dass Unternehmen ausreichend Tests potenziell gefährlicher Chemikalien durchführen, und pflegt das TSCA Inventory, das aktuell mehr als 86.000 Chemikalien umfasst.
Eine der wichtigsten Aufgaben der EPA im Rahmen des TSCA ist die Regulierung neuer Chemikalien. Unternehmen, die beabsichtigen, eine neue chemische Substanz in den USA herzustellen oder zu importieren, müssen dies der EPA mittels einer sogenannten Pre-Manufacture Notice (PMN) melden. Nach Eingang der PMN hat die EPA 90 Tage Zeit, im Rahmen ihres „chemicals review process“ das relative Risiko des neuen Stoffs zu bewerten. In diesem Zeitraum verwenden die Risikoexpertinnen und -experten der EPA moderne Prognosemodelle, um potenzielle Auswirkungen der Chemikalie auf Menschen und Umwelt einzuschätzen.
2016 wurde eine wichtige Änderung des TSCA verabschiedet: Der Lautenberg Chemical Safety Act verpflichtet die EPA dazu, „eine eindeutige Entscheidung zu treffen“, ob eine neu geprüfte Chemikalie ein unzumutbares Risiko für menschliche Gesundheit oder Umwelt darstellt. Damit wurde die Verantwortung der EPA nochmals deutlich ausgeweitet und verlangt von den Verantwortlichen höchstmögliche Sorgfalt bei der Bewertung von Chemikalien, die auf den US-Markt gelangen.
Wie die Environmental Protection Agency PFAS reguliert
In den letzten Jahren hat die EPA ihre Anstrengungen ausgeweitet, Risiken im Zusammenhang mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) besser zu verstehen. 2021 legte die EPA einen „strategischen Fahrplan“ fest, um einen umfassenden Ansatz für den Umgang mit PFAS zu verfolgen. Dieser Fahrplan sieht einen behördenweiten Ansatz vor, um die vielfältigen Herausforderungen durch PFAS zu bewältigen – beispielsweise eine intensivere Förderung der Forschung zu toxischen Effekten und erfolgversprechenden Gegenmaßnahmen, eine Optimierung präventiver Strategien sowie eine Intensivierung von Sanierungsmaßnahmen.
Jüngst hat die EPA neue Meldepflichten für PFAS eingeführt. Diese neuen Vorschriften, die Z2Data kürzlich mit Compliance-Experte Mike Kirschner erörtert hat, verlangen von allen Unternehmen, die PFAS oder Produkte mit PFAS-Chemikalien herstellen oder importieren, dass sie der EPA spezifische Details zu den verwendeten Stoffen elektronisch melden. Dazu gehören Verwendungszwecke, Produktionsmengen, Nebenprodukte und alle verfügbaren Informationen zu Gesundheits- und Umweltauswirkungen. Die endgültige Vorschrift der EPA zu den neuen Melde- und Aufbewahrungspflichten finden Sie hier.