Spotlight:
- Prognosen, die zu potenziellen Störungen führen
- Durch Wetterereignisse gestoppte Komponentenproduktion
- Beispiele für wetterbedingte Lieferprobleme
Niemand hatte mit einer Woche aus Eis und Schnee in Texas gerechnet.
Wetter ist so unberechenbar und schwer vorherzusagen wie ein Kleinkind. Tropische Stürme und Schneefälle halten Teams im Bereich Beschaffung in der Elektronik-Lieferkette nachts wach. Vielleicht können wir einigen Beschaffungsexperten zu besserem Schlaf verhelfen. Sehen wir uns 5 zentrale Wege an, wie Wetter die Elektronik-Lieferkette beeinflusst.
Bevor wir starten, hier ein aufmunterndes Zitat des amerikanischen Baseball-Managers Frank Lane, das zum Thema passt:
„If you want to see the sunshine, you have to weather the storm.“
Wetterprognosen
Der Einfluss von Wettervorhersagen auf Lieferketten ist beinahe paradox: Schon die Erwartung eines Sturms kann extreme Schwankungen in der Verbrauchernachfrage auslösen. Wenn Lieferanten ihre Lieferungen für einen anstehenden Sturm nicht richtig prognostizieren und vorbereiten, können sie die erhöhte Nachfrage nach einem Produkt nicht bedienen oder nicht einmal den regulären Bedarf decken.
Und das gilt nicht nur für Lebensmittel oder Toilettenpapier. Wissen Menschen, dass sie möglicherweise zuhause festsitzen und mit Stromausfällen oder Internetausfall rechnen müssen, suchen sie nach Generatoren, Notstromakkus, Taschenlampen, Heizlampen und anderen Produkten, die mit elektronischen Bauteilen betrieben werden.
Doch manchmal reicht es nicht aus, Wetter nur zu prognostizieren und zu beobachten. Es sind zusätzliche Maßnahmen nötig.
Extreme Wetterereignisse nehmen deutlich zu. Diese Ereignisse sind besonders schwer vorhersehbar. Laut Yale School of the Environment gab es „von 2000 bis 2019 weltweit 7.348 große Naturkatastrophen, mit 1,23 Millionen Todesopfern und einem globalen wirtschaftlichen Schaden von 2,97 Billionen US-Dollar.“
Um diese Zahlen einzuordnen: In den vorangegangenen 20 Jahren gab es „4.212 Naturkatastrophen, 1,19 Millionen Todesopfer und wirtschaftliche Schäden in Höhe von 1,63 Billionen US-Dollar.“
:quality(85))
Wenn sich aus diesen Zahlen ein Trost ziehen lässt, dann der, dass der drastische Anstieg der Naturkatastrophen nicht zu einem ebenso starken Anstieg an Todesfällen geführt hat. Die Zahlen zeigen: Wir sind besser darin geworden, extreme Wetterereignisse vorherzusehen – was nicht verwundert.
Mit dem Internet und sozialen Medien ist eine deutlich umfassendere Berichterstattung über weltweite Wetterereignisse möglich. In den 80er Jahren twitterte niemand über Hurrikans.
Unternehmen können nicht nur durch Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks zur Prävention extremer Wetterereignisse beitragen, sondern auch in Tools investieren, die Wetterereignisse verfolgen und Warnmeldungen ausgeben – wie Z2Data’s Supply Chain Watch – und zugleich Wetterrisiken für die Lieferkette analysieren, abhängig davon, wo die Lieferanten ansässig sind.
Z2Data hilft Elektronikunternehmen, Wetterprognosen vorauszuberechnen. Das bedeutet: Z2Data analysiert die Regionen der Lieferanten eines Unternehmens. Befinden sich Lieferanten in tropischen Regionen mit verstärktem Risiko für Hurrikans oder Taifune? Liegen Standorte nahe an Verwerfungslinien und damit in erdbebengefährdeten Gebieten? Ein Unternehmen, das seine Risiken für bestimmte Stürme kennt, kann diese besser antizipieren – auch bei extremen Wetterereignissen.
Prognosen gehen über „Sturm sehen, Sturm erwarten“ hinaus.
Was tut Ihr Lieferketten-Team, um extreme Wetterereignisse zu prognostizieren und zu minimieren?
Produktionsprobleme
Auch in der Elektronik-Lieferkette führt Wetter zu erheblichen Produktionsproblemen. Man denke an Thailand im Jahr 2011: Die schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren, mit bis zu 3 Metern Wasser in Hochrisikogebieten. Das Problem: Der Großteil der thailändischen Fertigung und Produktion lag genau in diesen Hochrisikozonen.
:quality(85))
Die Überschwemmungen in Thailand dauerten bis zu 60 Tage und verursachten Verluste von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar. Die industrielle Produktion sank während der Flut um fast 50 %, und 70 % der Schäden und Verluste betrafen Hersteller – aufgrund der Nähe zu Hochrisikozonen.
Die meisten Hersteller waren aus strategischen Gründen – Thailands „Supercluster-Strategie“ mit Steuervergünstigungen und anderen Anreizen – in denselben Gebieten angesiedelt. Das führte zu einer massiven Ballung von Herstellern im Chao-Praya-Flussbecken.
Und es braucht kein Geografie-Expertenwissen, um zu erkennen, dass ein Flussbecken ein erhöhtes Überschwemmungsrisiko birgt.
Firmen, die von den Überschwemmungen betroffen waren, haben eine wichtige Lektion gelernt: Analysieren Sie die standortspezifischen Risiken Ihrer Lieferanten und Hersteller. Wenn ein Lieferant seine Werke in einem Flussbecken betreibt, müssen Supply-Chain-Teams in der Regenzeit Alternativquellen sichern.
Lieferprobleme
Ein aktuelleres Beispiel für wetterbedingte Störungen in der Elektronik-Lieferkette ist der Schneesturm in Texas und Mexiko. Ein ungewohnter Satz.
Die eisigen Temperaturen führten zu Stromausfällen und beeinträchtigten ODM-Produktionslinien in Nordmexiko. Auch wenn die meisten Ausfälle inzwischen überwunden sind, werden Teile weiterhin nicht geliefert, weil der lokale Transport gestört ist. Rechenzentren in Texas können keine Lieferungen mexikanischer Hersteller erhalten, solange Straßen, Schienen und Startbahnen nicht geräumt sind.
:quality(85))
Lieferprobleme gehören – gerade bei außergewöhnlichen Wetterlagen – zu den größten Herausforderungen für Lieferketten. Ein Unternehmen in Texas konnte während des Schneesturms beispielsweise wenig tun, solange die Transportwege nicht wieder befahrbar waren. Eine Methode, Lieferverzögerungen vorzubeugen, ist der Aufbau von Lagerbeständen bei stark nachgefragten, wertvollen Komponenten.