Die fünf wichtigsten Strategien zur Verbesserung der Lieferkettentransparenz im gesamten Lieferantennetzwerk

Im aufstrebenden Bereich des Lieferkettenrisikomanagements ist kaum eine Fähigkeit wichtiger als Lieferkettentransparenz. Hier sind fünf Möglichkeiten, die Transparenz in Ihrer Lieferkette zu stärken.

Die fünf wichtigsten Strategien zur Verbesserung der Lieferkettentransparenz im gesamten Lieferantennetzwerk

Die heutigen Lieferketten als komplex oder vielschichtig zu bezeichnen, greift deutlich zu kurz. Solche Charakterisierungen deuten zwar auf die Realität der globalen Fertigung hin, erfassen aber nicht annähernd das enorme Ausmaß dieser kontinentübergreifenden Netzwerke. Große Unternehmen aus Branchen wie Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie Unterhaltungselektronik verfügen über Hunderte von direkten Lieferanten und Tausende von Sub-Tier-Herstellern. Während diese dichten, mehrschichtigen Lieferketten für die Produktion hochentwickelter Geräte wie Smartphones, Laptops, Autos oder Verkehrsflugzeuge sinnvoll sind, bringen ihre Größe und Vielzahl an Variablen auch eine Fülle an Risiken mit sich. Hersteller und andere Unternehmen, die auf große Lieferketten angewiesen sind, müssen Bedrohungen wie Werkschließungen, extreme Wetterereignisse, regulatorische Verstöße, Cyberangriffe und geopolitische Konflikte sowie weitere Schwachstellen besonders im Blick behalten. 

Die Bedeutung von Lieferkettentransparenz

Wie jeder, der sich mit dem Lieferkettenrisikomanagement (SCRM) auskennt, weiß, ist eine der wirkungsvollsten Methoden zur Eindämmung dieser Schwachstellen und Abwehr von Bedrohungen die Lieferkettentransparenz. Lieferkettentransparenz beschreibt die Fähigkeit, sämtliche Variablen und Akteure in einer Lieferkette – darunter Produkte, Bauteile, Lieferanten, Sub-Tier-Hersteller und Produktionsstätten – umfassend und datenbasiert sichtbar zu machen. 

In den vergangenen Jahren erkennen immer mehr Branchenführer, wie entscheidend größere Transparenz entlang der Wertschöpfungsketten ist. Eine Umfrage von 2022 von McKinsey & Company zeigt, dass etwas mehr als die Hälfte der Supply Chain Professionals digitale Technologien gezielt zur Verbesserung der Transparenz einsetzen. Doch der Weg zu einem detaillierteren und umfassenderen Blick in Fertigungslogistik und Lieferantennetzwerke bleibt eine große Herausforderung: 62 % der Unternehmen haben weiterhin Schwierigkeiten mit begrenzter Transparenz in ihren Lieferketten. Es gibt jedoch konkrete Maßnahmen, mit denen Unternehmen die Transparenz verbessern, mehr Kontrolle über strategische Partnerschaften sowie vorgelagerte Aktivitäten gewinnen und Risiken sowie Störungen gezielt steuern können. 

Stärken Sie Ihre Lieferkettendaten

Lieferkettentransparenz ist zwar ein Konzept, basiert in der Praxis jedoch auf etwas ebenso Greifbarem wie Konkretem: Daten. Ob Rückverfolgung von Bauteilen bis zum Produktionsstandort, Monitoring von Warenströmen oder Identifikation Ihrer Sub-Tier-Lieferanten – die Beleuchtung Ihrer Lieferkette ist nur durch kontinuierliche Erhebung sauberer, zuverlässiger Daten möglich. 

Ob Rückverfolgung von Bauteilen bis zum Produktionsstandort, Monitoring von Warenströmen oder Identifikation Ihrer Sub-Tier-Lieferanten – die Beleuchtung Ihrer Lieferkette ist nur durch kontinuierliche Erhebung sauberer, zuverlässiger Daten möglich. 

Um Lieferkettentransparenz aufzubauen, müssen Hersteller und andere Unternehmen eine Strategie entwickeln, mit der sie gezielt Daten zu den für sie wichtigsten Variablen erfassen. Dieser Prozess sieht je nach Unternehmen unterschiedlich aus, beinhaltet jedoch meist einige wiederkehrende Maßnahmen.

  • Beschaffung kritischer Dokumente, darunter Transportbelege, Frachtdokumente und Chain-of-Custody-Nachweise.

  • Zusammenstellung von Stücklisten (BOMs) und vollständigen Materialdeklarationen (FMDs), um alle Bauteile und Subsysteme Ihrer Produkte nachzuvollziehen.

  • Zugriff auf Datenbanken und weitere Branchenplattformen, um Bestände von Rohstoffen und Waren, die für Ihre Produkte wesentlich sind, effektiv nachverfolgen zu können. 

Die Stärkung Ihrer Lieferkettendaten erfordert zumeist auch, Daten aus alternativen Quellen – abseits von Lieferanten und manueller Datensammlung – einzubeziehen. Um mit der schieren Menge laufend zu verarbeitender Daten Schritt zu halten, ihre Genauigkeit zu sichern und stets aktuelle Informationen bereitzustellen, sind Technologien und Künstliche Intelligenz für die Datenerhebung unerlässlich. Dies bedeutet keineswegs, die Zusammenarbeit mit Lieferanten aufzugeben, sondern sie vielmehr durch neue Methoden zu ergänzen – für umfassendere Transparenz und Resilienz entlang der gesamten Lieferkette.

Die Ergänzung von Informationen aus anderen Quellen hilft zudem, Ihre Lieferanten zu entlasten: Sie wenden sich dann gezielt nur mit kritischen Anfragen an sie, statt mit mehrfachen E-Mails Informationen einzuholen, die vielleicht bereits anderswo verfügbar sind. So können Sie die Kommunikation verschlanken und stärken kooperative, belastbare Lieferantenbeziehungen.

Verbessern Sie die Kommunikation mit Ihren Direktlieferanten 

Traditionell konnten Unternehmen Informationen zu ihren Lieferketten meist nur durch direkte Anfrage bei ihren Direktlieferanten erhalten. Solche Datenerhebungen erfolgten häufig per Umfrage, Telefonat oder sogar persönlich und waren die verlässlichste Methode, Transparenz über Bestände, Sub-Tier-Lieferanten und regulatorische Konformität zu gewinnen. 

Tools sollten Lieferantenbeziehungen ergänzen, nicht ersetzen

Heute stehen Unternehmen auf dem Weg zu mehr Lieferkettentransparenz deutlich weiter. Strategische Initiativen integrieren zunehmend fortschrittliche Technologien, einschließlich spezialisierter Supply Chain Visibility Software und künstlicher Intelligenz. Doch so hilfreich diese Werkzeuge auch sind – sie können den Wert stabiler, vertrauensvoller Lieferkettenbeziehungen nicht stets ersetzen. Lieferanten, die eng mit ihren Kunden zusammenarbeiten, melden drohende Störungen proaktiv und rechtzeitig, sodass diese fundierte Entscheidungen zu Bestellungen, alternativen Bezugsquellen oder weiteren Maßnahmen treffen können. 

Neue Umwelt- und Handelsvorschriften erfordern vertrauenswürdige Lieferanten

Lieferanten, die konsequent mit ihren Kunden kommunizieren, sind stärker motiviert, Einblicke in ihre internen Abläufe zu gewähren. Während dies vor drei oder vier Jahrzehnten weniger entscheidend war, machen die weltweit zunehmenden regulatorischen Anforderungen diesen Aspekt heute unverzichtbar. Unternehmen mit besserem Zugang zu ihren Lieferanten können viel besser einschätzen, ob deren Vorbereitungen für die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) oder neue Anforderungen von Behörden wie der EPA ausreichen. Diese Transparenz fördert die Rechenschaftspflicht und hebt den Compliance-Standard entlang der gesamten Lieferkette. 

Für eine bessere Kommunikation mit Lieferanten haben sich folgende Maßnahmen bewährt:

  • Etablieren Sie klare Kommunikationskanäle – ob digitale Plattformen, Videokonferenzen oder regelmäßige Telefonate – und nutzen Sie diese konsequent. 

  • Bestimmen Sie einen festen Ansprechpartner beim Lieferanten.

  • Legen Sie von Anfang an klare Erwartungen bezüglich Transparenz und Informationsaustausch in der Lieferkette fest. So minimieren Sie Missverständnisse, Diskrepanzen und Konflikte zu einem späteren Zeitpunkt. 

  • Machen Sie Lieferanten mittels Leistungskennzahlen und datenbasierter Bewertung messbar verantwortlich. 

Stärken Sie Ihre Supply-Chain-Resilienz-Teams

Seit den enormen Turbulenzen durch die COVID-19-Pandemie verfolgen Unternehmen laut verschiedenster glaubwürdiger Quellen gezielt eine Strategie zur Steigerung der Lieferkettenresilienz. In einer Umfrage von Gartner 2021 gaben fast neun von zehn Supply Chain Professionals an, innerhalb von zwei Jahren gezielt in Resilienz investieren zu wollen. Wie Unternehmen Mittel für mehr Resilienz einsetzen, ist jedoch entscheidend. Moderne technologische Lösungen zur Steigerung der Transparenz und Risikominderung sind attraktiv – doch der Einsatz qualifizierter Fachkräfte sollte keinesfalls unterschätzt werden. 

Moderne technologische Lösungen zur Steigerung der Transparenz und Risikominderung sind attraktiv – doch der Einsatz qualifizierter Fachkräfte sollte keinesfalls unterschätzt werden. 

Fachleute für Supply-Chain-Resilienz bringen spezifisches Know-how ins Unternehmen – etwa in der effektiven Bewertung von Schwachstellen, Umsetzung von Gegenmaßnahmen sowie Förderung von Flexibilität in sämtlichen Abläufen. Sie greifen dabei vielfach auf umfassende Lieferkettentransparenz zurück und kennen Methoden zur Informationsgewinnung, die anderen Supply Chain Professionals nicht zur Verfügung stehen. 

Durch Rollen und Teams mit Fokus auf Supply-Chain-Resilienz verschafft sich ein Hersteller einen Wertvorsprung, den selbst fortschrittlichste Technologie nicht ersetzen kann. 

  • Über die reine Transparenz hinaus nutzen Supply-Chain-Resilienz-Experten Daten und Intelligence, um Risiken einzuordnen und strategische Entscheidungen zu treffen.

  • Diese Teammitglieder fördern die bereichsübergreifende Zusammenarbeit, beseitigen Datensilos und konsolidieren Informationen an einer zentral zugänglichen Stelle. 

  • Kommt es zu erheblichen Störungen in der Lieferkette und infolgedessen zu operativen Krisen, sind qualifizierte Fachkräfte gefragt, die Transparenz nutzen und zielgerichtete Maßnahmen ergreifen. Supply-Chain-Resilienz-Experten wissen, wie sie Daten und Intelligence zum optimalen Vorteil ihres Unternehmens einsetzen. 

Investieren Sie in Lieferkettentransparenz-Software

Strategien wie effektive Kommunikation und die Befähigung erfahrener Fachkräfte machen für Unternehmen, die ihre Transparenz verbessern möchten, einen wesentlichen Unterschied – und verdienen Anerkennung. Doch herausragende Lieferkettentransparenz ist ohne eine branchenführende SCRM-Plattform kaum erreichbar. Solche Tools gehen weit über klassische Methoden hinaus, nutzen riesige Datenbanken und eigene Research-Teams, um ein umfassendes Bild der Logistiknetzwerke zu liefern. 

Z2Data bietet beispielsweise umfassende, sofort einsetzbare Funktionen, mit denen Einsichten maximiert und Risiken minimiert werden. Die Supply-Chain-Visibility-Software erlaubt es, Bauteile bis zum Ursprungs-Produktionsstandort zurückzuverfolgen, Störungen in Echtzeit zu überwachen und tiefer in die komplexen Sub-Tier-Netzwerke vorzudringen. Darüber hinaus erweitert Z2Data die Definition von „Lieferkettentransparenz“, indem sich Kunden umfassende Bewertungen elektronischer Bauteile – darunter Compliance-Analysen, Risikobewertungen und Obsoleszenzprognosen – verschaffen können. 

Z2Data erweitert die Definition von „Lieferkettentransparenz“, indem sich Kunden umfassende Bewertungen elektronischer Bauteile – einschließlich Compliance-Analyse, Risikobewertung und Obsoleszenz-Prognose – verschaffen können. 

Mit dem passenden SCRM-Tool können Unternehmen ihre Analyse von Bauteilen und Lieferanten erheblich vertiefen. 

  • Zugriff auf anspruchsvolle Lieferkettenkarten als Basis für Transparenz-Initiativen. 

  • Komponenten, Bauteile und Subsysteme auf detailliertem, granularen Niveau analysieren.

  • Das individuelle Risikoprofil Ihrer Lieferanten erfassen – mit umfassenden Profilen zur Finanzlage, geografischen Schwachstellen und Leistungs-Historie. 

Erkennen Sie „Bermuda-Dreiecke“ in der Lieferkette

Der Begriff „Blindspot“ ist im Lieferkettenmanagement längst etabliert. Er bezeichnet Regionen oder Variablen, die Unternehmen unzureichend beleuchten und die eine verwundbare Schwachstelle darstellen, falls es hier zu Störungen kommt. Blindspots können etwa einen sich anbahnenden Handelskonflikt zwischen zwei Schlüsselländern, instabile Arbeitsbeziehungen bei einem Lieferanten oder die Hurrikansaison in einer für das Unternehmen wichtigen Fertigungsregion betreffen. 

Weniger diskutiert sind die sogenannten „Bermuda-Dreiecke“ der Lieferkette: Spezifische Sub-Tiers, Produktionsstätten oder Bauteile, zu denen Unternehmen keinerlei verlässliche Daten besitzen – als wären sämtliche Informationen zu diesem Punkt spurlos verschwunden.

Weniger diskutiert sind die sogenannten „Bermuda-Dreiecke“ der Lieferkette: Spezifische Sub-Tiers, Produktionsstätten oder Bauteile, zu denen Unternehmen keinerlei verlässliche Daten besitzen – als wären sämtliche Informationen zu diesem Punkt spurlos verschwunden.

Hersteller, die es schaffen, diese risikobehafteten Datenlücken zu identifizieren und gezielt zu beheben, können ein sehr viel klareres Gesamtbild ihrer Lieferketten aufbauen. Die Erkennung solcher Bermuda-Dreiecke, verbunden mit gezielten Maßnahmen zur Schließung der Lücken, ist zudem eine äußerst wirksame Methode, um versteckte Risiken zu eliminieren, die die Geschäftskontinuität gefährden. 

  • Sub-Tier-Hersteller mit wenig bis gar keinen verfügbaren Daten sind tendenziell besonders risikobehaftet – etwa weil sie von den USA oder anderen Ländern sanktioniert werden, nicht konform mit wichtigen Umweltnormen sind oder eine angespannte Finanzlage aufweisen. 

  • Ein risikobehaftetes Unternehmen kann nur ersetzt werden, wenn Sie überhaupt wissen, dass es existiert. Die Identifikation anonymer Lieferanten oder das Zurückverfolgen spezifischer Bauteile zu bislang unerfassten Sub-Tiers ist der erste Schritt, um Hersteller, die Ihr Unternehmen gefährden, gezielt zu ersetzen. 

Ein risikobehaftetes Unternehmen kann nur ersetzt werden, wenn Sie überhaupt wissen, dass es existiert. Die Identifikation anonymer Lieferanten oder das Zurückverfolgen spezifischer Bauteile zu bislang unerfassten Sub-Tiers ist der erste Schritt, um Hersteller, die Ihr Unternehmen gefährden, gezielt zu ersetzen.

Risikomanagement beginnt mit mehr Transparenz 

In den 2020er Jahren hat sich das Lieferkettenmanagement grundlegend gewandelt. Unternehmen verfolgen nicht mehr nur Kosten- und Effizienzziele oder Just-in-Time-Logistik (JIT), sondern setzen Ressourcen gezielt für Risikominderung und die Förderung von Resilienz ein. Das Resultat ist ein rasant wachsender Bereich: das Lieferkettenrisikomanagement – heute bereits eine Milliardenbranche. Doch nur mit überlegener Lieferkettentransparenz erzielen SCRM-Strategien messbare Wirkung. 

Die Ausweitung der Transparenz ist jedoch kein einfacher Schalter. Unternehmen sollten dabei mit Sorgfalt und Geduld vorgehen, sämtliche verfügbaren Ressourcen nutzen und Bauteile, Lieferanten und Sub-Tier-Hersteller konsequent in den Fokus rücken. Dennoch gibt es Grenzen dessen, was mit Telefonaten, Lieferantenumfragen und selbst geteilten Datenbanken zu erreichen ist. Wer eine Transparenz anstrebt, die sowohl breit gefächert als auch tiefgehend ist, sollte die Möglichkeiten einer Lösung wie Z2Data prüfen. Lieferkettentransparenz-Software wie Z2Data nutzt riesige Datenbanken, eigens entwickelte Algorithmen und erfahrene Research-Teams, um ein präzises, wirksames und kontinuierlich aktuelles Bild der Lieferkettenlandschaft der Kunden zu schaffen. Im Rennen um aussagekräftige, dynamische Transparenz im globalen Fertigungsnetzwerk sind diese Werkzeuge vermutlich das mächtigste Asset, das Unternehmen besitzen können. 

Mehr zu Z2Data und den vielfältigen Funktionen für mehr Lieferkettentransparenz erfahren Sie in einer kostenlosen Demo mit einem unserer Produktexperten.