EU-RoHS-Überwachung: Hintergrund, Zeitplan und ein Albtraumszenario

Obwohl RoHS von der EU durchgesetzt wird, sind Unternehmen weltweit von der Richtlinie betroffen. Unternehmen, die elektronische Bauteile in der EU verkaufen, sind davon betroffen.

EU-RoHS-Überwachung: Hintergrund, Zeitplan und ein Albtraumszenario

Spotlight:

  • Was ist RoHS und welche Stoffe sind eingeschränkt?
  • Reicht eine einfache Tabelle zur Nachverfolgung der RoHS-Konformität?
  • RoHS-Albtraumszenarien

Hintergrund zur aktuellen RoHS-Richtlinie

Auch bekannt als Richtlinie 2015/863/EU: RoHS (Restriction of Hazardous Substances – Beschränkung gefährlicher Stoffe) wurde in der Europäischen Union eingeführt und beschränkt die Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in bestimmten elektrischen und elektronischen Bauteilen.

Von RoHS eingeschränkte Stoffgrenzwerte:

  • Blei (Pb) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)
  • Quecksilber (Hg) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)
  • Cadmium (Cd) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)
  • Chrom (VI) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)
  • Polybromierte Biphenyle (PBB) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)
  • Polybromierte Diphenylether (PBDE) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)
  • Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)
  • Benzylbutylphthalat (BBP) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)
  • Dibutylphthalat (DBP) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)
  • Diisobutylphthalat (DIBP) (≤ 0,1 Prozent bzw. 1.000 ppm)

Diese eingeschränkten Stoffe gelten als umweltschädlich und belasten Deponien erheblich. Gleichzeitig bergen sie erhebliche Gesundheitsrisiken, wenn Personen während der Fertigung oder Entsorgung damit in Kontakt kommen.

Obwohl RoHS von der EU durchgesetzt wird, betrifft die Regulierung Unternehmen weltweit. Jedes Unternehmen, das elektronische Bauteile oder Produkte direkt oder indirekt (z. B. über Distributoren, Wiederverkäufer usw.) an Unternehmen in der EU verkauft, ist von der RoHS-Konformität betroffen.

RoHS-Updates: Zeitachse

RoHS 2 wurde 2011 veröffentlicht und trat im Juli 2013 in Kraft. Die wichtigste Ergänzung bei RoHS 2 war die Einführung der CE-Kennzeichnungspflicht.

Diese Richtlinie verlangte, dass Unternehmen eine Zertifizierungskennzeichnung an ihren Produkten anbringen, um die Einhaltung aller spezifischen Umwelt- und Gesundheitsschutzvorgaben nachzuweisen, die durch RoHS vorgegeben sind.

Seit 2014 gab es 5 Updates bei RoHS:

  • 2014: Nicht-industrielle Überwachungs- und Kontrollinstrumente sowie die meisten Medizinprodukte wurden zu den RoHS-konformen Produktkategorien hinzugefügt.
  • 2016: In-vitro-Diagnostika (IVDs) wurden ebenfalls als RoHS-konform eingestuft.
  • 2017: Industrielle Überwachungs- und Kontrollinstrumente wurden ergänzt.
  • 2019: DEHP, BBP, DBP und DIBP wurden in die Liste der eingeschränkten Stoffe aufgenommen, außerdem wurde die neue Produktkategorie 11 ergänzt.
  • 2021: Medizinprodukte der Kategorie 8 und 9 müssen nun ebenfalls die 2019 hinzugefügten Stoffbeschränkungen erfüllen.

Die oben genannten Änderungen führen zu RoHS 3, der aktuell gültigen und neuesten Richtlinie.

Obwohl RoHS-Änderungen nicht häufig stattfinden, ist es für Unternehmen dennoch herausfordernd, die vollständige Konformität nachzuweisen.

RoHS-Konformität verfolgen

Die Nachverfolgung der RoHS-Konformität kann mit einer einfachen Tabelle funktionieren.

Bis sie es nicht mehr tut.

Sobald Ihr Unternehmen von der Richtlinie geprüft wird, haben Sie 30 Tage Zeit, die Konformitätsdokumentation für jede einzelne Position in Ihrer Stückliste (BOM) zu liefern. Diese Dokumentation muss die vollständige Rückverfolgbarkeit aller Angaben beinhalten. Das verlangt vollständige Materialdeklarationen zu jedem Bauteil – inklusive Verpackung und Etikettierung.

Durch umfassende Compliance-Daten mit vollständigen Materialdeklarationen und Organisationsfunktionen können Sie Herausforderungen durch die RoHS-Richtlinie und potenzielle Albtraumszenarien vermeiden.

RoHS-Albtraumszenario

Ein Beispiel für einen Worst-Case bei RoHS-Verstößen führt zurück in den Sommer 2006 – als die ersten RoHS-Richtlinien galten. Laut Design News wurden damals 4 oder 5 Fertigungsunternehmen in Taiwan von der EU mit Geldstrafen belegt, weil sie die RoHS-Vorgaben nicht erfüllten.

Die beanstandeten Produkte führten bei den Herstellern im Durchschnitt zu einer Strafe von 132.000 US-Dollar. Eines der Unternehmen meldete, dass Waren im Gesamtwert von 3,1 Millionen US-Dollar wegen Verstößen gegen RoHS zurückgesendet wurden.