Der große Chip-Hersteller TSMC hat offiziell erklärt, dass sich die Versorgung mit Chips auch 2022 weiter verschärfen wird. Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass Automobil- und Unterhaltungselektronik-Unternehmen Schwierigkeiten haben, ausreichende Lieferungen zu bekommen. Kunden von TSMC wie Qualcomm haben nach der Aussage von CC Wei, CEO von TSMC, noch weniger Grund zu Optimismus, nachdem er bekannt gab: „...dieses Jahr und nächstes Jahr erwarte ich weiterhin, dass die Kapazitätsengpässe anhalten.“
Das heißt jedoch nicht, dass TSMC untätig bleibt.
Der Chiphersteller plant bereits den Bau neuer Fertigungswerke und investiert in den nächsten drei Jahren 100 Milliarden US-Dollar, um die Fertigungskapazitäten auszubauen. Wie Wei jedoch anmerkt, wird eine neue Fabrik, die bereit für zusätzliche Chip-Produktion ist, voraussichtlich erst 2023 verfügbar sein.
Eine weitere Fabrik in Arizona ist für 2024 geplant und diese wird 5-nm-Chips für die Halbleiterwafer-Produktion fertigen. Nach Inbetriebnahme soll die Fabrik monatlich 20.000 Chips herstellen und mehr als 1.600 direkt mit dem Werk verbundene Arbeitsplätze schaffen. Zusätzlich werden durch den Bau des neuen Werks in Arizona tausende indirekte Stellen im Halbleiter-Ökosystem erwartet.
Rückgang des Angebots = Anstieg der Nachfrage = steigender Personalbedarf
Warum der Fokus auf TSMC?
Wenn ein Bild mehr sagt als tausend Worte, wie viel ist dann ein Diagramm wert? Sobald Sie sich den Marktanteil von TSMCs Chipfertigung angesehen haben, erkennen Sie, dass jede Maßnahme des Unternehmens große Auswirkungen auf die Chipversorgung hat.
Wenn TSMC daran arbeitet, seine Produktionskapazität zu erhöhen, können Sie sicher sein, dass auch andere Unternehmen nachziehen.
Und siehe da – fast wie bestellt taucht auf einmal Intel auf!
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Fast wie auf Knopfdruck hat Intel im vergangenen Monat angekündigt, 20 Milliarden US-Dollar in den Bau von zwei Fabriken zur Erhöhung der Chipproduktion zu investieren – erraten Sie mal wo? In Arizona.
Und genauso wie TSMCs Wei von enger Versorgungslage Richtung 2022 sprach, sieht auch Intels CEO Gelsinger die Lage ähnlich: „Ich denke, es dauert einige Jahre, bis sich das vollkommen ausgleicht. Es braucht nun mal einige Jahre, um Kapazitäten aufzubauen.“
Alles ist miteinander verbunden.
Lieferengpässe spielen den Herstellern in die Karten
Und letztlich dreht sich alles darum, Lieferzeiten zu verkürzen und die Kundenzufriedenheit zu sichern.
2021 ist die durchschnittliche Wartezeit zwischen Bestellung und Erhalt von Chips von 12 auf 16 Wochen gestiegen. Und wenn die Einschätzungen der CEOs von TSMC und Intel stimmen, dürften sich diese Lieferzeiten in den kommenden Monaten weiter erhöhen.
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Optimisten sehen in den aktuellen Aussagen von TSMC und Intel einen Versuch von mehr Transparenz in schwierigen Zeiten. Pessimisten behaupten hingegen, dass die Chip-Lieferanten die ohnehin bereits extreme Nachfrage weiter anheizen.
Jede Medaille hat zwei Seiten.
Wie dem auch sei: Chip-Knappheit schadet allen Anwenderbranchen, nutzt jedoch den Herstellern deutlich. Betrachten Sie dazu den 12-Monats-Aktienkurs von TSMC mit der markierten Seitwärtsbewegung in den letzten Wochen:
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Sie erkennen einen deutlichen Kursanstieg in den Monaten Dezember bis Januar, als die Berichterstattung über die Chipkrise Fahrt aufnahm.
Ich bin weder Goldman noch Barron's und würde nie behaupten, tiefgehende Chartanalysen zu beherrschen. Klar ist jedoch, dass TSMC vom Chipmangel profitiert hat.
Doch bei Ford, GM, Apple und Qualcomm sieht die Situation ganz anders aus. Sie kämpfen darum, die Kundennachfrage zu erfüllen und die dringend benötigten Chips zu beschaffen.
Präsident Biden und seine Administration arbeiten daran, einen künftigen Engpass zu vermeiden. Präsident Biden hat sich kürzlich mit Führungskräften von 19 großen Unternehmen getroffen, darunter C-Level-Vertreter von GM, Ford, Chrysler, Google, AT&T und anderen. Im Mittelpunkt des Treffens stand laut ALJAZEERA: „Mehr Transparenz entlang der Halbleiter-Lieferkette, um aktuelle Engpässe zu mildern und die Nachfrageprognose zu verbessern, um künftigen Herausforderungen vorzubeugen, teilte das Weiße Haus in einer Stellungnahme mit.“
Das Gesamtfazit?
Für Unternehmen, die Halbleiter und fortschrittliche Chips benötigen, wird sich die Lage erst verschlechtern, bevor sie sich verbessert.