Dieser Artikel ist Teil zwei einer zweiteiligen Serie, die untersucht, wie sich der China-Plus-Eins-Sourcing-Trend in den 2020er Jahren entwickelt hat und wie jüngste geopolitische Entwicklungen ihn zu einem strategischen Imperativ gemacht haben. Teil eins ist verfügbar hier.
Artikel-Highlights:
- Amerikanische Unternehmen zahlen nun dem US-Fiskus einen Einfuhrzoll in Höhe von 20 % auf alle Importe aus China.
- Angesichts der neuen Handelsrealitäten bedeutet Sourcing mit Schwerpunkt China nicht mehr nur ein erhöhtes Risiko, sondern einen klaren finanziellen Strafaufschlag – der möglicherweise die Vorteile der chinesischen Fertigung aufhebt.
- US-Unternehmen arbeiten mit Hochdruck daran, sich aus einer schwerfälligen Handelssituation mit Zöllen, Export- und Importbeschränkungen sowie einer stetig wachsenden Liste sanktionierter Unternehmen zu befreien.
Vergangene Woche haben wir verschiedene Faktoren betrachtet, die die China-Plus-Eins-Strategie in den letzten Jahren beschleunigt haben. Dazu zählen die Folgen der COVID-19-Pandemie, das Aufkommen wettbewerbsfähiger Alternativen im ASEAN-Block und ein seit nunmehr fünf Jahren schwelender Handelskonflikt zwischen den USA und China. Dieser Artikel richtet den Blick auf das Jahr 2025 und zeigt auf, wie die neue Trump-Regierung Unternehmen massiv unter Druck setzt, ihre Lieferketten zu diversifizieren und die Abhängigkeit von China zügig zu reduzieren.
Trump 2.0 und der neue Diversifizierungszwang für Lieferketten
In den sechs Wochen seit der Amtseinführung der neuen US-Regierung am 20. Januar hat Präsident Trump zwei allgemeine Einfuhrzölle in Höhe von jeweils 10 % auf chinesische Waren eingeführt. Das bedeutet, dass US-Unternehmen nun einen Gesamtzollsatz von 20 % auf sämtliche Importe aus China entrichten. Da China nach wie vor fast 30 % aller US-Importe ausmacht, stellt diese Handelsbarriere eine erhebliche finanzielle Belastung für zahlreiche Branchen dar.
Angesichts der strategischen Unbeständigkeit von Präsident Trump und seiner protektionistischen Ausrichtung lässt sich annehmen, dass der aktuelle Zollsatz im Laufe des Jahres 2025 weiter ansteigen könnte. Unter diesen neuen Bedingungen bedeutet Sourcing mit Fokus auf China nicht mehr nur, ein zusätzliches Risiko einzugehen – sondern vielmehr, eine finanzielle Straflast zu übernehmen, die die langjährigen Vorteile der chinesischen Produktion faktisch zunichtemacht.
Angesichts der strategischen Unbeständigkeit von Präsident Trump und seiner äußerst protektionistischen Haltung im Handel lässt sich annehmen, dass der derzeitige Zollsatz im Verlauf von 2025 noch weiter ansteigen könnte.
Bei der aktuell hohen Anspannung und Unsicherheit gab es noch nie einen zwingenderen Grund für Lieferketten außerhalb Chinas. Noch vor Antritt der neuen US-Regierung hielten viele Unternehmen eine robust ausgelegte China-Plus-Eins-Strategie für ausreichend, um die nötige Resilienz für das erhöhte Risikoumfeld der „Fabrik der Welt“ zu erzielen. Doch nach der Handelsunruhe der letzten beiden Monate, gekoppelt mit einer Vielzahl neuer Beschränkungen der vergangenen Jahre, hat sich aus Wachsamkeit rasch eine wachsende Unsicherheit entwickelt.
Unternehmen erkennen zunehmend, dass China Plus One für das aktuelle risikobelastete Umfeld womöglich nicht mehr ausreicht. Was lange als sinnvolle Maßnahme im Lieferkettenrisikomanagement (SCRM) galt, wird nun immer mehr als zwingender strategischer Imperativ betrachtet. US-Firmen flüchten daher förmlich aus China, um sich aus einem Handelsdilemma aus Zöllen, Export- und Importverboten sowie einer immer längeren Liste sanktionierter Unternehmen zu befreien.
Aktuelle Handelsbarrieren zwischen den USA und China im Überblick
- Zölle: Trump hat für alle chinesischen Importe einen pauschalen Zollsatz von 20 % eingeführt
- US-Sanktionen: Über 700 chinesische Unternehmen sind derzeit vom US Department of Commerce sanktioniert (allein in den letzten 13 Monaten wurden 100 Unternehmen auf die UFLPA Entity List gesetzt).
- Beschränkungen beim Export von Mineralien: Das chinesische Handelsministerium hat den Export von Gallium, Germanium, Antimon und sogenannten „Superharten Materialien“ in die USA verboten.
- Vergeltungszölle: Am 10. März reagierte China auf die Handelsbeschränkungen der Trump-Regierung mit eigenen Zöllen auf US-Agrarprodukte. Dazu zählen 15 % Einfuhrsteuer auf Hühnerfleisch, Weizen, Mais und Baumwolle sowie 10 % auf Obst, Gemüse, Milchprodukte und weitere US-Waren.
Die „Anywhere But China“-Strategie
Die Abkehr von der Globalisierung und der daraus folgenden unverhältnismäßigen US-Abhängigkeit von chinesischer Fertigung ist in vollem Gange. Die Trump-Regierung setzt gezielt auf Protektionismus, um Zugeständnisse zu erzwingen und die amerikanische Produktion neu zu beleben. Alles, was Präsident Trump und sein Team bislang getan haben, deutet darauf hin, dass sie die kurzfristigen Folgen von Handelskriegen in Kauf nehmen, um sich langfristig grundlegende Wettbewerbsvorteile zu erhoffen. Für Unternehmen, die stark auf China setzen, bedeutet dies: Mit einer Entspannung ist kaum zu rechnen. Die Argumente gegen eine Diversifizierung der Lieferketten abseits Chinas werden täglich stärker.
Alles, was Präsident Trump und sein Team bislang getan haben, deutet darauf hin, dass sie bereit sein könnten, kurzfristige Folgen von Handelskonflikten auszuhalten, um langfristige, als transformativ betrachtete Vorteile zu erzielen.
Wie Z2Data Unternehmen beim Management regionaler Abhängigkeiten unterstützt
US- und europäische Unternehmen, die über eine Neuausrichtung ihrer Lieferpartner in China nachdenken, sollten die Vorteile eines Supply Chain Risk Management (SCRM)-Tools wie Z2Data berücksichtigen. Die Z2Data-Plattform ist ein äußerst wirkungsvolles Werkzeug für Unternehmen, die ihre Abhängigkeiten von China sichtbar machen und Alternativen bei Bauteilen und Lieferanten identifizieren möchten.
Sie ermöglicht es Unternehmen,
- aktuelle Updates zu Zöllen, Sanktionen und weiteren Auflagen zu verfolgen und direkt zu sehen, wie diese Einschränkungen die eigenen Produkte betreffen
- zu identifizieren, welche Bauteile in ihren Produkten das Herkunftsland China haben, und gezielte Cross-Reference-Suchen nach Alternativbauteilen ohne China-COO durchzuführen
- herauszufinden, welche Tier-1- und Subtier-Lieferanten Verbindungen zu sanktionierten chinesischen Unternehmen aufweisen
Wenn Z2Data gezielt eingesetzt wird, können dessen leistungsfähige Risikoanalysen entscheidend dazu beitragen, auf die Herausforderungen der globalen Lieferketten zu reagieren. Demo ansehen, um mehr über die Z2Data-Plattform und ihre Tools zu erfahren, mit denen Sie Ihre China-Verbindungen und alternative Sourcing-Möglichkeiten erkennen können.