Artikel-Highlights:
- Bis heute hat China den Export von 16 Mineralien in Roh- und Legierungsform eingeschränkt.
- Unter Nutzung des Compliance Manager von Z2Data – mit Millionen von Full Material Declarations (FMDs) – analysierte Z2Data eine große Stichprobe von FMDs aus der Elektronikbauteilbranche.
- Da es schwierig sein kann, Alternativbauteile und/oder nicht aus China stammende Mineralien für elektronische Komponenten zu finden, ist das potenzielle Risiko im Zusammenhang mit Bauteilen, die von China-restriktierte Mineralien enthalten, erheblich.
Hintergrund zu den chinesischen Exportbeschränkungen
In den vergangenen zwei Jahren hat China sein Programm für Exportkontrollen massiv ausgeweitet. Besonders gilt dies für sogenannte „Dual-Use-Güter“, die sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden können, und für kritische Mineralien, bei deren Produktion China den Weltmarkt dominiert. Diese Exportkontrollen nutzt China überwiegend als Gegenzug zu den von den USA in den letzten Jahren verhängten Sanktionen, Exportkontrollen und Zöllen. Viele dieser Beschränkungen zielen daher direkt auf die USA ab. Beispielsweise sank der Export bestimmter raffinierter Mineralien mit militärischer Anwendung von China in die USA im Jahr 2024 auf null.
Bis heute hat China den Export von 16 Mineralien in Roh- und Legierungsform beschränkt. Dies umfasst die Mineralien in sämtlichen Erscheinungsformen, einschließlich, aber nicht abschließend, Pulver, Stangen und Barren. Fertigprodukte, die diese Mineralien enthalten, scheinen derzeit nicht exportbeschränkt zu sein. Unternehmen könnten daher zum Beispiel Stromversorgungen exportieren, die Gallium enthalten, dürften Gallium in Rohform aber nicht exportieren.
Die Herausforderung bei diesen Restriktionen ist die beherrschende Stellung Chinas beim Abbau und in der Verarbeitung von Seltenen Erden. Bei fast allen bisher beschränkten Mineralien ist China mit Abstand der weltweit führende Produzent. Dies macht es äußerst schwierig, alternative Lieferanten zu identifizieren. Es kann Monate, teils Jahre, dauern, alternative Lieferketten für diese Mineralien aufzubauen und die Produktion hochzufahren.
Bei nahezu allen bisher beschränkten Mineralien ist China mit Abstand der weltweit führende Produzent.
Im Fall eines kürzlich beschränkten Minerals, Dysprosium, kontrolliert China fast 99 % der weltweiten Verarbeitungskapazitäten. Der Großteil dieser Verarbeitung findet in einer einzigen staatlichen Anlage in Wuxi, China, statt. Dysprosium ist für Hitzebeständigkeit in Magneten essenziell und wird daher häufig in Magnetanwendungen eingesetzt, die für den Betrieb bei hohen Temperaturen ausgelegt sind. Die potenziellen Geschäftsunterbrechungen durch dieses Verbot sind besonders besorgniserregend.
Die entscheidende Frage für Unternehmen, die ihr potenzielles Risiko durch diese Restriktionen bewerten möchten, ist einfach: „Sind meine Bauteile betroffen?“ Ein wirksamer Ansatz zur Risikobewertung ist es, zu analysieren, in welchen Produktlinien die von China beschränkten Mineralien am häufigsten zum Einsatz kommen. Dadurch erhalten Organisationen einen guten Überblick darüber, für welche Mineralien sie möglicherweise künftig alternative Beschaffungsquellen sichern müssen.
Z2Data-Analysen zu betroffenen Bauteilen
Unter Verwendung des Compliance Manager von Z2Data analysierte Z2Data mittels einer großen Stichprobe von branchenspezifischen FMDs einzigartige Bauteile aus der Elektronikbranche. Basierend auf diesen Daten prüften wir, welche Bauteile die von China-restriktiven Mineralien oder deren Verbindungen enthielten. Die folgenden Erkenntnisse stammen aus dieser Analyse. Hinweis: Z2Data kann eine solche Analyse auch für die Bauteile Ihres Unternehmens durchführen.
Top-Level-Insight:
Für die große FMD-Stichprobe, die Z2Data im Elektronikbereich bewertet hat, findet sich hier eine Übersicht des Anteils der Bauteile, die jeweils ein von China beschränktes Mineral enthalten:
**Für Dysprosium, Gadolinium, Lutetium, Scandium & Yttrium lagen keine oder nur begrenzte Daten vor.
Top-Produktlinien mit beschränkten Mineralien
Basierend auf denselben FMD-Daten für elektronische Bauteile erstellte Z2Data eine Analyse der Produktlinien mit dem höchsten Anteil an Bauteilen, die durch China beschränkte Mineralien enthalten.
**Datenlage begrenzt
*Begrenzte Datenlage vorhanden
Für acht weitere von China beschränkte Mineralien zeigte unsere Analyse elektronischer Bauteile eine vernachlässigbare Präsenz. Diese Mineralien sind:
- Samarium
- Scandium
- Tellur
- Terbium
- Lutetium
- Gadolinium
- Yttrium
- Dysprosium
Auch wenn diese acht Mineralien in unserer Datenanalyse nicht oder nur in sehr geringem Umfang vorkamen, heißt das nicht, dass sie in der Lieferkette für elektronische Bauteile generell nicht vertreten sind. Während sie in der analysierten Stichprobe gar nicht oder nur sehr begrenzt vorkamen, kann Z2Data Sie bei der umfassenden Prüfung Ihrer gesamten Lieferkette sowie beim Einholen von nicht-öffentlichen FMDs wirksam unterstützen.
Produktlinien mit multiplen Abhängigkeiten
In diesem Abschnitt wurden Bauteile analysiert, die von mehreren durch China beschränkten Mineralien gleichzeitig abhängig sind. Auch hier wurde eine umfangreiche Stichprobe an FMDs mit Fokus auf elektronische Bauteile betrachtet. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der fünf Produktlinien mit den meisten Mehrfachabhängigkeiten bezüglich beschränkter Mineralien.
Aufgrund der hohen Exposition gegenüber China-restriktiven Mineralien können diese Produktlinien besondere Aufmerksamkeit und Lieferkettenrisikomanagement, einschließlich alternativer Beschaffungsstrategien, erfordern.
Nutzen Sie die Tools von Z2Data für mehr Transparenz in Ihrer Lieferkette
Auch wenn nur eine relativ geringe Anzahl elektronischer Bauteile von China-restriktiven Mineralien betroffen ist, muss das Risiko im Kontext betrachtet werden. Da das Auffinden von Alternativbauteilen sowie nicht aus China stammender Mineralien häufig schwierig ist, bleibt das potenzielle Risiko für diese Bauteile erheblich. Lieferanten, die ihre Lieferkette effizient abbilden und ihre Exponierung gegenüber China besser verstehen, sind am agilsten und flexibelsten aufgestellt. Unternehmen, die diesen Aufwand nicht betreiben, gehen hingegen ein hohes Risiko zukünftiger Fertigungsstörungen ein.
Auch wenn nur eine relativ geringe Anzahl elektronischer Bauteile von China-restriktiven Mineralien betroffen ist, muss das Risiko im Kontext betrachtet werden.
Der erste Schritt zur Identifizierung möglicher Auswirkungen chinesischer Exportrestriktionen auf Ihre Lieferkette ist die genaue Kenntnis der in Ihren Bauteilen tatsächlich enthaltenen Mineralien. Mit dem Compliance Manager von Z2Data und unserer internen Datenbank, die eine große Stichprobe von FMDs enthält, können Sie schnell Bauteile mit Exponierung gegenüber China-Restriktionen identifizieren. Dies ist ein entscheidender Ausgangspunkt, um gezielt nach Alternativbauteilen für Ihre Produkte zu suchen und zukünftige Risiken sowie Unterbrechungen der Lieferkette zu minimieren.
Nach der Identifikation kritischer Mineralienexponierung können Z2Data-Nutzende ihre direkten und Sub-Tier-Lieferanten bewerten, um wertvolle Informationen über die Abhängigkeit von chinesischen Unternehmen und Rohstoffproduzenten innerhalb der Lieferkette zu gewinnen.
Mit diesen Informationen – und der Möglichkeit, alternative Lieferanten effizient zu identifizieren – können Nutzende ihre Lieferketten neu konfigurieren, um die Exponierung gegenüber chinesischen Exportkontrollen wirkungsvoll zu reduzieren.