Was ist die Extended Minerals Reporting Template (EMRT)?

Die Extended Minerals Reporting Template (EMRT) ist für Hersteller unverzichtbar, die sich einer ethischen Beschaffung verpflichten. Sie umfasst 3TG-Mineralien, Kobalt und Glimmer und sorgt für Transparenz in der Lieferkette sowie für die Einhaltung von Vorschriften. In diesem Artikel wird erläutert, was die EMRT ist, für wen sie gilt und wie deren Anforderungen erfüllt werden können.

Was ist die Extended Minerals Reporting Template (EMRT)?

Artikel-Highlights:

  • Das EMRT wurde entwickelt, um nicht nur 3TG-Mineralien, sondern auch Kobalt und Glimmer (Mica) abzudecken, die zunehmend im Fokus ähnlicher ethischer Bedenken stehen. 
  • Das Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) und das Extended Minerals Reporting Template (EMRT) werden beide für das Lieferketten-Reporting verwendet, unterscheiden sich jedoch in ihrem Umfang und den abgedeckten Mineralien. 
  • Sie sollten Ihre Lieferanten auffordern, das Extended Minerals Reporting Template (EMRT) auszufüllen, das Fragen zur Herkunft sowie zu Schmelz- und Raffinierbetrieben der Mineralien enthält.
  • Z2Data bietet verschiedene Lösungen, um die Compliance-Anforderungen sowohl des CMRT als auch des EMRT zu erfüllen – passend zu den Bedürfnissen Ihres Unternehmens. 

In der heutigen globalen Lieferkette ist die ethische Beschaffung von Mineralien für Unternehmen verschiedenster Branchen ein zentrales Anliegen. Zur Adressierung dieser Thematik wurden mehrere wichtige Werkzeuge entwickelt, darunter das EMRT. In diesem Artikel betrachten wir das populäre und weithin bekannte CMRT, dessen Weiterentwicklung EMRT sowie das Zusammenwirken beider Reporting-Vorlagen zu einem umfassenden Mineralien-Reporting-Framework. 

Was bedeuten CMRT und EMRT?

Das Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) ist ein standardisiertes Werkzeug, das Unternehmen zur Erfassung und Meldung von Informationen zur Herkunft von Mineralien nutzen. Das CMRT ist insbesondere für sogenannte „Konfliktmineralien“ relevant, zu denen Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (oft als 3TG bezeichnet) gehören. Diese Mineralien stammen aus Regionen, die von Konflikten betroffen sein können; deren Förderung und Handel kann zu Menschenrechtsverletzungen beitragen. 

Das EMRT ist eine Erweiterung des Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) und wurde so konzipiert, dass es nicht nur 3TG-Mineralien, sondern auch Kobalt und Glimmer (Mica) abdeckt – beide zunehmend im Fokus ähnlicher ethischer Bedenken. Die Vorlage unterstützt Unternehmen dabei, Informationen aus ihren Lieferketten zu erfassen, um sicherzustellen, dass die verwendeten Mineralien verantwortungsbewusst und im Einklang mit Vorschriften wie dem U.S. Dodd-Frank Act und der EU-Konfliktmineralienverordnung beschafft werden.

Für wen gilt das EMRT?

Das Extended Minerals Reporting Template (EMRT) ist in erster Linie relevant für Unternehmen, die mit Zinn, Tantal, Wolfram, Gold (3TG), Kobalt oder Glimmer (Mica) arbeiten. Diese Unternehmen sind typischerweise Teil von Lieferketten, die Förderung, Verarbeitung, Herstellung oder Vertrieb von Produkten mit diesen Mineralien umfassen. Das EMRT ist sowohl für Hersteller, Lieferanten als auch für nachgelagerte Unternehmen wie Händler und Markeninhaber relevant, welche die gesammelten Informationen nutzen, um sicherzustellen, dass ihre Produkte verantwortungsbewusst beschafft und konform mit entsprechenden Vorschriften und Verpflichtungen sind.

CMRT vs. EMRT: Was ist der Unterschied?

Sowohl das Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) als auch das Extended Minerals Reporting Template (EMRT) sind Werkzeuge für das Lieferketten-Reporting. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihres Umfangs und der abgedeckten Mineralien. Das CMRT ist speziell für die Meldung von „Konfliktmineralien“ entwickelt – konkret Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (3TG). Deren Förderung wird insbesondere in Regionen wie der Demokratischen Republik Kongo und angrenzenden Gebieten Afrikas mit der Finanzierung von Konflikten in Verbindung gebracht. 

Das EMRT geht jedoch über das CMRT hinaus und bezieht zusätzliche Mineralien wie Kobalt und Glimmer (Mica) ein. Auch Kobalt und Glimmer sind mit Menschenrechtsrisiken wie Kinderarbeit und unsicheren Arbeitsbedingungen – insbesondere im Rahmen des Kleinbergbaus – assoziiert. Das Hauptziel des CMRT ist es, Unternehmen die Einhaltung von Vorschriften wie dem U.S. Dodd-Frank Act (Section 1502), der börsennotierte Unternehmen zur Angabe der Herkunft von 3TG-Mineralien in ihren Lieferketten verpflichtet, zu erleichtern. Das EMRT verfolgt einen ähnlichen Zweck, erweitert allerdings den Fokus: Die neue Reporting-Vorgabe hilft Unternehmen, die Sorgfaltspflicht auf 3TG-Mineralien plus Kobalt und Glimmer (Mica) auszuweiten und damit ein breiteres Spektrum ethischer und regulatorischer Anforderungen abzudecken. 

Das EMRT stellt somit eine Weiterentwicklung des CMRT dar, das auf den Bedarf einer umfassenderen Mineralienberichterstattung reagiert und die gewachsene Bedeutung von Lieferkettentransparenz und ethischer Beschaffung widerspiegelt.

Wie können Unternehmen das EMRT erfolgreich ausfüllen?

Das Ausfüllen des Extended Minerals Reporting Template (EMRT) erfordert mehrere Schritte sowie genaue und detaillierte Informationen aus Ihrer Lieferkette. Die aktuelle Version des EMRT können Sie auf der Website der Responsible Minerals Initiative (RMI) herunterladen. Die Vorlage enthält einige zentrale Standardfelder:

  • Unternehmensinformationen: Basisdaten zu Ihrem Unternehmen.
  • Erklärung: Informationen zum Umfang des Reportings, inklusive der zu meldenden Mineralien (3TG, Kobalt, Glimmer).
  • Informationen zur Mineralienbeschaffung: Details zu Schmelz- und Raffineriebetrieben in Ihrer Lieferkette.
  • Produktliste: Auflistung von Produkten oder Komponenten, die relevante Mineralien enthalten.
  • Angaben zu Schmelzen und Raffinerien: Nennung der in Ihrer Lieferkette eingesetzten Schmelz- und Raffineriebetriebe.

Diese Informationen stammen in der Regel aus Sorgfaltsdaten, die Sie von Ihren Lieferanten einholen. Es ist notwendig, alle relevanten Lieferanten zu kontaktieren und sie aufzufordern, Informationen zur Herkunft von 3TG, Kobalt und Glimmer (Mica) in den gelieferten Produkten bereitzustellen. Sollte Ihr Unternehmen selbst Lieferant sein, kann es erforderlich sein, das ausgefüllte EMRT Kunden zur Verfügung zu stellen. Ferner sollten Sie eine Dokumentation der ausgefüllten EMRT-Templates und der zugrunde liegenden Daten führen – dies ist ein wichtiger Nachweis in künftigen Prüfungen oder Reporting-Zyklen. 

Wie bei den meisten regulatorischen Anforderungen sollten Sie auch Ihre Prozesse zur Lieferketten-Sorgfaltspflicht regelmäßig überprüfen und aktualisieren. Pflegen Sie frühzeitigen und kontinuierlichen Austausch mit Ihren Lieferanten, um die Genauigkeit und Vollständigkeit der Berichte stetig zu verbessern.

Wie erkennen Sie, ob Sie aus einem Konfliktgebiet beziehen? 

Um zu beurteilen, ob Sie aus konfliktbetroffenen oder Hochrisikogebieten beschaffen, ist eine sorgfältige Sorgfaltsprüfung Ihrer Lieferkette erforderlich. Organisationen wie die Responsible Minerals Initiative (RMI) oder die Europäische Union bieten Listen oder Datenbanken mit Regionen, die als konfliktbetroffen oder risikoreich für die Mineralienbeschaffung gelten. Diese Listen werden regelmäßig aktualisiert und können als Referenz dienen. Darüber hinaus sollten Sie Ihre Lieferanten das Extended Minerals Reporting Template (EMRT) ausfüllen lassen, das Fragen zur Herkunft sowie zu Schmelz- und Raffineriebetrieben der Mineralien beinhaltet. Die von den Lieferanten gelieferten Informationen sollten Sie mit anerkannten Übersichten konfliktfreier Schmelz- und Raffineriebetriebe, wie sie etwa von der RMI anerkannt und geprüft werden, abgleichen. 

Ebenso empfiehlt es sich, die geopolitische Entwicklung in den Herkunftsregionen Ihrer Mineralien im Blick zu behalten. Regionen, in denen bewaffnete Konflikte, politische Instabilität oder großflächige Menschenrechtsverletzungen auftreten, gelten potenziell als Hochrisikogebiete – entweder aktuell oder in naher Zukunft. 

Welche Ressourcen können Sie für das EMRT nutzen?

Sie können mit Branchenexperten oder spezialisierten Beratungsunternehmen zusammenarbeiten, die Konfliktgebiete und Menschenrechtsthemen im Bergbau beobachten. Zudem stehen Ihnen Risikokartierungs-Tools zur Verfügung, mit denen sich feststellen lässt, ob Teile Ihrer Lieferkette mit konfliktbetroffenen oder Hochrisikoregionen verknüpft sind. Solche Tools enthalten oft Datenbanken, die Risiken nach Region oder Branche ausweisen. Es ist auch gängige Praxis, Lieferantenprüfungen oder -bewertungen durchzuführen – insbesondere bei solchen, die in oder nahe bekannter Konfliktzonen ansässig sind – um deren Beschaffungspraktiken und Lieferkettentransparenz zu beurteilen. 

Der Responsible Minerals Assurance Process (RMAP) der RMI listet Schmelz- und Raffineriebetriebe auf, die geprüft und als konform mit Standards für verantwortungsvolle Beschaffung anerkannt wurden. Die Nutzung dieser Schmelz- und Raffineriebetriebe kann das Risiko einer Beschaffung aus Konfliktgebieten verringern. Die RMI stellt zudem ein Conflict-Affected and High-Risk Areas (CAHRA)-Tool bereit, das Unternehmen unterstützt, zu identifizieren, ob ihre Beschaffungsregionen unter diese Risikokategorien fallen. Am wichtigsten ist jedoch, Ihre Lieferkette fortlaufend zu überwachen, um Veränderungen zu erkennen, die das Risikoprofil Ihrer Herkunftsregionen beeinflussen können. Konfliktsituationen entwickeln sich, daher ist es entscheidend, informiert zu bleiben. Die Schulung Ihrer Lieferanten zu verantwortungsvoller Beschaffung und Transparenz sowie eine regelmäßige Kommunikation sind weitere wirkungsvolle Schritte, um wachsam und reaktionsfähig zu bleiben. 

Wie unterstützt Z2Data?

Z2Data bietet verschiedene Lösungen, um die Compliance-Anforderungen sowohl des CMRT als auch des EMRT zu erfüllen, je nach Bedarf Ihres Unternehmens. Die Compliance Manager-Lösung von Z2Data kann als zentrale Plattform für Ihre Sorgfaltsprüfungen dienen, Lieferanten in Ihrem Namen kontaktieren und Sie bei der Erstellung Ihres eigenen EMRT-Templates unterstützen, um eine verantwortungsvolle Beschaffungsstrategie umzusetzen. 

Darüber hinaus liefert die part-to-site-Mapping-Funktion von Z2Data im Bereich Supplier Insights einen umfassenden Überblick darüber, wo Ihre Bauteile weltweit gefertigt werden. So erhalten Sie eine klare, umsetzbare Sicht darauf, wie bedeutende Ereignisse – einschließlich bewaffneter Konflikte – Ihre Lieferkette beeinflussen.