Das erste Quartal 2023 war geprägt von Arbeitsniederlegungen, Protesten und Streiks in Europa. In Frankreich, Deutschland, Spanien und anderen europäischen Ländern haben Gewerkschaften zu Streiks aufgerufen, vor allem für bessere Bezahlung, Arbeitsbedingungen und eine Rentenreform.
Tausende nordseeweit tätige Öl- und Gasarbeiter, darunter Elektro-, Produktions- und Maschinentechniker sowie Decksbesatzung, Kranführer, Rohrschlosser und Rig-Mitarbeiter im Vereinigten Königreich, haben in dieser Woche für Streiks gestimmt, um über Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Die bevorstehenden Arbeitsniederlegungen könnten laut der Gewerkschaft Unite „Dutzende Plattformen“ innerhalb weniger Wochen zum „Stillstand“ bringen. Mehrere Plattformen und Offshore-Anlagen müssen wegen der spezialisierten Tätigkeiten der Streikenden den Betrieb einstellen.
In Deutschland rief die Gewerkschaft Verdi im März zu einem Streik über Löhne auf. Ein großer Teil des öffentlichen Dienstes, darunter Beschäftigte am Flughafen München, hat die Arbeit niedergelegt und wird in diesem Monat streiken. In vielen deutschen Städten, darunter Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, kommt der öffentliche Nahverkehr während der laufenden Streiks zum Erliegen.
Unterdessen breiten sich die Streiks in Frankreich im Zuge der Rentenreform aus. Die Proteste haben sich in dieser Woche nach einem überstandenen Misstrauensvotum weiter verschärft. Tausende Demonstrierende in Städten wie Marseille, Lyon, Lille und Paris blockieren Straßen und Universitätsgebäude, stürmen Bahnsteige und verursachen Unterbrechungen in Raffinerien sowie Stromausfälle.
Arbeitskonflikte und Streiks können, abhängig von Dauer, Intensität und Umfang, erhebliche Auswirkungen auf Lieferketten haben.
Von Logistik und Transport über Betriebsstillstände bei Streiks kann die Produktion verlangsamt oder ganz gestoppt werden, was den Warenfluss entlang der Lieferkette unterbricht und für Unternehmen negative Folgen hat.
Unternehmen müssen möglicherweise für alternative Transportwege oder Arbeitskräfte während eines Streiks zusätzlich zahlen, wodurch die Kosten steigen und sich letztlich auf die Preise auswirken. Arbeitskämpfe können zudem die Beziehungen zwischen Lieferanten, Herstellern und Händlern belasten und langfristige Schäden für Geschäftsbeziehungen nach sich ziehen.
Letztlich können Arbeitskonflikte und Streiks zu erheblichen Störungen in der Lieferkette führen und sich negativ auf das Geschäftsergebnis eines Unternehmens auswirken. Daher ist es für Unternehmen wichtig, proaktiv zu handeln, um solche Konflikte zu vermeiden, und Notfallpläne zu entwickeln, um die Auswirkungen möglicher Störungen abzufedern.
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