Die ehemalige GM-Fabrik, in der einst der mittlerweile eingestellte Chevy Cruze produziert wurde, wechselt erneut den Besitzer. GM hatte die Fabrik 2019 an Lordstown Motors verkauft und plante zunächst, dort den vollelektrischen Pickup-Truck namens Endurance zu fertigen.
Lordstown hatte jedoch erhebliche Schwierigkeiten, sein Elektrofahrzeug (EV) in die Produktion zu bringen. Führende Führungskräfte sind zurückgetreten, und in einer behördlichen Offenlegung gab das Unternehmen bekannt, nicht über genügend Kapital zu verfügen, um die ursprünglich für Mitte Oktober zugesagte vollständige Fahrzeuglinie zu fertigen. Der Endurance sollte mit 600 PS und einer Reichweite von 250 Meilen insbesondere für Bauflotten-Vermietungen ein großer Erfolg werden, da diese Kraftstoffkosten einsparen könnten. Doch das 6,2-Millionen-Quadratfuß-Werk in Ohio hat bisher noch keine komplette Endurance-Flotte produziert.
Foxconn übernimmt
Der taiwanesische Elektronikhersteller, vor allem bekannt für die Produktion von iPhones und elektronischen Bauteilen, zahlt 230 Millionen US-Dollar für den Erwerb der Produktionsstätte von Lordstown Motors und investiert zusätzlich 50 Millionen US-Dollar in Aktien des Automobilunternehmens. Foxconn und Lordstown planen, gemeinsam „skalierbare Elektrofahrzeugprogramme“ zu entwickeln. Es wird zudem spekuliert, dass der taiwanesische Hersteller künftig auch Fisker EVs in Ohio produzieren will.
Ein Teil des Vertrags räumt Foxconn außerdem bestimmte Rechte hinsichtlich zukünftiger Fahrzeugprogramme im Werk in Ohio ein – einschließlich der Option, Lizenzvereinbarungen für andere Pickup-Truck-Programme zu prüfen.
Apple Car?
Könnten die Verbindungen von Foxconn zu Apple neues Interesse am Apple Car wecken?
2014 startete Apple das Projekt „Project Titan“, mit über tausend Automobil-Expertinnen und -Experten sowie Ingenieuren an einem geheimen Standort nahe Cupertino, Kalifornien. Interne Streitigkeiten und gescheiterte Führungsstrukturen haben das Projekt jedoch in den Hintergrund rücken lassen.
Im Dezember 2020 kamen erneut Gerüchte auf, dass Apple plane, in den kommenden sechs Jahren ein Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Eine Quelle von Reuters behauptete, Apple strebe das Jahr 2024 an, während andere Analysten frühestens 2027 für den Start eines Fahrzeugs halten.

Apple hat bislang noch keinen Fertigungspartner für die Produktion der Fahrzeuge gefunden und war Berichten zufolge im März 2021 in fortgeschrittenen Gesprächen mit Hyundai. Die Produktion sollte 2024 starten, doch die Verhandlungen kamen nicht zustande.
Somit sucht der Technologiekonzern weiterhin einen Fertigungspartner – während Foxconn mit dem Erwerb des Lordstown-Werks neu im EV-Sektor positioniert ist. Damit hat Apple nun einen vertrauenswürdigen Geschäftspartner, der als Hersteller im EV-Bereich agiert. Ein Geschäftspartner, der zudem Kontrolle über zukünftige Fahrzeugprojekte am Standort Ohio besitzt.
Ob Apple und Foxconn künftig gemeinsam Projekte planen, ist offen. Überraschend wäre es jedoch nicht, wenn neue Gerüchte rund um das Apple Car in den kommenden Monaten auftauchen.