Wie Sie Lieferkettenrisiken in der Halbleiterindustrie im Jahr 2023 managen

Lieferkettenprobleme bei Halbleiterbauelementen können die Fertigung und den Betrieb zahlreicher Branchen wie Elektronik, IT, Automobil, Medizintechnik und Industrie erheblich beeinträchtigen.

Wie Sie Lieferkettenrisiken in der Halbleiterindustrie im Jahr 2023 managen

Lieferkettenprobleme bei Halbleiterbauelementen können erhebliche Auswirkungen auf die Produktion und den Betrieb zahlreicher Branchen haben, darunter die Elektronik-, IT-, Automobil-, Medizin- und Industriebranche.  

Lieferkettenunterbrechungen wie Naturkatastrophen, Brände, geopolitische Ereignisse, Streiks, wirtschaftliche Schwankungen oder Nachfrageschwankungen können zu Bauteil-Lieferengpässen, längeren Lieferzeiten sowie Produktions- und Lieferverzögerungen führen. Ein Wetterereignis, politische Unruhen oder eine Störung beim Lieferantenstandort können Probleme auslösen, die Ihre gesamte Lieferkette beeinträchtigen.  

Zum Beispiel kam es Anfang dieses Monats, am 6. Januar, zu einem Brand in einem Galvanikwerk von Welnew in Wuxi, China. Welnew ist Galvanik-Lieferant und Sub-Tier-Lieferant mehrerer Halbleiterhersteller, darunter Infineon, Vishay, BOSCH und OSRAM. Durch den Brand wurden die Galvaniklinien in Wuxi schwer beschädigt, was die Produktion und Lieferung von Schlüsselfabrikaten wie MOSFETs, RF Small Signal und LED Drivers beeinträchtigte und branchenübergreifende Auswirkungen haben kann.  

Auch Naturkatastrophen, Wetterereignisse, Hitzewellen und Pandemien stellen erhebliche Störungen für Lieferketten dar. So mussten im vergangenen Jahr ToshibaMurata und Kioxia ihre Produktion in Japan nach Erdbeben vorübergehend aussetzen. Texas Instruments, Intel, Onsemi und Foxconn mussten in China aufgrund von Stromausfällen durch Hitzewellen ihren Betrieb einstellen. Renesas, Samsung, Foxconn und zahlreiche weitere Unternehmen waren gezwungen, infolge von COVID-bedingten Werksschließungen ihre Produktion zu unterbrechen.  

Regulatorische Anforderungen können sich ebenfalls auf die Halbleiter-Lieferkette auswirken. Die Herstellung von Elektronik und Halbleitern ist sehr energieintensiv und erzeugt beachtliche Mengen an Abfall mit entsprechenden Umweltauswirkungen. Daher haben Regierungen verschiedene Handels- und Produkt-Compliance-Regelungen für die Produktion und den Vertrieb solcher Bauteile eingeführt. Das dynamische regulatorische Umfeld schafft zusätzliche Herausforderungen für Unternehmen dieser Branche. So hat die EU kürzlich neun neue Chemikalien in die REACH-Vorschriften (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) aufgenommen. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist für Unternehmen daher von entscheidender Bedeutung.  

Die Halbleiter-Lieferkette ist komplex und umfasst zahlreiche Lieferanten, Sub-Tier-Lieferanten, Hersteller und Distributoren. Diese Komplexität erschwert die schnelle Identifizierung und Behebung von Problemen im Störungsfall und macht ein effektives Bestands- und Bedarfsmanagement zur Herausforderung. Die reibungslose und effiziente Steuerung Ihrer Halbleiter-Lieferkette ist daher essenziell für die Produktfertigung und Unternehmensfortführung.  

Eine rein reaktive Vorgehensweise bei Störungen kann sich negativ auf die Stabilität und Rentabilität Ihres Unternehmens auswirken; die Fähigkeit, auftretende Probleme rasch zu adressieren, ist entscheidend, um Unterbrechungen zu minimieren und die Effizienz zu maximieren. 

Unternehmen müssen robustere Strategien entwickeln, um die grundlegenden Schwachstellen ihrer Lieferketten zu erkennen und gezielt anzugehen. Ein agiler Beschaffungsprozess und ein proaktives Produktlebenszyklusmanagement sind ebenso unerlässlich.  

Einfache Strategien zur Steuerung von Halbleiter-Lieferkettenrisiken und zur Stärkung der Resilienz Ihrer Lieferkette umfassen:   

  • Starten Sie mit einem robusten Design, das Alternativbauteile einschließt. Planen Sie für Alternativen (Crosses) bei PCNs (Product Change Notifications), EOLs (Produktlebensende) oder sonstigen Lieferantenunterbrechungen.  
  • Stärken Sie Ihre Beschaffung durch Erweiterung Ihrer AVLs (Approved Vendor Lists). Multi-Sourcing und Diversifizierung Ihrer Lieferantenbeziehungen reduziert Abhängigkeiten und ermöglicht eine schnellere Reaktion auf Unterbrechungen. 
  • Kartieren und überwachen Sie Ihre Lieferkette, um Schwachstellen zu erkennen und gezielt Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. 
  • Nutzen Sie Event Monitoring-Tools, um Benachrichtigungen zu erhalten und potenzielle Störungen frühzeitig zu erkennen.  
  • Entwickeln Sie eine Compliance-Projektmanagement-Strategie, um Produkt- und Handelsvorschriften konsequent einzuhalten.    

Die Digitalisierung Ihrer Lieferkette sowie der Einsatz von Tools, die eine durchgängige Verbindung ermöglichen, helfen Ihnen, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und eine robuste, nachhaltige Lieferkette aufzubauen.  Informationen aus einem Abschnitt der Lieferkette können andere Bereiche unmittelbar beeinflussen. Die Digitalisierung Ihrer Lieferkette schafft Transparenz über alle Stufen hinweg und ermöglicht mit Echtzeitdaten zu Risiken und Ineffizienzen durchgängige Transparenz, wodurch Ihre Geschäftsprozesse optimiert werden.  

Viele Tools in der Branche unterstützen das Lieferkettenrisikomanagement, aber die Herausforderung für Hersteller liegt darin, die enorme Datenmenge zu filtern und die für ihren Betrieb relevanten Informationen zu identifizieren. Hinzu kommt die Aufgabe, interne und externe Daten in einer einzigen, nutzbaren Plattform zusammenzuführen, sodass verschiedene Teams kollaborieren und gezielt auf die benötigten Informationen zugreifen können.  

Mehr erfahren über die Lieferkettenrisikomanagement-Plattform und Tools von Z2Data und wie Z2Data Sie unterstützen kann.