Kupferengpässe & Preiserhöhungen im Jahr 2023

Perus Kupferproduktion ist aufgrund von Störungen gefährdet. Die weltweite Kupfernachfrage steigt; das Angebot hält nicht Schritt. Erfahren Sie mehr über die Auswirkungen auf die Technologiebranche und elektronische Bauelemente.

Kupferengpässe & Preiserhöhungen im Jahr 2023

Peru ist der weltweit zweitgrößte Kupferlieferant. Die regionalen Unruhen gefährden etwa 30 Prozent der gesamten Kupferproduktion des Landes – und das in einem ohnehin angespannten globalen Kupfermarkt. 

Die Auslieferungen aus vier Minen, die etwa die Hälfte der peruanischen Kupferproduktion abdecken – MMGs Las Bambas, Freeport McMoRans Cerro Verde, Glencores Antapaccay und Hudbay Minerals’ Constancia – sind aufgrund der Unruhen beeinträchtigt.

Da die weltweiten Kupfervorräte ein historisches Tief erreicht haben, steigen die Preise angesichts der wachsenden Nachfrage weiter. Laut einer aktuellen Goldman Sachs Rohstoffprognose ist dieser Wandel auf verschiedene Betriebsstörungen in Minen und sinkende Investitionen in den Kupferabbau zurückzuführen. 

Hintergrund

Die Kupfernachfrage geriet im vergangenen Jahr unter Druck, da Minen aufgrund politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten sowie Corona-Lockdowns die Produktion drosselten. Aktuell ist Chile der weltweit größte Kupferproduzent, allerdings hat die chilenische Produktion im Vergleich zum Vorjahr nachgelassen. 

Der Bedarf an Kupfer steigt aber weiter – unter anderem wegen der wachsenden Nachfrage nach grüner Energietechnologie und Halbleitern. Leider können die derzeitigen Minenkapazitäten nicht Schritt halten. Laut der International Copper Study Group (ICSG) wurden zwischen 2017 und 2021 weltweit nur zwei größere Kupferminen in Betrieb genommen. Neue Minen benötigen hohe Investitionen und viele Jahre Bauzeit, bevor sie produktiv sind. 

Momentan fahren zwei neue Greenfield-Kupferprojekte ihre Produktion hoch: Ivanhoe Mines’ Kamoa Kakula in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Anglo Americans Quellaveco-Mine in Peru. Dennoch reicht deren Output nicht aus, da viele bestehende Minen weltweit operative Probleme haben.

Weitere neue Projekte sind in Planung, darunter Glencores El Pachon-Mine in Argentinien. Das Udokan Copper-Projekt in Russland soll dieses Jahr die Produktion aufnehmen.

Auswirkungen auf die Technologiebranche

Technologie und Halbleiterindustrie sind hochgradig abhängig von Kupfer, und das derzeitige Kupferdefizit bereitet zunehmend Sorge. 

Kupfer wird in praktisch allen Anwendungen eingesetzt: von Silizium-ICs (integrierten Schaltkreisen), Leiterplatten (PCBs) und CCLs bis zu Anschlusskabeln, Steckverbindern und elektrischer Verdrahtung zur Kühlung von Computerkomponenten. 

Substrate, die Anwenderbefehle an die Chips eines Computers übertragen und Ergebnisse zurückleiten, bestehen aus Kupfer – und führende Halbleiterhersteller wie Intel, AMD und Nvidia betonten jüngst die zentrale Rolle von Substraten in der Chipfertigung. Es versteht sich von selbst, dass Kupferengpässe die Versorgung mit elektronischen Bauteilen beeinträchtigen können. 

Im vergangenen Jahr haben Vishay, Walsin und TDK PCNs (Produktänderungsmitteilungen) und EOLs (Produktlebensende) herausgegeben, da sie Kupfer in ihren Kondensatoren nicht mehr einsetzen. 

Kupfer spielt auch eine Schlüsselrolle bei grünen Energielösungen wie Solarmodulen und Batterien für Elektrofahrzeuge. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass die Kupfernachfrage bis 2040 um 45 % steigen wird, getrieben durch den grünen Energiesektor.  

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