Der Section 232-Halbleiterzoll, erklärt

Präsident Trump hat kürzlich einen neuen Section 232-Zoll auf ausländische Halbleiter angekündigt. Worauf genau gilt dieser neue Zoll und welche Ausnahmen gibt es?

Der Section 232-Halbleiterzoll, erklärt

Am 15. Januar 2026 hat der US-Präsident Donald Trump die Proklamation 11002 mit dem Titel „Anpassung der Einfuhr von Halbleitern, Halbleiterfertigungsanlagen und deren abgeleiteten Produkten in die Vereinigten Staaten“ erlassen. Die Proklamation führt einen neuen Zoll auf Basis von Section 232 ein, der dem Präsidenten umfassende Befugnisse zur Verhängung von Handelszöllen einräumt. Während die genauen Details je Produkt variieren, wurde für High-End-Halbleiter, die unter diese neue Zollregelung fallen, ein neuer ad-valorem-Zollsatz von 25 % eingeführt.  

Für welche Halbleiterprodukte gilt diese Ankündigung?  

Obwohl zahlreiche Zollausnahmen bestehen, sind die vollständigen Spezifikationen der von der neuen Zollerhebung betroffenen Produkte in der Ankündigung im Federal Register einsehbar. Im Allgemeinen gelten nur die hochwertigsten Halbleiter und zugehörige Baugruppen als betroffen, darunter Produkte wie Nvidias H200-Serie und der AMD Instinct MI325X – beide namentlich im Anhang der Ankündigung aufgeführt. Weitere Produktserien wie Nvidia Blackwell (B200/B100) und Intel Gaudi 3 können in bestimmten Konfigurationen künftig ebenfalls vom neuen Halbleiterzoll betroffen sein.  

Was sind die wichtigsten Ausnahmen vom neuen Zoll?  

Nach den im Federal Register veröffentlichten Richtlinien sind Halbleiter, die in die USA aus folgenden Gründen importiert werden, von Zöllen ausgenommen: 

  • Produkte zur Verwendung in Rechenzentren (definiert als Einrichtungen mit einem Stromverbrauch von mindestens 100 MW) 
  • Produkte für Forschung und Entwicklung in den USA
  • Produkte zur Nutzung durch Start-ups 
  • Produkte für Verbraucher-Anwendungen außerhalb von Rechenzentren in den USA 
  • Produkte für zivilindustrielle Anwendungen außerhalb von Rechenzentren in den USA
  • Produkte, die die US-Technologie-Lieferkette oder die inländische Fertigungskapazität für Halbleiterderivate stärken.  
  • Weitere Ausnahmen können künftig ergänzt werden.  

Wie sollten Unternehmen mit freigestellten Anwendungsfällen reagieren? 

Unternehmen, die Halbleiter mit branchenführender Performance beschaffen – oft erkennbar an der Verwendung für KI-Anwendungen – sollten die Leistungsdaten der gekauften Produkte prüfen, um festzustellen, ob diese unter die neue Zollregelung fallen. Hersteller und Distributoren von Halbleiterprodukten können zudem ihre Kunden beraten, ob deren Produkte unter den neuen Section-232-Zoll fallen. Organisationen sollten auch die jeweiligen Anwendungsfälle ihrer Produkte genau dokumentieren, um zu überprüfen, ob diese tatsächlich zu den freigestellten Verwendungen zählen. Viele Unternehmen, die diese neu zollpflichtigen Halbleiterprodukte im großen Maßstab einsetzen, sind derzeit von der Zahlung des neuen Zolls befreit. 

Abschließend sollten Unternehmen, die diese neu tarifierten Produkte nicht direkt importieren, sicherstellen, dass ihre Distributoren den korrekten Endverwendungszweck angeben – insbesondere, wenn dieser Zweck unter eine der oben genannten Ausnahmen fällt.