Kälteeinbruch in Texas führt zu Stilllegung der Samsung-Fab und steigenden Bauteilpreisen

Bereits die dritte Woche in Folge bleibt Samsungs S2-Fab geschlossen. Dort werden essenzielle Komponenten sowohl für die eigenen SSDs als auch für Tesla, Qualcomm und weitere Kunden gefertigt. Durch die Produktionsunterbrechung werden die Chippreise weiter steigen.

Kälteeinbruch in Texas führt zu Stilllegung der Samsung-Fab und steigenden Bauteilpreisen

Spotlight:

  • Preiserhöhungen bei mehreren kritischen Bauteilen
  • Anhaltende Störungen bei SSDs
  • Die kritischen Rohstoffe der Samsung-S2-Fab
  • Wann nimmt Samsungs Fab die Produktion wieder auf?

Die Samsung-Foundry in Austin bleibt nun bereits die dritte Woche in Folge geschlossen, da das Werk nach dem „Snowmageddon“ in Texas weiterhin Schwierigkeiten bei der Wiederaufnahme hat. Strom, Wasser und Gas sind zwar verfügbar, jedoch benötigt die Fab zusätzliche Zeit, um die Anlagen hochzufahren und die Produktionseinrichtungen zu reinigen.

Die Fab wurde ursprünglich auf Anordnung des Austin Energy-Stromnetzes abgeschaltet, um Energie für die Haushalte der Bevölkerung zu sparen. Das Herunterfahren einer Fab erfolgt relativ unkompliziert. Das Wiederanlaufen einer Fab stellt sich jedoch als deutlich schwieriger heraus – die Folgen werden nun sichtbar.

NAND-Preiserhöhung

Vor dem ersten Quartal dieses Jahres prognostizierte TrendForce zunächst, dass die Preise für NAND-Flash-Speicher aufgrund eines Überangebots um bis zu 10 % sinken würden. Snowmageddon drehte diese Prognose jedoch rasch um.

Während Samsungs S2-Fab weiterhin am Neustart arbeitet, wird ein Anstieg der NAND-Preise erwartet. TrendForce zufolge werden die Preise für NAND-Flash im zweiten Quartal 2021 insgesamt um bis zu 8 % steigen.

Impact of Samsung fab shutdown

Die Nachfrage nach PC-Notebooks bleibt weiterhin sehr hoch, da große Teile der Beschäftigten und Studierenden noch immer remote arbeiten. Durch den Produktionsstopp bei NAND-Bauteil-Fabs in Texas hat TrendForce daher seine Preisprognosen für das zweite Quartal angepasst.

SSDs: Störung und Preisanstieg

Aufgrund der Produktionsunterbrechung wird auch für SSDs ein Preisanstieg infolge von Unterversorgung prognostiziert. Zwar fertigt die Samsung-Foundry selbst keine NAND-Flash-Speicher, sondern übernimmt die Auftragsfertigung nach Kundendesigns, jedoch entfallen 10 % des Produktionsvolumens der Foundry in Austin auf einen Controller, der in den SSDs von Samsung eingesetzt wird.

Laut TrendForce wirkt sich die Schließung direkt auf die 128-Layer-NAND-basierten Flash-Produkte von Samsung aus. Durch fehlende Controller rechnen SSD-Hersteller mit längeren Lieferzeiten für SSD-Bestellungen. Zudem erwartet TrendForce, dass die SSD-Preise infolge der Schließung um bis zu 5 % steigen werden.

Was produziert die Samsung-Foundry in Austin sonst noch?

Die Halbleiter-S2-Fab von Samsung in Austin nutzt 14LPP- und 11LPP-Technologien zur Herstellung moderner Chips auf einer Fertigungslinie. Auf weiteren Linien werden bewährte Chips mit Strukturbreiten zwischen 28 nm und 65 nm produziert.

Auto chips for tesla

Neben den von Samsung gebrandeten SSD-Controllern auf Basis von 14 bis 40 nm-Strukturen übernimmt die Fab auch eine zentrale Rolle bei der Produktion von Automotive-Chips für Tesla und Renesas. Auf dem S2-Fab-Gelände werden außerdem Telekommunikationschips für Qualcomm gefertigt.

Wann öffnet Samsungs S2-Fab wieder?

Bisher gibt es kein konkretes Datum für die Wiedereröffnung der Fab, jedoch erwartet Samsung, dass die SSD-Produktion im Mai wieder anlaufen wird.

Jeder Neustart einer Fab bringt unerwartete Schwierigkeiten mit sich: Schon kleinste Mengen Wasser, die in eine der Anlagen gelangen, können den Prozess erneut vollständig lahmlegen. Die Fab-Produktionsmittel sind äußerst empfindlich und nach einer Phase der Stilllegung schwer wiederherzustellen.

Solange der Neustart nicht erfolgt ist, orientieren sich Qualcomm, Tesla und Samsung LSI an anderen Herstellern, um die ursprünglich in der S2-Fab produzierten Bauteile zu beziehen. Die Suche nach Alternativbauteilen gestaltet sich jedoch schwierig, da viele Hersteller kein Interesse an kurzfristigen Geschäften während der Schließung der Austin-Fab haben. Die Preise sind bereits bei anderen Fabs hoch, und das SSD-Angebot wird zusätzlich durch Verpackungsprobleme in Taiwan beeinträchtigt.

Besonders Automobilhersteller sind am stärksten betroffen und müssen weiterhin nach spezialisierten Chips für ihre Fahrzeuge suchen.