Die European Chemicals Agency (ECHA) hat eine neue Substanz in die REACH-Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC, Substances of Very High Concern) aufgenommen und erhöht damit die Gesamtzahl der Stoffe von 241 auf 242.
Neues REACH SVHC-Update signalisiert Abweichung vom gewohnten Ablauf
Aktualisierungen der REACH SVHC-Liste erfolgen in der Regel zweimal jährlich im Halbjahresrhythmus. Im Jahr 2024 hat die ECHA im Januar fünf neue Stoffe und im Juni einen weiteren hinzugefügt. Mit diesem dritten Update wurden in diesem Jahr insgesamt sieben neue Substanzen der SVHC-Liste hinzugefügt.
:quality(85))
Wenn die ECHA eine Substanz überprüft, wird sie entweder der SVHC-Liste hinzugefügt oder – falls das Risiko als nicht beherrschbar eingestuft wird – auf die Beschränkungsliste gesetzt. Die vollständige SVHC-Liste finden Sie auf der ECHA-Website hier.
Die neue Substanz auf der REACH SVHC-Liste: Triphenylphosphat (TPhP)
Triphenylphosphat (TPhP) ist die neue Substanz, die der REACH SVHC-Liste hinzugefügt wurde. Im Juni 2024 hat die ECHA die Aufnahme von Triphenylphosphat in die SVHC-Liste zunächst aufgeschoben, da neue Beweise eingereicht wurden, die eine weitergehende Bewertung erforderten.
Wie üblich enthält der neue Eintrag der Kandidatenliste den Grund der Aufnahme sowie übliche Verwendungen:
Hersteller und Importeure müssen SVHC-Gehalte oberhalb des Grenzwerts von 0,1 % (w/w) in allen Erzeugnissen deklarieren, einschließlich SCIP-Meldungen.
:quality(85))
In welchen Komponenten ist Triphenylphosphat (TPhP) enthalten?
Die Analyse von Z2Data ergab, dass in der eigenen Bauteildatenbank mit vollständigen Materialdeklarationen lediglich 1.000 Bauteile den neuen besonders besorgniserregenden Stoff enthalten. Bei der Mehrheit der betroffenen Bauteile handelt es sich um:
• Kabel und Kabelkonfektionen
• Gehäuse von Steckverbindern
• Potentiometer
In welchen Produkten wird Triphenylphosphat (TPhP) eingesetzt?
Diese Substanz wird vorwiegend als Flammschutzmittel und Weichmacher in Polymerformulierungen, Klebstoffen und Dichtmassen verwendet. Laut dem ECHA-Dossier zur SVHC-Anmeldung findet TPhP ebenfalls Anwendung bei der Herstellung von Kunststoffen und Kautschukzubereitungen für Beschichtungen sowie in Klebeprodukten. Darüber hinaus kann die Chemikalie als Verunreinigung in anderen organophosphorhaltigen Flammschutzmitteln vorkommen.
Hersteller sollten mit einem weiteren Update der REACH SVHC-Liste im Januar 2025 rechnen
Auch wenn die ECHA in diesem Sonderfall vom üblichen Aktualisierungszyklus abgewichen ist, plant sie für das nächste Jahr die Rückkehr zur halbjährlichen Aktualisierung, wobei im Januar 2025 die Aufnahme von voraussichtlich sechs neuen Stoffen vorgesehen ist. Es ist entscheidend, Ihre Lieferkette über diese kurzfristige regulatorische Entwicklung zu informieren, da das Update viele überraschen könnte.
Möchten Sie wissen, wo Ihre Produkte betroffen sind?
Sie möchten wissen, ob Ihre Produkte Triphenylphosphat (TPhP) oder eine der 241 Substanzen der REACH SVHC-Liste enthalten? Die Z2Data-Plattform bietet Ihnen volle Transparenz zum Compliance-Status für all Ihre Produkte. Unser Tool analysiert Ihre BOM (Stückliste) und erkennt konforme sowie nicht-konforme Bauteile, wodurch Sie problematische Bereiche gezielt und priorisiert angehen können.
Mit Zugriff auf Milliarden von Datenquellen einschließlich vollständiger Materialdeklarationen ermöglicht Ihnen die Z2Data-Plattform, Bauteile mit regulatorischer Konformität oder Handlungsbedarf rasch zu identifizieren, sodass Sie sich auf die Lösung Ihrer Compliance-Herausforderungen konzentrieren können. Unsere Datenbank mit mehr als einer Milliarde Komponenten erleichtert den Zugang zu zentralen Informationen und reduziert den Aufwand für umfassende Datensammlungen.
Nutzen Sie Z2Data, um Compliance mit einer Reihe wichtiger Vorschriften zu erreichen, unter anderem:
- REACH
- RoHS
- PFAS-Verordnungen
- Konfliktmineralien
- California Prop 65
Für einen individuellen Bericht zu Ihren Compliance-Risiken Kontakt aufnehmen mit einem Produkt-Experten von Z2Data.
Was ist REACH?
Die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien (REACH, Regulation (EC) 1907/2006) ist eine Sicherheitsverordnung der Europäischen Union (EU), die eingesetzt wurde, um den Einsatz bestimmter giftiger chemischer Stoffe in innerhalb der EU hergestellten, verkauften und importierten Produkten zu verhindern.
Empfohlene Lektüre: Was ist REACH? Für wen gilt es?
Warum wurde REACH eingeführt?
REACH wurde eingeführt, um durch eine bessere und frühzeitige Erkennung schädlicher chemischer Stoffe den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt zu verbessern. Die unter REACH eingeschränkten Substanzen sind nachweislich mit zahlreichen gesundheitlichen Risiken verbunden, darunter:
- Bluthochdruck
- Nierenschäden
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Beeinträchtigung der Fortpflanzung
- Krebs
Auch auf die Umwelt haben diese Stoffe erhebliche Auswirkungen, wie beispielsweise Toxizität für Wasserorganismen, Rückgang der biologischen Vielfalt, vermindertes Wachstum bei Pflanzen und Tieren sowie gesundheitliche Risiken für Wirbeltiere.