PFAS-Verbotsvorschlag löst über 5.600 öffentliche Stellungnahmen aus

Mehr als 5.600 Personen haben der ECHA im Rahmen der vorgeschlagenen PFAS-Verbots der Europäischen Union Stellungnahmen übermittelt. Viele Unternehmen äußerten Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen eines vollständigen PFAS-Verbots (etwa 10.000+ Substanzen) auf die Elektronikfertigung, insbesondere im Bereich der Halbleiterherstellung. In den Stellungnahmen wurde eine Ausnahmeregelung für zahlreiche Chemikalien, darunter PTFE, PFOA und PFOS, gefordert.

PFAS-Verbotsvorschlag löst über 5.600 öffentliche Stellungnahmen aus

Seit unserem letzten Beitrag ist das Zeitfenster für öffentliche Stellungnahmen zum vorgeschlagenen PFAS-Verbot in der Europäischen Union geschlossen. Die Frist endete Ende September, wobei über 5.600 Kommentare bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) eingereicht wurden. 

Mehr als 4.400 Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen reichten Stellungnahmen zu dem Vorschlag ein, der Anfang dieses Jahres von fünf nationalen Behörden aus Deutschland, Schweden, Dänemark, Norwegen und den Niederlanden eingebracht wurde. 

Hintergrund zum vorgeschlagenen PFAS-Verbot in der EU

Der Vorschlag folgte auf eine umfassende dreijährige Untersuchung durch Behörden der oben genannten Länder, die gesundheitliche Risiken für Menschen und Umwelt durch PFAS bestätigte. Vorgeschlagen wurden zwei Arten von Beschränkungen: 

  1. Ein vollständiges Verbot mit einer 18-monatigen Übergangsfrist für Unternehmen 
  2. Ein Verbot mit verwendungsspezifischen, zeitlich begrenzten Ausnahmen

Wer hat Stellungnahmen zum PFAS-Vorschlag eingereicht?

Die meisten Kommentare kamen aus Schweden, Deutschland, Japan und Belgien. Unternehmen stellten den größten Anteil der eingereichten Stellungnahmen (58 %), Einzelpersonen machten etwa die Hälfte davon aus (27 %). 

PFAS commentary by country
Vorgeschlagenes PFAS-Verbot: Stellungnahmen nach Art des Einreichers
Quelle: ECHA (European Chemicals Agency)
Vorgeschlagenes PFAS-Verbot: Aufschlüsselung der Kategorie „Sonstige“ bei den Stellungnahmen
Quelle: ECHA (European Chemicals Agency)

Basierend auf unserer ersten Durchsicht der Kommentare wurden Fluorpolymere wie PTFE häufig erwähnt, insbesondere in Bezug auf die Fertigung. Ein Kommentar von Dennis Olschowka, Technischer Vertrieb bei ESZ Wilfried Becker GmbH, einem deutschen Unternehmen, lautete: „Fluorkunststoffe wie PTFE, FEP, PFA und die weiteren 35 Stoffe dieser Gruppe sind aufgrund ihrer Eigenschaften leider unentbehrlich und unersetzbar.“

Was ist der nächste Schritt für den PFAS-Vorschlag?

Die ECHA-Ausschüsse für Risikobewertung (RAC) und sozioökonomische Analyse (SEAC) werden nun die eingegangenen Stellungnahmen bewerten, anschließend übermittelt die ECHA ihre endgültigen Stellungnahmen an die Europäische Kommission, „so schnell wie möglich, bei gleichzeitig sorgfältiger Prüfung durch die wissenschaftlichen Komitees“.

Was bedeutet das für Elektronikhersteller?

Wenn Sie ermitteln möchten, wo PFAS in Ihrer Elektronik-Lieferkette vorkommen könnten, finden Sie hier eine wertvolle Ressource: Wo befinden sich PFAS in Ihrer Elektronik-Lieferkette?

PFAS werden auf vielfältige Weise eingesetzt, finden sich aber besonders häufig in vier Hauptformen: 

Perfluoroktansäure (PFOA)‍

  • Elektronische Bauteile wie Kabel und Computerkomponenten

Perfluoroktansulfonsäure (PFOS)

  • Elektronische Bauteile wie Kabel und Computerkomponenten

Polytetrafluorethylen (PTFE)

  • Elektrische Isolierung
  • Medizinprodukte
  • Luft- und Raumfahrt
  • Dichtungen und Dichtungsringe
  • Textilbeschichtungen

Perfluorbutansulfonsäure (PFBS)

  • Tensid
  • Emulgator
  • Luft- und Raumfahrt

PFAS werden in der Fertigung häufig wegen ihrer einzigartigen chemischen Eigenschaften eingesetzt, da sie äußerst stabil sowie beständig gegenüber Hitze, Wasser und Zersetzung sind. 

Laut Untersuchungen von Z2Data finden sich PFAS besonders oft in Bauteilen wie Tantal-Kondensatoren, gefolgt von Flash-Speichern und Trimm-Potentiometern.

Unternehmen, die das mögliche Risiko erfassen möchten, müssen herausfinden, wo PFAS in ihren Produkten sowie in welchen Fertigungsschritten sie eingesetzt werden. Häufig ist ein vollständiger Materialnachweis sowie eine Rücksprache mit den Lieferanten ein sinnvoller Start. Zudem können Unternehmen Tools wie Z2Data nutzen, um ihren PFAS-Einsatz schnell und über das gesamte BOM hinweg zu analysieren.

Möchten Sie mehr über PFAS-Regulierungen und deren Risiken für Ihr Unternehmen erfahren?

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