Viele Unternehmen sind mit dem Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) und seiner Bedeutung für die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen zur Beschaffung von Zinn, Wolfram, Tantal und Gold (3TG) vertraut. Dieses standardisierte Tool, entwickelt von der Responsible Minerals Initiative (RMI), unterstützt Unternehmen bei der Erfassung und Offenlegung von Informationen zur Lieferkette bezüglich der Beschaffung dieser Mineralien. Das CMRT erleichtert Sorgfaltspflichten (Due Diligence), indem es die Einhaltung von Vorschriften wie dem US-amerikanischen Dodd-Frank-Act vorschreibt, der börsennotierte Unternehmen zur Berichterstattung über Konfliktmineralien verpflichtet, sowie der EU-Konfliktmineralienverordnung. Mit der Entwicklung des CMRT hat die RMI den Erfassungsprozess optimiert und bietet ein einheitliches Umfrageformat, das die Berichterstattung branchenübergreifend vereinfacht.
Aufbauend auf dem CMRT hat die RMI zudem das Extended Minerals Reporting Template (EMRT) eingeführt. Dieses Tool umfasst zusätzlich Kobalt und Glimmer – zwei Mineralien, die ebenfalls mit ethischen und ökologischen Herausforderungen in Verbindung stehen. Kürzlich kündigte die RMI an, dass im April 2025 das EMRT 2.0 veröffentlicht wird, erweitert um vier neue Mineralien: Kupfer, Graphit, Lithium und Nickel. EMRT 2.0 wird zudem ein optionales Tab für standortbezogene Angaben zu Minen enthalten, als Reaktion auf die Änderungen der EU-Batterieverordnung, die Unternehmen nun zur Sorgfaltspflicht bei der Beschaffung dieser Batteriemineralien verpflichtet.
Einige Unternehmen müssen über den Umfang von CMRT und EMRT hinausgehen, sei es, um proaktiv alle potenziellen Konflikte anzugehen oder um spezifische Anforderungen zu erfüllen. Dafür hat die RMI 2022 das Pilot Reporting Template (PRT) eingeführt. Diese anpassbare, leere Version des CMRT ermöglicht es Unternehmen, die Berichtsbereiche für beliebige relevante Mineralien selbst festzulegen und so die Zusammenarbeit mit Lieferanten sowie die Transparenz durch ein vertrautes, flexibles Format zu verbessern.
Nach dem Erfolg der Pilotvorlage wurde das PRT von der RMI offiziell übernommen und in Additional Minerals Reporting Template (AMRT) umbenannt. Seit dem 4. Oktober 2024 ist das AMRT als etabliertes Tool verfügbar und enthält nun auch eine deutsche Sprachunterstützung, was die Zugänglichkeit weiter erhöht.
Angesichts der ethischen, ökologischen und regulatorischen Auswirkungen von Abbau- und Beschaffungspraktiken ist die Berichterstattung über den Mineraleinsatz von entscheidender Bedeutung. Mineralien sind die Basis zahlreicher Branchen – von der Elektronik und Automobilindustrie über Luft- und Raumfahrt, Gesundheitswesen bis hin zu Energiewirtschaft. Ihr Abbau ist jedoch häufig mit erheblichen Herausforderungen verbunden. In vielen Regionen werden Bergbauaktivitäten mit Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit, Zwangsarbeit und gefährlichen Arbeitsbedingungen in Zusammenhang gebracht. Durch die verpflichtende Transparenz beim Mineralien-Reporting können Unternehmen aktiv Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass sie solche unethischen Praktiken nicht unbeabsichtigt unterstützen.
Neben der Einhaltung von regulatorischen Vorgaben stärken Unternehmen, die auf verantwortungsvolle Mineralienbeschaffung setzen, ihre Markenreputation, schaffen Vertrauen bei Kunden und gewinnen sozial verantwortungsbewusste Investoren. Mit der wachsenden Nachfrage nach Transparenz und Corporate Social Responsibility (CSR) hilft das Mineralien-Reporting, das Engagement für ethisches Wirtschaften nachzuweisen. Indem Unternehmen ihre Lieferanten zu höheren Standards verpflichten und regelmäßig die eigenen Beschaffungsrichtlinien überprüfen, tragen sie letztlich zu einer nachhaltigeren und sozial verantwortlichen globalen Wirtschaft bei.