Der Planet erwärmt sich. Internationale Klimatologen sind sich weitgehend einig, dass die globalen Temperaturen heute deutlich höher liegen als in vorindustriellen Zeiten. Doch dies ist kein Artikel darüber, ob der Mensch Hauptverursacher des Klimawandels ist. Zahlreiche Studien haben dieses Thema bereits ausführlich behandelt.
Hier geht es darum, wie ein wärmeres Klima zu stärkeren Niederschlagsextremen führt und wie größere Niederschlagsextreme potenziell ein erhöhtes Risiko für schwere Überschwemmungen mit sich bringen.
Führen stärkere Niederschlagsextreme tatsächlich zu einem höheren Risiko für schwere Überschwemmungen?
Aktuelle Forschung von Brunner, Swain und Wood et al. widmet sich genau dieser Frage, da es bislang nur wenig direkte Hinweise darauf gibt, dass verstärkte Niederschlagsextreme auch tatsächlich zu erhöhten Überschwemmungsrisiken führen. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass – auch wenn historische Daten die Verbindung zwischen Niederschlagsextremen und Überschwemmungen schwer quantifizierbar machen – ihr Schwellenwertmodell zeigt, dass steigende Extreme im Niederschlagsverhalten künftig zu größeren und heftigeren Überschwemmungen führen könnten.
Die Forschung von Brunner et al. wird zusätzlich durch Davenport, Burke und Diffenbaugh gestützt, die in einem Bericht darlegen, dass mehr als ein Drittel (36 %) der Kosten für Überschwemmungsschäden von 1988 bis 2017 auf einen historischen Anstieg von Niederschlagsextremen zurückzuführen ist.
Länder/Regionen mit erhöhtem Überschwemmungsrisiko
Überschwemmungen gehören zu den kostspieligsten Naturgefahren und verursachen jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Ein im August 2021 veröffentlichter Bericht nutzte Satellitenbilder, um zu zeigen, dass ein immer größerer Teil der Weltbevölkerung Überschwemmungsereignissen ausgesetzt ist – oder in Zukunft sein wird. Die Studie schätzte das Überschwemmungsrisiko für Bevölkerungsgruppen in den Jahren 2000 bis 2030.
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In der oben stehenden Abbildung haben die Autoren untersucht, welche Bevölkerungen in der Vergangenheit (2000–2015) einem erhöhten oder reduzierten Überschwemmungsrisiko ausgesetzt waren und wie sich dieses für die Zukunft (2010–2030) entwickelt. Das Ergebnis: In den meisten Regionen der Erde ist mit einer Zunahme des Überschwemmungsrisikos zu rechnen.
Welche Rolle spielt die Elektronikfertigung?
Wie in Abbildung 2 zu sehen, hatten die USA, Kanada, China und Teile Europas zwischen 2000 und 2015 noch eine rückläufige Überschwemmungsgefährdung, doch von 2010 bis 2030 ist dort mit einem Anstieg zu rechnen. Da große Überschwemmungen einen wesentlichen Anteil der jährlichen Schäden verursachen, drohen Elektronikherstellern und Zulieferern in diesen Regionen erhebliche Störungen durch zunehmende Überschwemmungsereignisse.
Das einzige Problem?
Seit den verheerenden Überschwemmungen in Thailand 2011 wird das Thema Überschwemmungen und Elektronik kaum noch diskutiert – obwohl derzeit extreme Flutereignisse in Thailand, Nepal, Sri Lanka und China aktuell stattfinden.
Mit einer schnellen Recherche lassen sich die überschwemmungsgefährdetsten Regionen in fast jedem Land identifizieren. Da die USA und China Zentren der Halbleiter- und High-End-Chipfertigung sind, richten wir den Fokus auf diese beiden Länder.
Auf US-Bundesstaatenebene sind besonders folgende Staaten von extremen Überschwemmungen betroffen:
- North Dakota
- South Dakota
- Nebraska
- Kansas
- Oklahoma
- und Texas
Laut Daten aus Z2Data's Supply Chain Watch-Plattform erzielen Elektronikhersteller und -zulieferer in diesen sechs Bundesstaaten zusammen einen Umsatz von 20,6 Milliarden US-Dollar. Schwere Überschwemmungen an Standorten dieser Lieferanten könnten zu massiven Störungen sowohl lokaler als auch globaler Elektroniklieferketten führen.
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In China sind insbesondere Ost-Sichuan, Chongqing sowie die mittleren und unteren Regionen des Jangtse und der Raum Peking-Tianjin von extremen Überschwemmungen bedroht. Nach unseren Daten ist das Risiko für Disruptionen entlang des Jangtse für Elektroniklieferanten und -hersteller extrem hoch. Unternehmen dieser Risikoregionen erwirtschaften zusammengerechnet Umsätze in dreistelliger Milliardenhöhe.
Ein Praxisbeispiel: Apple Inc. hat neun Zulieferer in Chongqing, dreizehn in Sichuan, drei in Peking, vier in Tianjin und 79 in Jiangsu nahe des Jangtse.
Es lohnt sich also, die Wettervorhersagen im Blick zu behalten.