Bidens Executive Order ist keine schnelle Lösung für Elektronik-Lieferketten

Die für Mittwoch erwartete Executive Order soll die amerikanische Fertigung stärken, wird jedoch nicht als schnelle Lösung für Lieferengpässe im Elektronikbereich angesehen.

Bidens Executive Order ist keine schnelle Lösung für Elektronik-Lieferketten

Im Fokus:

  • Executive Order ist keine „Schnelllösung“ für aktuelle Elektronik-Lieferengpässe
  • Ziel ist die Stärkung der US-Lieferketten für die Zukunft
  • Unternehmen können Lieferengpässe durch proaktive Maßnahmen steuern

Präsident Biden wird voraussichtlich heute eine Executive Order unterzeichnen, um die amerikanische Fertigung in den Branchen Automobil, Elektronik, Pharma und Energie zu stärken.

Die Order ist eine Reaktion auf den aktuellen Halbleiter-Lieferengpass, der Automobilhersteller in den USA und weltweit betrifft.

US-Behörden betonen jedoch, dass die Order keine „Schnelllösung“ darstellt. Ihr Ziel ist es, US-Unternehmen durch den Ausbau der Fertigung und Versorgung im eigenen Land gegen zukünftige Engpässe abzusichern.

Sechs Sektoren sollen im Rahmen der Order einer einjährigen Überprüfung unterzogen werden. Parallel dazu werden vier Produktkategorien über 100 Tage überprüft. Die vier Produktkategorien sind:

  1. Computerchips
  2. Hochkapazitätsbatterien
  3. Pharmazeutika und deren Wirkstoffe
  4. Kritische und strategische Mineralien—wie zum Beispiel Seltene Erden

Die durchgeführten Überprüfungen sollen den Aktionsplan zur Stärkung der Lieferketten in den USA bestimmen. Falls beispielsweise eine Überprüfung der Lieferkette für Computerchips ein hohes Risiko für US-Unternehmen feststellt, werden die Behörden diese auffordern, die Lieferketten aus China zurück in die USA oder in verbündete Nationen zu verlagern.

Ein ranghoher Beamter stellte klar, dass der Aufbau resilienter Lieferketten nicht bedeutet, die gesamte Produktion in die USA zu verlegen. Eine ausnahmslose Produktionsverlagerung in die USA würde das Risiko bergen, Verbündete wie Kanada und die Europäische Union zu verärgern—was Biden bereits zuvor durch eine Order zur Begrenzung ausländischer Leistungen für die US-Regierung getan hatte.

Die heutige Executive Order richtet sich nicht gezielt gegen bestimmte Länder, doch allgemein wird angenommen, dass sie ein weiterer Schritt im Wettbewerb mit der wachsenden Wirtschaftsmacht China ist.

China dominiert derzeit in mehreren Märkten die globale Lieferkette:

  1. Seltene Erden
  2. Medizinische Materialien
  3. Halbleiter

Zusätzlich hat China in die Fertigung neuer Technologien wie Elektrofahrzeuge und fortschrittliche Telekommunikationsausrüstung investiert. US-Behörden befürchten zunehmend, dass Peking US-Exporte jederzeit unterbinden könnte.

Als Reaktion darauf werden US-Gesetzgeber neue Gesetzespakete auf den Weg bringen, um laut Senatsführer Chuck Schumer „China zu übertreffen und neue amerikanische Arbeitsplätze zu schaffen“.

Neben dem Ausbau der Kapazitäten für die Halbleiterfertigung würde neue Gesetzgebung auch die Produktion in folgenden Bereichen stärken:

  1. 5G
  2. Künstliche Intelligenz
  3. Biomedizinische Forschung
  4. Quantencomputing
  5. Speichertechnologien

Obwohl die Executive Order ein positiver Schritt in Richtung einer stabileren Elektronik-Lieferkette in den USA ist, bleibt es für Elektronikunternehmen essenziell, weiterhin in proaktive Strategien zur Resilienz der Lieferkette zu investieren.