Artikel-Highlights:
- Im Mittelpunkt des globalen Wandels hin zu mehr Transparenz in der Mineralienbeschaffung stehen standardisierte Berichtsformate; die am weitesten verbreiteten sind CMRT, EMRT und AMRT.
- Das CMRT wurde erstmals 2013 veröffentlicht und entwickelt, um Unternehmen bei der Einhaltung des U.S. Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act, Section 1502, zu unterstützen. Dieses Gesetz verpflichtet börsennotierte Unternehmen, offenzulegen, ob ihre Produkte bestimmte Mineralien enthalten, die aus Konflikt- und Hochrisikogebieten (Conflict-Affected and High-Risk Areas, CAHRAs) stammen, insbesondere aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und den angrenzenden Staaten.
- Das 2021 eingeführte Extended Minerals Reporting Template (EMRT) ist ein weiteres standardisiertes Dokument der Responsible Minerals Initiative. Das EMRT erfasst aktuell Kobalt, Glimmer, Kupfer, natürliche Graphit, Lithium und Nickel.
- Das Additional Minerals Reporting Template (AMRT) ist das neueste Berichts-Tool der Responsible Minerals Initiative. Es wurde zur Unterstützung von Sorgfaltspflichten bei der Beschaffung von Mineralien entwickelt, die weder durch CMRT noch EMRT abgedeckt sind; die Einführung erfolgte als Reaktion auf regulatorische, Stakeholder- und Kundenanforderungen im Bereich Nachhaltigkeit und Risiken von Zwangsarbeit in globalen Lieferketten.
In heutigen globalen Lieferketten ist die Transparenz hinsichtlich der Mineralienbeschaffung und verwandter Materialien eine unverzichtbare Voraussetzung für Unternehmen, die Produkte weltweit herstellen und vertreiben. Immer strengere Vorschriften, branchenspezifische Erwartungen und Investorenforderungen zwingen Hersteller dazu, nicht nur zu wissen, welche Materialien sich in ihren Produkten befinden, sondern auch deren Herkunft nachvollziehen zu können.
Die Konsequenzen unzureichender Transparenz in der Lieferkette oder der Beschaffung kritischer Mineralien aus Konfliktgebieten oder sonstigen problematischen Regionen sind real. Im Dezember letzten Jahres reichte die Demokratische Republik Kongo (DRK) Klage gegen Apple ein mit dem Vorwurf, der Technologiekonzern beziehe 3T-Mineralien (Zinn, Tantal und Wolfram) aus illegalen Quellen im Land. In der Strafanzeige hieß es, Apple würde „Mineralien aus Konfliktzonen waschen“ und „irreführende Geschäftspraktiken einsetzen, um Konsumenten eine saubere Lieferkette vorzutäuschen“. Solche Vorfälle schaden nicht nur dem Ruf, sondern stellen zugleich den Compliance-Status eines Unternehmens infrage und erhöhen das Risiko regulatorischer Untersuchungen in der Zukunft.
Kern dieses Wandels hin zu mehr Transparenz bei kritischen Mineralien sind standardisierte Berichtsformate, mit denen Unternehmen Informationen über Herkunft und Verarbeitung bestimmter Mineralien erfassen, verwalten und weitergeben können. Die am häufigsten verwendeten Formate sind CMRT, EMRT und AMRT—sie adressieren jeweils unterschiedliche Materialgruppen und entsprechende Sorgfaltspflichten.
Was ist das CMRT?
Das Conflict Minerals Reporting Template (CMRT) ist ein standardisiertes Berichtsformat der Responsible Minerals Initiative (RMI). Es wurde 2013 eingeführt, um Unternehmen die Einhaltung des U.S. Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act, Section 1502, zu erleichtern. Dieses verlangt von börsennotierten Unternehmen, offenzulegen, ob ihre Produkte bestimmte Mineralien enthalten, die aus Konflikt- und Hochrisikogebieten (CAHRAs) stammen, insbesondere aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und den angrenzenden Ländern.
Das CMRT deckt vier spezifische Mineralien ab, die als 3TG bekannt sind: Zinn, Tantal, Wolfram und Gold. Aufgrund ihrer historischen Verbindung zur Finanzierung bewaffneter Konflikte in Zentralafrika werden diese oft als „Konfliktmineralien“ bezeichnet.
Mit dem CMRT können Unternehmen Informationen von ihren Lieferanten zum Vorkommen dieser Mineralien in ihren Produkten, dem Herkunftsland der Mineralien sowie zu den verwendeten Schmelzen und Raffinerien erfassen. Das Template bietet ein standardisiertes, übersichtliches Format für die Kommunikation dieser kritischen Informationen.
Darüber hinaus unterstützt das CMRT die Sorgfaltspflichten in der Lieferkette entsprechend dem OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict-Affected and High-Risk Areas. Die RMI aktualisiert das CMRT in der Regel ein- bis zweimal jährlich, um Anpassungen an der Liste bekannter Schmelzen und Raffinerien sowie Funktionserweiterungen zu berücksichtigen. Die aktuelle Version ist Stand 2025 das CMRT 6.5.
Das CMRT ist über die Responsible Minerals Initiative erhältlich und kann hier abgerufen werden.
Was ist das EMRT?
Das Extended Minerals Reporting Template (EMRT) ist ein weiteres standardisiertes Dokument der Responsible Minerals Initiative und wurde im Oktober 2021 eingeführt. Während sich das CMRT auf 3TG-Mineralien fokussiert, wurde das EMRT zur Erfüllung zunehmender regulatorischer und marktgetriebener Sorgfaltspflichten für weitere kritische Mineralien geschaffen, die für saubere Energien, Verteidigung und High-Tech-Branchen als unentbehrlich gelten.
Konkret deckt das EMRT aktuell Kobalt, Glimmer, Kupfer, natürlichen Graphit, Lithium und Nickel ab (eine Aktualisierung ist jederzeit möglich). Diese Mineralien geraten zunehmend in den Fokus, da sie potenziell mit Menschenrechtsverletzungen – einschließlich Kinderarbeit und unsicheren Arbeitsbedingungen im handwerklichen und kleinmaßstäblichen Bergbau – in Verbindung stehen. Wie beim CMRT erfassen Unternehmen mit dem EMRT Lieferantenerklärungen bezüglich Herkunft und Vorkommen dieser Mineralien in Produkten sowie der verarbeiteten Schmelzen oder Raffinerien.
Das EMRT wird von nachgelagerten Unternehmen eingesetzt, um freiwillige Initiativen, Investorenanforderungen und neue regulatorische Vorgaben zu erfüllen. Beispielhaft sei die EU-Batterieverordnung genannt, die Unternehmen Beschaffungssorgfalt für Kobalt und Lithium in Batterien vorschreibt. Im Aufbau und Ablauf ist das EMRT dem CMRT sehr ähnlich, wodurch sich die Bearbeitung für bereits mit dem Konfliktmineralienbericht vertraute Lieferanten erleichtert. Aktuellste Version ist Stand 2025 das EMRT 2.0.
Das EMRT ist über die Responsible Minerals Initiative erhältlich und kann hier abgerufen werden.
Was ist das AMRT?
Das Additional Minerals Reporting Template (AMRT) ist das neueste Berichtsformat der Responsible Minerals Initiative. Das AMRT unterstützt Sorgfaltspflichten für die Beschaffung von Mineralien, die bislang nicht durch das CMRT oder EMRT abgedeckt sind. Es war zuvor als Pilot Reporting Template (PRT) bekannt und wurde als Antwort auf regulatorische, Stakeholder- sowie Kundenanforderungen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Zwangsarbeitsrisiken in Lieferketten entwickelt.
Die offizielle Einführung des AMRT erfolgte im Oktober 2024. Die aktuelle Version ist Stand 2025 das AMRT 1.21. Wie bei CMRT und EMRT erfolgt eine Ausrichtung am OECD Due Diligence Guidance; die Lieferantenerklärung ist nach identischem Schema aufgebaut.
Das AMRT ist über die Responsible Minerals Initiative erhältlich und kann hier abgerufen werden.
Warum Mineralienberichterstattung wichtig ist
Mineralienberichtsformate sind weit mehr als reine Verwaltungsaufgaben. Sie sind unverzichtbare Werkzeuge, um regulatorische Compliance-Risiken zu steuern, Anforderungen von Kunden und Investoren zu erfüllen und verantwortungsvolles Handeln in komplexen globalen Lieferketten sicherzustellen. Getrieben durch ESG (Environmental, Social, Governance), Nachhaltigkeit und wachsende geopolitische Risiken stehen kritische Mineralien und deren Herkunft mehr denn je im Fokus unternehmerischer Aufmerksamkeit.
Mineralienberichtsformate sind weit mehr als reine Verwaltungsaufgaben. Sie sind unverzichtbare Werkzeuge, um regulatorische Compliance-Risiken zu steuern, Anforderungen von Kunden und Investoren zu erfüllen und verantwortungsvolles Handeln in komplexen globalen Lieferketten sicherzustellen.
Bei unzureichender Rückverfolgbarkeit von Mineralien drohen zahlreiche Konsequenzen, unter anderem:
- Regulatorische Strafen (insbesondere nach US-, EU- und kanadischem Recht).
- Zollmaßnahmen bis hin zu Importverboten (z. B. im Rahmen des UFLPA).
- Imageschäden und Vertrauensverlust bei Kunden.
- Zunehmende Kontrollen durch ESG-Ratingagenturen und Investoren.
Umgekehrt helfen proaktive Sorgfalt und transparente Berichterstattung über Mineralienunternehmen, ihre ESG-Bewertung zu stärken, ihre Lieferkettenresilienz zu erhöhen und sich vorausschauend auf kommende Regulierungen für kritische Materialien vorzubereiten.
Wie Z2Data die Mineralienberichterstattung vereinfacht
Das Management von zahlreichen CMRT-, EMRT- und AMRT-Templates über tausende Lieferanten hinweg kann Compliance-Teams schnell überfordern – besonders, wenn die Anfragen von Kunden und die regulatorischen Verpflichtungen weiter zunehmen. Hier verschafft Z2Data mit der Responsible Minerals-Lösung einen erheblichen operativen Vorteil.
Z2Data bietet eine zentrale, skalierbare Plattform für:
- Anfordern, Sammeln und Verwalten von CMRT-, EMRT- und AMRT-Erklärungen aus Ihrer globalen Lieferkette.
- Überwachung kritischer Mineralienvorschriften und neuer Sorgfaltspflichten in einer stets aktuellen Regulierungsdatenbank.
- Nachverfolgung von Schmelzen und Raffinerien anhand der aktuellen RMI-Konformitätslisten zur Identifizierung risikobehafteter oder nicht-konformer Quellen.
- Automatisierung der Lieferantenkommunikation und Berichtsprozesse, wodurch manueller Aufwand verringert und Fehler minimiert werden.
- Integration von Daten zur Mineralienbeschaffung in übergeordnete ESG-, Compliance- und Produktverantwortungsprogramme.
Mit den Lösungen von Z2Data können Unternehmen von reaktiver Compliance auf eine proaktive, datenbasierte Mineralienmanagement-Strategie umstellen – eine Strategie, die nicht nur aktuellen Pflichten genügt, sondern sie auch auf zukünftige regulatorische Anforderungen vorbereitet.
Reporting-Templates mit Z2Data verwalten
Mit steigenden Anforderungen an verantwortungsvolle Beschaffung und zunehmender regulatorischer Komplexität benötigen Unternehmen klare und zuverlässige Werkzeuge zur Erfassung und Verwaltung von Daten zur Mineralienherkunft. Die Templates CMRT, EMRT und AMRT sind die zentralen Branchenstandards, um diese Transparenz zu erreichen – jedes behandelt eine andere Materialgruppe und verschiedene Compliance-Treiber.
Diese Templates sind entscheidend und deren effektives Management über eine diversifizierte, globalisierte Lieferkette erfordert skalierbare, intelligente Lösungen. Die Funktionen von Z2Data’s Responsible Minerals-Tool helfen Unternehmen, Berichtsprozesse zu zentralisieren, Lieferantenverantwortung sicherzustellen und die Compliance angesichts sich rasch ändernder regulatorischer Vorgaben aktuell zu halten.
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