Der anhaltende Engpass bei elektronischen Bauteilen – hauptsächlich bestehend aus Halbleitern und fortschrittlichen Chips – hat US-Behörden dazu veranlasst, die Produktion innerhalb der USA zu steigern. Technologiekonzerne und wissenschaftliche Führungskräfte fordern Maßnahmen zur Bewältigung des Mangels.
Als Reaktion darauf hat der US-Senat ein bedeutendes Gesetz verabschiedet, den US Innovation and Competition Act (USICA), das Wissenschaft und Technologie stärken und gleichzeitig den anhaltenden Chipmangel eindämmen soll. Das Gesetz sieht Milliardenausgaben für verschiedene MINT-Industrien vor: Künstliche Intelligenz, Halbleiterfertigungsstandorte und Quantencomputing.
Warum möchte China das Gesetz stoppen?
Der Hauptzweck von USICA ist es, jede dieser Branchen in den USA zu stärken und die Abhängigkeit von chinesischen Fabriken und Technologien zu verringern. Offizielle Stellen aus China haben die USA sogar dazu aufgefordert, „sofort“ alle Fortschritte in Richtung Verabschiedung dieses Gesetzes zu stoppen.
Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua erklärt, das US-Gesetz „verleumde Chinas Entwicklungsweg sowie in- und ausländische Politik und mische sich unter dem Banner von Innovation und Wettbewerb in Chinas innere Angelegenheiten ein“.
USICA sieht 52 Milliarden US-Dollar an Fördermitteln für die inländische Halbleiterproduktion, 29 Milliarden US-Dollar für eine neue Initiative im Bereich angewandter Wissenschaften sowie einen 30%-igen Mittelzuwachs für die National Science Foundation vor.
Das neue Gesetz stellt zudem 10 Milliarden US-Dollar für sogenannte „Technologie-Hubs“ in verschiedenen Städten der USA bereit. Diese „Technologie-Hubs“ sollen Regionen schaffen, in denen zahlreiche MINT-Fachkräfte und Wissenschaftler zusammenkommen, um die wissenschaftliche und industrielle Entwicklung der USA voranzutreiben.
Dennoch besteht weiterhin Unsicherheit, ob das Repräsentantenhaus das Gesetz verabschieden wird.
Bislang haben sich die führenden Abgeordneten des Hauses nicht öffentlich für das Gesetz ausgesprochen. Dennoch ist der Mehrheitsführer des Senats, Chuck Schumer (D-NY), überzeugt, dass USICA mit den Plänen des Hauses übereinstimmt und Präsident Biden bald „ein wirklich gutes Produkt auf dem Schreibtisch liegen“ haben wird.
Auch wenn das Gesetz den aktuellen Halbleitermangel nicht sofort lösen dürfte, bietet es einen hoffnungsvollen Weg, um zukünftige Engpässe in den kommenden Jahren zu vermeiden.