Was ist ESG?
ESG steht für Environment, Social und Governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung). Der Begriff bezeichnet einen Ansatz, bei dem Umwelt-, Sozial- und Governance-Ziele in die grundlegende Geschäftsstrategie und operative Umsetzung eines Unternehmens integriert werden. Da der Finanzdienstleistungssektor zunehmend auf ESG-Bewertungen setzt, um Investitionen zu beeinflussen, hat ESG stark an Bedeutung gewonnen.
Nach Ansicht von Befürwortern sind Unternehmen, die ESG in ihre Geschäftsstrategie aufnehmen, langfristig widerstandsfähiger und weniger risikobehaftet. Unternehmen nutzen ESG-Prinzipien, um ihre Geschäftstätigkeit zu steuern und ihre Ziele in der Corporate Social Responsibility (CSR, unternehmerische Sozialverantwortung) zu erfüllen.
Beispiele für den Umweltbereich:
- Treibhausgase, erneuerbare Energien, Wassermanagement, Abfallmanagement, Energiemanagement in der Fertigung, Müllvermeidung, neuer Hauptsitz, Energieeffizienz von Produkten und Materialbeschaffung
Beispiele für den sozialen Bereich:
- Mitarbeitergesundheit und -sicherheit, Menschenrechte, Gemeinschaft, Produktlebenszyklusmanagement, Ziele für Vielfalt in der Belegschaft, Mitarbeiterentwicklung, faire Löhne und Sozialleistungen sowie Tarifverträge
Beispiele für Governance:
- Geschlechterzusammensetzung in Vorständen, an Nachhaltigkeit und/oder Diversität gekoppelte Vergütung für Führungskräfte, Hauptversammlungen, Risiko-Expertise der Vorstände, Integrität von Lieferketten, Ethik und Compliance
Warum ist ESG so wichtig?
Verschiedene Faktoren tragen dazu bei, dass ESG im Elektroniksektor von einem Schlagwort zur unternehmerischen Pflicht geworden ist. Ein Grund ist die COVID-Pandemie. Die Pandemie und ihre Auswirkungen haben den Fokus von Investoren auf bestimmte ESG-Themen gelenkt – etwa Mitarbeitergesundheit und -sicherheit, Diversität und Inklusion sowie Klimawandel.
Viele Investmentfirmen wie Bloomberg, BlackRock und Vanguard setzen verstärkt auf Portfolios mit starkem ESG-Schwerpunkt, die Unternehmen mit guten ESG-Ratings einschließen. ESG-Fonds haben schließlich im Jahr 2020 besser abgeschnitten als Nicht-ESG-Fonds. Finanzieller Anreiz bleibt der Motor: Wenn die Betonung von ESG-Unternehmenszielen profitabler macht, werden Unternehmen darauf nicht verzichten.
Tatsächlich fordern zahlreiche Organisationen mittlerweile konkrete ESG-Ziele als Voraussetzung, bevor sie überhaupt Geschäftsbeziehungen eingehen. Neue ESG-Ratings verschiedener Anbieter machen es einfacher denn je, Fortschritte anderer Unternehmen im Bereich ESG nachzuvollziehen.
Was sind ESG-Ziele?
Sauberere Luft, zufriedenere Mitarbeitende und ein gerechteres Arbeitsumfeld sind nur einige Beispiele für gängige ESG-Ziele erfolgreicher Unternehmen.
Beispielsweise veröffentlichte Apple einen 64-seitigen Bericht zu seinen ESG-Initiativen. Ein Blick auf einige ihrer ESG-Ziele bietet einen praxisnahen Überblick.
Umwelt:
- Das Ziel, bis 2030 klimaneutral im gesamten Unternehmen zu sein—inklusive des vollständigen Produktlebenszyklus.
- Künftig alle Produkte ausschließlich aus recycelten oder erneuerbaren Materialien herzustellen.
Soziales:
- Gesundheit und Sicherheit der eigenen Teams, Kunden, Mitarbeiter der Lieferanten und Gemeinschaften stets zu priorisieren.
- Den Schutz von personenbezogenen Daten gewährleisten
- Sich selbst und Lieferanten höchsten Standards bei Arbeit und Menschenrechten, Gesundheit und Sicherheit, Umweltschutz und Ethik verpflichten.
Governance:
- Angemessene Überwachung von Compliance und Leistung.
- Richtlinie zu Menschenrechten bestimmt bei Apple den Umgang mit Kunden, Beschäftigten, Geschäftspartnern und allen Beteiligten in der gesamten Lieferkette.
- Geschäfte werden ethisch, ehrlich und unter vollständiger Einhaltung aller geltenden Gesetze und Vorschriften geführt
Diese von Apple gesetzten Ziele zeigen, wie Unternehmen ESG für ihr eigenes Wachstum und ihre Projekte nutzen.