Warum der Umstieg auf erneuerbare Energien entscheidend für Hersteller zur Reduzierung ihres CO₂-Fußabdrucks ist

Erfahren Sie, warum der Einsatz erneuerbarer Energien zunehmend im Mittelpunkt steht, wenn Hersteller ihren CO₂-Fußabdruck verringern, die Resilienz ihrer Lieferkette stärken und wachsenden ESG-Anforderungen gerecht werden möchten.

Warum der Umstieg auf erneuerbare Energien entscheidend für Hersteller zur Reduzierung ihres CO₂-Fußabdrucks ist

Artikel-Highlights:

  • Die größte Emissionsquelle für viele Hersteller und deren Produktionsstätten ist der Energieverbrauch. Daher ist der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen einer der direktesten Wege, wie Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck reduzieren können.
  • Glücklicherweise ist der Umstieg auf erneuerbare Energien heute weit weniger herausfordernd als noch vor zehn oder fünf Jahren. Zwei zentrale Beispiele: Die Kosten für Solar- und Windenergie sind im letzten Jahrzehnt massiv gefallen und machen diese zwei der praktischsten Formen erneuerbarer Energie für viele Unternehmen zugänglich. 
  • Ein weiterer wichtiger Wandel in der Fertigung betrifft die Wahrnehmung von Nachhaltigkeit. Während Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs früher als unabhängig von anderen Unternehmenszielen betrachtet wurden, wird Nachhaltigkeit heute häufig im Kontext des Lieferkettenrisikomanagements (SCRM) gesehen.

Hersteller nahezu aller Branchen stehen unter wachsendem Druck, nachhaltiger zu werden. Dieser Druck kommt aus verschiedensten Richtungen: Regulierungsbehörden verschärfen Emissionsvorgaben, Investoren bewerten Unternehmen nach ihrer ESG-Performance (Environmental, Social, Governance), und Kunden erwarten zunehmend, dass sowohl direkte als auch Sub-Tier-Lieferanten mehr Energieeffizienz nachweisen.

Angesichts all dieser neuen Variablen – und der wachsenden Erwartungen zentraler Interessengruppen – wird die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks in der Fertigung zu einer wichtigen strategischen Priorität für Unternehmen. Obwohl viele Hersteller seit Jahren an der Verbesserung ihrer Energieeffizienz arbeiten, erkennen einige mittlerweile, dass reine Prozessoptimierung oft nicht ausreicht, um Emissionen deutlich zu verringern. 

Letztlich stammt die größte Emissionsquelle für viele Unternehmen und deren Produktionsstätten weiterhin aus dem Energieverbrauch – insbesondere aus Stromerzeugung durch fossile Brennstoffe. Der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen ist deshalb einer der wirkungsvollsten Wege, den CO2-Fußabdruck nachhaltig zu senken.

Warum der Energieverbrauch eine zentrale Herausforderung in der Fertigung bleibt

Fertigung ist grundsätzlich energieintensiv. Produktionslinien, industrielle Heizsysteme, Reinräume, Rechenzentren und großangelegte Automatisierungen benötigen durchgehend erhebliche Mengen Strom und Brennstoffe. In Industrien wie der Automobilfertigung, Halbleiterherstellung, Chemieproduktion oder im Schwerindustriebereich ist die Abhängigkeit hiervon besonders ausgeprägt, was den Energiebedarf weiter erhöht.

Historisch haben Hersteller in diesen sowie anderen Branchen bei der Auswahl von Energiequellen Zuverlässigkeit und Kosten priorisiert. Nachhaltigkeit war häufig nur ein sekundärer Aspekt – und wurde zurückgestellt, wenn andere Ziele wichtiger erschienen. Dieses Verhältnis verschiebt sich zunehmend, da Vorgaben zur Kohlenstoffberichterstattung weltweit steigen und Unternehmen gefordert sind, ihre Scope 1, Scope 2 und sogar Scope 3-Emissionen zu erfassen.

Für viele Unternehmen ist der Stromverbrauch einer der größten Treiber von betrieblichen Emissionen. Selbst optimierte Standorte sind oft weiterhin abhängig vom Stromnetz, das überwiegend mit Kohle oder Erdgas betrieben wird. Das führt zu folgendem Dilemma: Prozessoptimierung kann den Energieverbrauch nur begrenzt senken. Um signifikante Emissionsreduktionen zu erreichen, müssen Unternehmen auf „saubere“ Energie umsteigen.

Daher bietet die Nutzung erneuerbarer Energien einen wirkungsvollen Ansatz für Hersteller, die ihren CO2-Fußabdruck senken möchten.

Erneuerbare Energien werden für Hersteller immer zugänglicher

Glücklicherweise ist der Wechsel zu erneuerbaren Energien heute viel leichter zu realisieren als noch vor fünf oder zehn Jahren. Die Kosten für Solar- und Windenergie sind massiv gefallen und machen diese erneuerbaren Optionen für viele Unternehmen erschwinglich. 

Eine weitere, bisherige Herausforderung war die Auswahl des passenden Rahmens für den Aufbau erneuerbarer Energie am eigenen Standort. Herstellern stehen inzwischen mehrere Möglichkeiten offen, um Erneuerbare in ihre Betriebsabläufe zu integrieren – Möglichkeiten, die flexible und anpassungsfähige Umsetzungsmodelle bieten:

  • Installationen von Solarpanels am Standort
  • Beschaffungsverträge für Windenergie
  • Anrechnung erneuerbarer Energiezertifikate (RECs)
  • Grüner Strom über Energieversorgerprogramme
  • Batteriespeichersysteme
  • Mikronetz-Infrastruktur
  • Langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs)

Einige große globale Hersteller haben bereits weitreichende Verpflichtungen zur Nutzung erneuerbarer Energien eingegangen. Automobilunternehmen, Halbleiterhersteller sowie Elektronikunternehmen investieren zunehmend in Erneuerbare als Teil umfassender Nachhaltigkeitsinitiativen. 

Die Initiative, die den Weg zu Erneuerbaren beschleunigt

Ein Paradebeispiel ist die RE100-Initiative. RE100 ist eine von der Climate Group und dem Carbon Disclosure Project (CDP) geleitete Initiative, die globale Unternehmen zur aktiven Erreichung von CO2-Neutralität motivieren soll. Seit dem Start 2014 haben sich Hunderte Unternehmen zu gestaffelten Zielen der RE100 bekannt: Teilnehmer verpflichten sich, bis 2050 vollständig auf Erneuerbare umzusteigen – mit Zwischenzielen von 60 % bis 2030 und 90 % bis 2040.

Zu den RE100-Mitgliedern gehören einige der größten und bekanntesten Hersteller weltweit, darunter: 

  • Apple
  • Google
  • DuPont
  • General Motors
  • Kia Corporation
  • Samsung Electronics
  • BMW Group
  • Acer
  • Applied Materials

Initiativen wie RE100 belegen, dass große, energieintensive Organisationen gleichermaßen Willen und konkrete Möglichkeiten haben, ihren CO2-Fußabdruck in der Fertigung durch Umstellung auf erneuerbare Energien deutlich zu senken. 

Erneuerbare Energien fördern Nachhaltigkeit und Resilienz

Ein weiterer wichtiger Paradigmenwechsel in der Fertigung betrifft die Wahrnehmung von Nachhaltigkeit. Während Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs früher unabhängig von anderen Unternehmenszielen betrachtet wurden, wird Nachhaltigkeit nun im Kontext des Lieferkettenrisikomanagements (SCRM) bewertet. Risiken wie Energiepreisschwankungen, geopolitische Instabilität und Netzzuverlässigkeit verdeutlichen, wie eng die operative Resilienz eines Unternehmens mit der gewählten Energieversorgung verknüpft ist. 

In diesem Zusammenhang kann erneuerbare Infrastruktur Herstellern auf mehreren Ebenen zu mehr Resilienz verhelfen. Besonders relevant für Kostenbewusste: Die Eigenproduktion erneuerbarer Energie am Standort reduziert die Abhängigkeit von volatilen Versorgerpreisen. In einer Zeit mit geopolitischen Konflikten, Handelskriegen und Lieferkettenstörungen – wie über die Straße von Hormus und deren Auswirkungen für die globale Energieversorgung – sind Unternehmen mit starker Eigenversorgung durch erneuerbare Energien besser gegen Preisspitzen und Störungen geschützt. 

Ergänzend gilt: Werden erneuerbare Systeme mit Batteriespeichern kombiniert, können Unternehmen ihre Betriebsfähigkeit auch bei Netzunterbrechungen sichern. Ausfallzeiten sind in der Fertigung extrem kostenintensiv – insbesondere für hochautomatisierte Standorte oder Halbleiterwerke mit höchsten Produktionsanforderungen. Unternehmen, die erneuerbare Energie erzeugen und speichern, sind vor Energieausfällen und den damit einhergehenden, teuren Schwankungen geschützt.

Nicht zuletzt verbessert der Einsatz erneuerbarer Energien die Fähigkeit, künftigen CO2-basierten Regulierungen zu begegnen. Weltweit stellen Regierungen strengere Berichts- und Emissionsvorgaben auf, und Hersteller, die schon jetzt mit der Dekarbonisierung beginnen, werden künftigen Anforderungen an ESG-Konformität gegenüber (ESG: Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) deutlich besser gewappnet sein als Nachzügler. 

Unternehmen, die erneuerbare Energie erzeugen und in Batterien speichern, sind vor den teuren Schwankungen durch Stromausfälle geschützt.

Herausforderungen für Hersteller beim Wechsel zu Erneuerbaren

So vorteilhaft der Umstieg auf erneuerbare Energien für Unternehmen ist, die einen vollständigen oder teilweisen Wechsel schaffen – der Austausch fossiler Brennstoffe durch Wind, Sonne oder andere Erneuerbare verläuft selten nahtlos. Eine der größten Herausforderungen – und für kapitalorientierte Unternehmen ein unmittelbares Hindernis – sind die Infrastrukturkosten. 

Installationen mit erneuerbaren Energien, Batteriesysteme sowie weitere große Infrastrukturprojekte erfordern oft hohe Anfangsinvestitionen – eine Hürde, die gerade kleinere Unternehmen von nachhaltigen Lösungen abschrecken kann. Die notwendigen Mittel für einen Umstieg auf erneuerbare Energien zu schaffen, kann Millionen kosten. Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) müssen Möglichkeiten finden, ihre Nachhaltigkeitsprojekte – sinnvoll, aber oft mit langer Amortisation – zu finanzieren. 

Ein weiteres Hindernis ist die Energiezuverlässigkeit. Manche Fertigungsabläufe erfordern durchgehend hohe elektrische Leistungen – erneuerbare Erzeugung unterliegt aber Wetter- und Ertragschwankungen. Deshalb setzen viele Organisationen auf Hybridmodelle, die sowohl Erneuerbare als auch konventionellen Netzstrom kombinieren.

Schließlich können geographische Gegebenheiten den Zugang zu erneuerbaren Energien einschränken – zum Beispiel, wenn gesetzliche Vorgaben oder wetterbedingte Faktoren Wind- oder Solaranlagen am Standort erschweren. In solchen Fällen sind Organisationen auf Einfallsreichtum angewiesen, um alternative Zugänge zur immer wichtiger werdenden erneuerbaren Energieinfrastruktur weltweit zu erschließen. 

Eine der größten Herausforderungen – und für Unternehmen, die den Kapitalaufwand scheuen, ein Hindernis gleich zu Beginn – sind die Infrastrukturkosten.

Die Zukunft der Dekarbonisierung in der Fertigung

Im weiteren Verlauf der 2020er-Jahre werden erneuerbare Energien wohl zu einer zentralen Strategie im operativen Geschäft vieler Hersteller. Ob durch Kostenersparnis, regulatorische Vorteile oder Imagegewinn: Unternehmen befinden sich am Beginn einer langfristigen Umstellung von fossilen Brennstoffen auf Erneuerbare. 

Unternehmen, die sich auf das sich wandelnde regulatorische Umfeld mit stärkerem Fokus auf ESG-Kriterien – einschließlich Energieeffizienz und CO2-Neutralität – einstellen möchten, stärken ihre Positionierung mit dem Compliance-Tool Z2Data. Z2Data unterstützt Unternehmen bei der Einhaltung von über 180 globalen Vorschriften zu ESG, Chemikalien, Produkten und Handel – darunter REACH, RoHS, EUDR, SCIP, California Proposition 65 und PFAS. Durch die Zusammenarbeit mit Z2Data können Unternehmen:

  • Ihre vollständigen regulatorischen Datenanforderungen ermitteln.
  • Auf ein Expertenteam für die Durchführung von Sorgfaltspflichten in der Lieferkette bauen.
  • Eine umfassende Compliance-Risikoanalyse durchführen.
  • Berichte und Erklärungen zu allen Compliance-Pflichten erhalten.

Mehr zu den Compliance-Services von Z2Data erfahren Sie in einer kostenlosen Demo mit einem unserer Produktexperten.