Samsung 2026 Lieferanten-Impact-Report zum Arbeitsstreik

47.000 Samsung-Mitarbeiter stehen kurz davor, einen historischen Arbeitsstreik zu beginnen – ein Ereignis, das sich auf die weltweite elektronische Lieferkette auswirken wird.

Samsung 2026 Lieferanten-Impact-Report zum Arbeitsstreik

Was gerade passiert

In den vergangenen zwei Wochen bereitete sich die Gewerkschaft von Samsung auf einen 18-tägigen Streik vor, der am Donnerstag, den 21. Mai, beginnen sollte. An diesem Tag sollten rund 47.000 Samsung-Beschäftigte die Arbeit niederlegen – das entspricht etwa 40 % der gesamten südkoreanischen Belegschaft von Samsung.

Die Prognosen hinsichtlich der Auswirkungen dieses Streiks auf den Speicherchip-Hersteller waren äußerst ernst. Konservative Schätzungen gingen davon aus, dass dem Unternehmen pro Streiktag Verluste in Höhe von mehreren Hundert Millionen US-Dollar entstehen könnten. JPMorgan warnte gar vor einem noch drastischeren Szenario: Gesamteinbußen beim operativen Gewinn könnten zwischen 14 und 20 Milliarden US-Dollar liegen.

Samsung verhindert Streik in letzter Minute

In einer überraschenden Entwicklung in letzter Minute gaben Samsung-Management und Gewerkschaft am Mittwochnachmittag US-Ostküstenzeit bekannt, dass eine vorläufige Einigung erzielt wurde. Der Streik ist damit – zumindest vorerst – ausgesetzt. Die Samsung Electronics-Gewerkschaft und die Unternehmensleitung werden zwischen dem 22. und 27. Mai über eine neue Lohnvereinbarung abstimmen.

Vor der vorläufigen Einigung waren die Gespräche zwischen beiden Parteien in den vergangenen Tagen mehrmals gescheitert – zuletzt am Mittwoch, was darauf hindeutete, dass der Streik wahrscheinlich stattfinden würde. Erst durch die Vermittlung des südkoreanischen Arbeitsministers Kim Young-hoon wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen.

Wäre der Streik am 21. Mai tatsächlich umgesetzt worden, wäre dies der größte arbeitsbedingte Produktionsstillstand in der Geschichte der Halbleiterindustrie gewesen – mit massiven Auswirkungen auf zahlreiche Zulieferer und weitere Branchen.

Prognose: Auswirkungen des Streiks auf die Lieferkette

Obwohl der Streik vorerst abgewendet ist, wollte Z2Data analysieren, wie sich ein solcher Arbeitskampf auf die gesamte Halbleiter-Lieferkette ausgewirkt hätte. Dafür führten wir eine Analyse durch, die folgende Aspekte berücksichtigte:

  • Samsung-Bauteile, die am anfälligsten für einen Arbeitskampf gewesen wären
  • Globale Lieferanten, die vom Samsung-Streik am stärksten betroffen gewesen wären
  • Die wichtigsten Waren, die diese Lieferanten von Samsung beziehen
  • Samsung-Fabs, IC-Assembly-Standorte und andere Fertigungsstätten, die besonders streikanfällig sind.

Auch wenn die Lieferketten derzeit stabil erscheinen, bieten diese Informationen OEMs (Originalgeräteherstellern) einen wichtigen Ausgangspunkt, um Abhängigkeiten und potenzielle Engpässe zu identifizieren und die Rolle von Samsung in der vorgelagerten Chipfertigung besser einzuordnen.

Streikgefährdete Samsung-Bauteile

Der Großteil der Halbleiterfertigung von Samsung befindet sich in Südkorea, darunter Standorte für die Produktion, Verpackung und/oder das Testen von DRAM, FPGAs, Mikroprozessoren und MOSFETs.

Samsung-Bauteile, die am anfälligsten für einen Arbeitskampf sind
WareAnzahl der Bauteile
DRAM2.333
Field Programmable Gate Arrays (FPGAs)861
Mikroprozessoren (MPUs)1.150
Speichermodule838
MOSFETs102
Chip-Widerstände39.874
Keramikkondensatoren26.648
Weiße LED-Beleuchtung9.320
Netzwerk- und Array-Widerstände5.645
Festinduktoren2.212
Ferritperlen421
Tantal-Kondensatoren309

Welche wesentlichen Lieferanten wären vom Streik betroffen?

Wäre der Streik am 21. Mai in Südkorea ausgebrochen, hätte er sich schnell auf die gesamte Halbleiterfertigung ausgewirkt. Zwar werden an den meisten südkoreanischen Standorten Samsung-Bauteile – insbesondere die stark gefragten DRAM – gefertigt, doch nutzen auch andere Lieferanten diese Standorte für die Herstellung eigener ICs, passiver Komponenten und weiterer Produkte.

Eine Analyse von Z2Data legt nahe, dass insbesondere diese 9 Hersteller am stärksten von einem großflächigen Arbeitskampf betroffen gewesen wären:

  1. Cal-Chip Electronics
  2. Xilinx, Inc.
  3. NXP Semiconductors
  4. Cavium, Inc.
  5. Lattice Semiconductor Corporation
  6. Infineon Technologies AG
  7. Texas Instruments Incorporated
  8. Marvell Technology Inc.
  9. Advanced Micro Devices, Inc.

Z2Data-Empfehlungen für OEMs (Originalgerätehersteller)

Am Mittwoch, den 20. Mai, wurde der Samsung-Streik erfolgreich abgewendet. Für OEMs und andere Importeure, die aus Samsung-Fabriken in Südkorea beliefern, hätte dieses Ereignis jedoch erhebliche Unterbrechungen verursachen können.

Um Risiken künftiger Arbeitskonflikte – und eines möglichen Samsung-Streiks, sollte die Einigung scheitern – zu minimieren, empfiehlt Z2Data folgende Maßnahmen:

Samsung-Abhängigkeiten identifizieren

Dergleiche Ereignisse zeigen, wie wichtig die Kartierung der eigenen Lieferkette ist. Unternehmen, die ihre Lieferketten transparent abgebildet haben, können schnell erkennen, welche Teile sie aktuell aus Samsung-Standorten in Südkorea beziehen. Diese Transparenz ermöglicht eine präzise Einschätzung der individuellen Abhängigkeiten und die Entwicklung geeigneter Strategien zur Risikominimierung im Falle eines Streiks.

Alternative Beschaffungsquellen sichern

Hätten tatsächlich 47.000 Samsung-Beschäftigte ab dem 21. Mai gestreikt, hätte das für die weltweite Halbleiter-Lieferkette fatale Konsequenzen gehabt. Unternehmen, die auf alternative Lieferanten zurückgreifen können, falls es zu Produktionsstillständen bei Samsung kommt, sind deutlich besser aufgestellt, um Umsatzverluste und weitere Folgen zu begrenzen.

Nicht überreagieren

Bei potenziellen Störungen der Lieferkette ist es wichtig, nicht zu überreagieren. Überkorrekturen können genauso teuer werden wie Untätigkeit. OEMs sollten möglichst gezielt und auf fundierter Faktenbasis handeln – nicht aus Panik oder unüberlegtem Aktionismus.

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