Wie unzusammenhängende Lieferantendaten das Lieferkettenrisiko erhöhen

Unternehmen, die keinen Zugang zu einer zentralen Datenbank mit ihren Lieferantendaten haben, geraten bei mehreren entscheidenden Praktiken des Lieferkettenrisikomanagements in einen erheblichen Nachteil.

Wie unzusammenhängende Lieferantendaten das Lieferkettenrisiko erhöhen

Artikel-Highlights:

  • Nicht verbundene Lieferantendaten führen zu einer fragmentierten Informationslandschaft, was für OEMs eine echte Gefahr darstellt und sie besonders anfällig für zahlreiche Lieferkettenrisiken macht. 
  • Wenn Ihre Lieferantendaten über Mitarbeiter, Geräte und Dateien verstreut sind, wird die Bewertung von direkten und Sub-Tier-Herstellern erheblich erschwert. Ohne die Fähigkeit, Ihre Lieferanten zeitnah und effektiv zu evaluieren, leidet Ihr Lieferkettenrisikomanagement (SCRM, Supply Chain Risk Management). 
  • Die Z2Data-Plattform bietet ein leistungsstarkes Risikozentrum mit sorgfältigen Risikoanalysen für mehr als 700.000 globale Lieferanten. Diese Lieferantenprofile integrieren fortlaufend aktualisierte Datenpunkte zu einer Vielzahl kritischer Säulen – darunter Betrieb, finanzielle Grundlagen, ESG und Datentransparenz. 

Beschaffungs- und Einkaufsprofis haben heute Zugriff auf eine außergewöhnliche Menge an Daten über ihre Lieferketten. Sie und ihre Organisationen können Informationen zu allem erhalten – von Transportlogistik und sich abzeichnenden Störungen bis hin zu Echtzeit-Marktdynamiken und detaillierten Lieferantenprofilen. Unter den richtigen Bedingungen kann diese Fülle an Informationen wertvoll sein, da sie Unternehmen erhellenden Kontext und umsetzbare Einblicke liefert. Ist diese Information jedoch nicht kohärent und zusammenhängend organisiert, bedeuten selbst große Datenmengen oft nicht mehr als verwirrenden Lärm. Teams könnten sich von der Datenfülle eher überfordert als gestärkt fühlen und es wird schwer, Beschaffungsstrategien und Risikomaßnahmen fundiert zu gestalten. 

Dieses Dilemma – ein Übermaß an Daten ohne die nötige Struktur, um daraus Nutzen zu ziehen – ist besonders bei Lieferantendaten verbreitet. OEMs und andere Unternehmen besitzen meist viele Informationen über ihre Hersteller, von denen sie beziehen, zum Beispiel:

  • Preis- und Markthistorie
  • Finanzielle Gesundheit
  • ESG-Grundlagen
  • Fertigungsstätten
  • Cybersicherheitsprofile 
  • Beschaffungsabhängigkeiten

Das zentrale Problem bei diesen Informationen ist jedoch, dass sie oftmals im Unternehmen verstreut sind – versteckt in Dateien, Ordnern, Aktenschränken oder auf einzelnen Geräten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Ergebnis ist eine zerklüftete Landschaft von Datensilos zu den Lieferanten eines Unternehmens – ein Modell, das nicht zwingend dem Lieferkettenrisikomanagement (SCRM) zugutekommt oder einen echten Mehrwert stiftet. Tatsächlich stellt diese Fragmentierung reale Gefahren für OEMs dar, da sie besonders anfällig für eine Vielzahl von Lieferkettenrisiken werden. 

Warum sind Lieferantendaten so fragmentiert?

Um die Risiken im Zusammenhang mit nicht verbundenen, dezentralen Lieferantendaten zu verstehen, ist es hilfreich, die Ursachen für diese Fragmentierung zu betrachten. 

• Jahrzehntelange Beziehungen

Häufig bestehen Beziehungen von OEMs zu bestimmten direkten Lieferanten seit vielen Jahren oder Jahrzehnten. Partnerschaften, die bis in die frühen 2010er-Jahre oder sogar die 2000er zurückreichen, basierten ursprünglich oft auf heute überholten Datenspeicher-Methoden – wie Einzeldateien, Tabellenkalkulationen oder sogar physischen Dokumenten. Obwohl Unternehmen regelmäßig versuchen, ihre Datenspeicherung durch Digitalisierung und Konsolidierung zu modernisieren, verlaufen solche Initiativen häufig uneinheitlich und lückenhaft. Das Resultat: Daten aus langjährigen Geschäftsbeziehungen existieren meist in unterschiedlichsten Formaten. 

• Wandelnde Teams und Ansprechpartner

Unternehmen stehen beim direkten Kontakt zu Tier-1-Lieferanten meist mit einer bestimmten Kontaktperson im Austausch – sie ist verantwortlich für die Zusammenarbeit mit dem Hersteller und die Ablage aller relevanten Informationen. Doch Ansprechpartner können wechseln; dadurch verteilt sich das Wissen auf mehrere Beschaffungsprofis (von denen manche das Unternehmen womöglich schon verlassen haben). Die Speicherung wichtiger Daten in individuellen Händen und nicht in einem zentralen System führt zu Fragmentierung, deren Beseitigung erheblichen Aufwand erfordert. 

• Fehlende zentrale Datenplattform

Sowohl langjährige Lieferantenbeziehungen mit wechselnden Datenspeicher-Methoden als auch sich ändernde Ansprechpartner sind Symptome eines grundlegenden Problems: dem Fehlen einer zentralisierten Datenplattform. Tools, die diese Funktion ermöglichen, sind ausschlaggebend für die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Datenspeicherung und bilden das Fundament für Lieferkettenmapping, Risikoanalysen und Impact-Assessments. 

Sowohl langjährige Lieferantenbeziehungen mit wechselnden Datenspeicher-Methoden als auch sich ändernde Ansprechpartner sind Symptome einer übergeordneten, systemischen Herausforderung: das Fehlen zentralisierter Daten auf einer einzigen, einheitlichen Plattform.

Das zentralisierte Daten-Repository von Z2Data ist beispielsweise eine hoch konfigurierbare Plattform, die eine Vielzahl von Intelligence-Szenarien unterstützt. Z2Data bietet einen zentralen Hub, der Einzelpersonen und Teams unternehmensweit effektive, schlanke Zusammenarbeit ermöglicht, sodass Daten an einem Ort konsolidiert und ausgewertet werden können. Diese Zentralisierung schafft die Voraussetzung für schnelle Impact-Analysen, Risikoberichte und durchgängiges Lieferkettenrisikomanagement – ganz ohne die Datenlücken oder Duplikate, die solche Prozesse häufig beeinträchtigen. 

Konsequenzen nicht verbundener Lieferantendaten

Wenn Ihre Lieferantendaten über Mitarbeiter, Geräte und Dateien verstreut sind, wird die Bewertung von direkten und Sub-Tier-Herstellern erheblich erschwert. Und ohne die Fähigkeit, Ihre Lieferanten zeitnah und effektiv zu evaluieren, leidet Ihr Lieferkettenrisikomanagement (SCRM). 

Konsequenz 1: Langsamere Reaktionen auf Störungen

Lieferkettenstörungen treten regelmäßig auf und wirken sich häufig auf Lieferanten aus. OEMs ohne zentrales, einheitliches Lieferantendaten-Repository reagieren zwangsläufig langsamer und weniger entschieden als Wettbewerber mit gut organisierten, zugänglichen Lieferantendaten. 

Angenommen, ein großes Erdbeben trifft ein Land, das als wichtiger Fertigungsknoten in der Automobilbranche dient. Automobilhersteller mit zentralisierten Daten können zügig ermitteln, in welchem Maße ihre Lieferkette betroffen ist, weil sie die Fertigungsstandorte im Krisenland rasch identifizieren können. Unternehmen mit nicht verbundenen Lieferantendaten agieren deutlich langsamer und sind folglich anfälliger für Verzögerungen, Engpässe und Umsatzeinbußen. 

Ob Naturkatastrophe, Streik oder Engpass bei Rohstoffen: Der sofortige, umfassende Zugriff auf alle Lieferantendaten verschafft Unternehmen die Agilität, die in heutigen, instabilen Lieferketten entscheidend ist. 

Konsequenz 2: Schlechtere Risikoanalysen

Die Fähigkeit, Risiken bestehender und potenzieller Lieferanten einzuschätzen, ist ein Schlüsselelement für ein robustes SCRM. Die widerstandsfähigsten Organisationen verfügen über ein genaues Verständnis ihres Risikoprofils, einschließlich der Schwachstellen ihrer direkten Lieferanten. 

Unternehmen mit fragmentierten Lieferantendaten tun sich jedoch schwer, akkurate, umfassende Risikoanalysen durchzuführen. Denn Risikobewertungen hängen maßgeblich von den zur Verfügung stehenden Daten ab. Unternehmen, die nur auf Bruchstücke an Lieferanteninformationen zugreifen können, erzeugen lückenhafte Risiko-Profile. Besonders problematisch sind dabei die blinden Flecken – also Bereiche ohne jegliche Daten –, die möglicherweise die kritischsten Schwachstellen des Lieferanten verbergen. Risikoanalysen, die nicht auf vollständigen Datensätzen basieren (von finanziellen Grundlagen bis Compliance-Historie und Fertigungsoperationen), führen OEMs auf den Holzweg und gefährden die Resilienz der Lieferkette. 

Unternehmen mit fragmentierten Lieferantendaten haben erhebliche Schwierigkeiten, akkurate und umfassende Risikoanalysen durchzuführen.

Konsequenz 3: Keine direkten Vergleichsmöglichkeiten 

Wer Sorgfaltspflichten in der Beschaffung ernst nimmt, vergleicht Lieferanten kontinuierlich – etwa Preise, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit oder Produktionsstandorte. Nur so lassen sich regelmäßig Potenziale zur Kostenminimierung und für maximale Produktionsstabilität erkennen. Fragmentierte Lieferantendaten verhindern solche direkten Vergleiche, machen sie lückenhaft oder gar irreführend. Unternehmen, die potenzielle Hersteller nicht umfassend vergleichen können, verlieren den strategischen Vorteil, akzeptieren höhere Preise und geben wertvolle Marktdaten als Verhandlungsmasse preis. 

Konsequenz 4: Fehlende Nachverfolgbarkeit der ESG-Leistung

Mit zunehmender Umsetzung von ESG-Vorschriften wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), der Corporate Due Diligence Directive (CSDDD) und dem California Climate Corporate Data Accountability Act steigt der Druck auf Unternehmen, ESG-Aspekte entlang der Lieferkette zu verfolgen. Einige der neuen Regularien verpflichten zur Sorgfaltsprüfung in der Lieferkette – auch in Bezug auf das Identifizieren und Beheben von ESG-Problemen bei direkten und Sub-Tier-Lieferanten. 

Unternehmen mit nicht verbundenen Lieferantendaten haben jedoch große Schwierigkeiten, die ESG-Performance ihrer Lieferanten zu bewerten. OEMs müssen unter Umständen zentrale ESG-Kennzahlen wie Scope-3-Emissionen, Umweltkonformität oder Menschenrechte im Produktionsnetz analysieren. Zerstreute und fragmentierte Lieferantendaten erschweren dies erheblich – teils ist eine Bewertung sogar unmöglich. In der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre wird die ESG-Analyse ihrer Lieferanten für Unternehmen vom „Nice-to-have“ zur strategischen Pflicht. 

Tools, die als zentrale Daten-Repositorys für Lieferantendaten fungieren, werden eine Schlüsselrolle bei der Nachverfolgung der ESG-Leistung über komplexe Lieferketten spielen. Solche Plattformen pflegen Detailprofile zu Tausenden von Lieferanten unterschiedlichster Branchen, einschließlich kritischer ESG-Informationen. 

Das Z2Data Risk Hub zentralisiert Lieferantendaten

Die Z2Data-Plattform bietet ein leistungsstarkes Risikozentrum mit detaillierten Risikoanalysen für mehr als 700.000 globale Lieferanten. Diese Lieferantenprofile beinhalten fortlaufend aktualisierte Datenpunkte über eine Vielzahl zentraler Kategorien wie Betrieb, finanzielle Grundlagen, ESG und Datentransparenz. Die SCRM-Software nutzt quantitative Scoring-Modelle, Analysen historischer Trends und bewährte interne Methodiken, um Risiken präzise und objektiv zu bewerten. 

Z2Data’s direkt einsatzbereite Analyse bewertet zwölf Kern-Risikofaktoren bei Lieferanten: 

  • Beschaffungsabhängigkeit
  • Zoll-Beeinflussung
  • Handels-Compliance 
  • Geopolitisches Risiko
  • Fertigungsbetrieb
  • Finanzielle Gesundheit
  • Insolvenzrisiko
  • ESG-Leistung/-Risiko
  • Cybersicherheit
  • Datentransparenz
  • Materialien
  • Risiko in der elektronischen Lieferkette 

Mit dem Risk Hub von Z2Data können Unternehmen umfassende Risikoanalysen nutzen, direkte Vergleiche durchführen und ESG-Leistungen für ihre direkten und Sub-Tier-Lieferanten gezielt herausarbeiten. Mehr darüber, wie die Z2Data-Plattform und ihre Lieferantendatenbank Unternehmen ermöglicht, ihre Lieferkettendaten zu zentralisieren und ihre Resilienz im Umfeld globaler Handelsverwerfungen zu stärken, erfahren Sie in einer kostenlosen Testversion mit einem unserer Produktexperten.