Sind Ihre Kritischen Lieferanten Geimpft und Entspannt?

Weltweit werden Impfungen verabreicht, aber wie entwickeln sich die Impfraten in den Ländern Ihrer kritischen Lieferanten?

Sind Ihre Kritischen Lieferanten Geimpft und Entspannt?

Werfen wir einen Blick auf wichtige COVID-Daten für vier verschiedene Länder – jedes beherbergt bedeutende Elektronik-Lieferanten innerhalb seiner Grenzen. Durch gezielte Insights (Wortspiel beabsichtigt) zu COVID-Fallzahlen und Impfraten in diesen Ländern lässt sich das jeweilige Risiko einer potenziellen Unterbrechung der Lieferkette besser abschätzen.

Die betrachteten Länder werden in zwei Gruppen unterteilt:

  • China und Thailand
  • Mexiko und Ungarn

Alle vier Länder sind Standort wichtiger Elektronikwerke global agierender Lieferanten wie Intel, Microchip, Foxconn, Celestica und weiterer Unternehmen.

Steigen wir ein.

China und Thailand

China und Thailand verfügen über eine Vielzahl bedeutender Elektroniklieferanten:

  • Celestica
  • Microchip
  • Epson
  • Molex

Die Liste ließe sich fortsetzen …

Fallzahlen selbst sind in China und Thailand kaum nennenswert. Beide Länder verhindern entweder sehr effektiv die Virusübertragung oder jemand hat das Zählen verlernt.

Confirmed Cases moving a verage

Worauf es ankommt, sind die jeweiligen Impfquoten. Für China wird geschätzt, dass nur 3,7 % der Bevölkerung vollständig geimpft sind; in Thailand liegt die Quote bei lediglich 0,1 %.

Obwohl diese Impfquoten die kumulierten Fallzahlen in beiden Ländern derzeit übersteigen, ist eine weitere Beobachtung sinnvoll. Sollten Beschränkungen gelockert werden oder eine neue starke Infektionswelle auftreten, könnten die Fallzahlen die Impfraten schnell einholen.

Thailand cases graph

China cases graph

Geht es nur mir so, oder wirken Chinas kumulierte Fallzahlen [redacted]?

Mexiko und Ungarn

Mexiko und Ungarn sind strategisch wichtige Standorte für zentrale Marktteilnehmer wie Foxconn und Jabil – zu den größten Produktionsstandorten außerhalb Asiens. Beide Unternehmen besitzen Werke in Jalisco (Mexiko) und im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén (Ungarn).

Confirmed new cases

Seit Anfang 2021 ist die Zahl der neuen COVID-Fälle in beiden Gebieten deutlich gestiegen. Tatsächlich weisen beide Regionen den höchsten 7-Tage-Durchschnitt seit Pandemiebeginn im Vergleich zum gleichen Zeitraum im April 2020 auf.

Wie werden Mexiko und Ungarn sich entwickeln?

Ein guter Weg zur Einschätzung ist ein Vergleich zwischen der kumulierten Fallzahl und der Zahl der Geimpften in jedem Land.

Hungary cases graph

Kumulierte Fälle im Vergleich zur Impfquote in Ungarn lassen auf eine positive Entwicklung schließen. Seit Anfang April gab es einen deutlichen Anstieg bei den Impfungen, was den Trend der Fallzahlen deutlich abgeschwächt hat.

Am 5. Mai lag die Impfquote in Ungarn weiter stabil; über 42 % der Bevölkerung haben mindestens eine Dosis erhalten. Diese kontinuierliche Auslieferung des Impfstoffs ist eine erfreuliche Nachricht.

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen im April kritisch aussah, deutet die Entwicklung darauf hin, dass Ungarn die Situation meistern wird.

Und wie steht es um Mexiko?

Zum 10. April waren nur 1,6 % der Bevölkerung Mexikos vollständig geimpft.

Mexico cases graph

In den vergangenen Wochen kam es jedoch zu einem deutlichen Anstieg der Impfungen. Trotz dieses deutlichen Zuwachses liegt die Zahl der kumulierten Infektionen weiterhin über der Anzahl geimpfter Personen.

Während die steigende Impfkurve auf einen Rückgang der Neuinfektionen hoffen lässt, ist die Prognose für Mexiko weniger günstig als für Ungarn. Am 5. Mai hatten lediglich 10,2 % der Bevölkerung wenigstens eine Impfdosis erhalten, nur 6,6 % waren vollständig geimpft.

Es ist aber auch zu bedenken, dass es sich um kumulative Fallzahlen handelt. Wer sich im Januar, Februar oder März infiziert hat, ist mittlerweile vermutlich immun und nicht mehr infektiös. Betrachtet man dies so, wurden seit März 2021 in Mexiko rund eine Million Bürger geimpft, während im gleichen Zeitraum etwa 250.000 neue Infektionen gemeldet wurden – ein deutlich positiveres Bild für Mexiko.

Die Impfkampagne lief in Mexiko zunächst langsam, allerdings gibt es einen Hoffnungsschimmer: Mexiko verfügt über ausreichende Impfdosen, um 129,1 % der Bevölkerung zu versorgen. Die Perspektiven sollten sich mit der Zeit verbessern.

Fazit

Hier eine kompakte Übersicht der betrachteten Länder und ihr potenzielles Risiko in Bezug auf COVID-bedingte Lieferkettenstörungen. Die Skala für Disruptionsrisiko lautet:

  • Geimpft und Entspannt (geringes Risiko)
  • Fast Geimpft und Entspannt (mittleres bis geringes Risiko)
  • Nicht Geimpft und Entspannt (mittleres bis erhöhtes Risiko)

China: Fast Geimpft und Entspannt

  • Wenn man den aktuellen Fallzahlen Glauben schenken darf, besteht in China ein relativ geringes Risiko – ein wachsames Auge auf die Impfrate ist jedoch ratsam. Bleibt der Anstieg aus, könnte das Risiko steigen.

Thailand: Nicht Geimpft und Entspannt

  • Thailand tut sich schwer, ausreichend Impfungen für die Bevölkerung bereitzustellen. Ausbrüche mit Störungspotenzial sind künftig möglich. Zwar liegt ein mittleres Risiko nahe, doch dank der bisherigen Eindämmungsfähigkeit verdient Thailand die Einstufung zwischen niedrig und mittel für „Nicht Geimpft und Entspannt“.

Mexiko: Nicht Geimpft und Entspannt

  • Mexiko kämpft mit wiederkehrenden Ausbrüchen und weist eine im Vergleich zu anderen Ländern niedrige Impfquote auf. Das einzige Argument gegen ein hohes Risiko: Das Land verfügt über ausreichend Impfdosen für die Bevölkerung.

Ungarn: Geimpft und Entspannt

  • Fast die Hälfte der Bevölkerung hat mindestens eine Impfdosis erhalten, und es beginnen Öffnungsschritte für Geimpfte. Ungarn gilt damit als geringes Risiko: geimpft und entspannt.