ECHA veröffentlicht REACH-SVHC-Update für Februar 2026: Zwei neue Stoffe hinzugefügt

Das REACH-Update im Februar 2026 hat zwei neue besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) aufgenommen und erhöht die Gesamtzahl der SVHC-Liste auf 253.

ECHA veröffentlicht REACH-SVHC-Update für Februar 2026: Zwei neue Stoffe hinzugefügt

Überblick

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) verwaltet die EU-Verordnung Registration, Evaluation, Authorisation, and Restriction of Chemicals (REACH) (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe), um den Schutz von Mensch und Umwelt auszuweiten. Die REACH-Verordnung gilt für alle chemischen Stoffe, nicht nur für industrielle, und betrifft die meisten Unternehmen in der EU. Die Verordnung etabliert ein Verfahren zur Erfassung und Bewertung von Gefahrstoffen. Diese Stoffe werden anschließend entweder auf die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC, Substances of Very High Concern) gesetzt oder, wenn die Risiken nicht beherrschbar sind, auf die Liste der beschränkten Stoffe aufgenommen. In der Regel prüft die ECHA alle sechs Monate neue Stoffe zur Aufnahme in die SVHC-Liste.

REACH-Update Februar 2026: Was erwartet Sie?

Die ECHA hat für das erste Update 2026 zwei neue Stoffe zur SVHC-Liste hinzugefügt. Damit steigt die Anzahl der gelisteten SVHC von 251 auf 253. Hersteller und Importeure müssen SVHC-Gehalte in allen Erzeugnissen oberhalb 0,1 % Gewichtsanteil deklarieren, einschließlich SCIP-Meldungen. Die vollständige SVHC-Liste finden Sie auf der ECHA-Website hier. Nachfolgend finden Sie den neuen Stoff sowie Grund für die Aufnahme in die SVHC-Liste und typische Anwendungsbereiche:

Neueinträge auf der REACH SVHC-Liste, Februar 2026
StoffnameCAS # (EG #)AufnahmegrundProduktanwendungen
4,4'-[2,2,2-trifluor-1-(trifluormethyl)ethyliden]diphenol und seine Salze. Auch bekannt als Bisphenol AF (BPAF).- (-)Reproduktionstoxisch.Hochleistungspolymere, Fluorelastomere, Spezialkautschukverarbeitung, Epoxidharz, Harze.
n-Hexan110-54-3 (203-777-6)Gesundheitsschädlich für Menschen.Formulierungen, Polymerverarbeitung, Beschichtungen und Reinigungsmittel.

Z2Data-Analyse der REACH SVHC-Stoffe – Update Februar 2026

Eine Auswertung von Z2Data für Bauteile mit vollständigen Materialdeklarationen zeigt, dass etwa 110 Bauteile einen oder mehrere der neu identifizierten besonders besorgniserregenden Stoffe enthalten. Die meisten dieser Bauteile fallen in drei Kategorien:

  • Netzfilter
  • Netzeingangssteckverbinder
  • Schalter

In diesen elektronischen Bauelementen dienen die Stoffe nicht zur Übertragung elektrischer Signale oder zur Erfüllung elektronischer Funktionen. Sie sind vielmehr in den nicht-elektrischen Materialien enthalten, welche das Bauteil zusammenhalten und während der Nutzung schützen. Bisphenol AF (BPAF) wird häufig in Epoxidharzen und anderen Hochleistungskunststoffen eingesetzt. In elektronischen Bauteilen kommen diese Harze z. B. in Vergußmassen, Verkapselungen, Klebstoffen, Die-Attach-Materialien und Schutzbeschichtungen zur Anwendung. Diese Materialien gewährleisten die mechanische Stabilität von Komponenten, bieten elektrische Isolierung und schützen empfindliche Schaltungen während der gesamten Produktlebensdauer vor Hitze, Feuchtigkeit und Chemikalieneinwirkungen.

n-Hexan hingegen erfüllt eine andere Funktion. Es ist nicht für den Verbleib im fertigen Bauteil vorgesehen, sondern wird meist im Herstellungsprozess als Reinigungs- oder Entfettungsmittel für Wafer, Werkzeuge oder Metallrahmen verwendet. Ist es dennoch im Endprodukt relevant, liegt dies typischerweise an Rückständen aus der Fertigung und nicht an einem funktionsbedingten Einsatz innerhalb des elektronischen Bauelements.

ECHA zieht BPF-SVHC-Vorschlag vorerst zurück

Laut Sitzungsprotokollen der ECHA wurde der Vorschlag, 4,4’-Methylenediphenol (BPF) als SVHC einzustufen, zurückgezogen. Solche Rücknahmen sind nicht ungewöhnlich, und obwohl dieser Stoff derzeit nicht auf der SVHC-Liste geführt wird, könnte die ECHA eine Aufnahme bei Vorlage neuer Erkenntnisse künftig erneut prüfen. Unternehmen sollten SVHC-Updates weiterhin im Blick behalten, um die Compliance bei möglichen künftigen Listungen sicherzustellen.

Größere Branchenexponierung über Elektronik hinaus

Diese Stoffe finden nicht nur in der Elektronikindustrie Anwendung, sondern auch in einer Vielzahl angrenzender Branchen, die auf Epoxidharze, Hochleistungspolymere, Beschichtungen, Klebstoffe und lösungsmittelbasierte Herstellungsprozesse angewiesen sind. Dazu zählen die Automobilindustrie und Elektrofahrzeuge, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, Industriemaschinen und Automatisierung, Baustoffe und Spezialchemie. Unternehmen in diesen Sektoren können auf die gleichen Stoffe in Strukturwerkstoffen, Schutzbeschichtungen, Dichtstoffen oder Prozesschemikalien treffen. Damit werden bereichsübergreifende Materialtransparenz und effektive Lieferantenkommunikation immer wichtiger, je mehr sich die Anforderungen an REACH-SVHC ausweiten.

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