China-Zölle & US-Beziehungen könnten Elektronikindustrie weiterhin beeinflussen

Anhaltende Zölle auf chinesische Importe machen es unwahrscheinlich, dass betroffene elektronische Bauteile – wie Halbleiter und andere – einen Preisrückgang verzeichnen.

China-Zölle & US-Beziehungen könnten Elektronikindustrie weiterhin beeinflussen

Im Fokus:

  • Katherine Tai als führende US-Handelsbeauftragte nominiert
  • Was bedeutet das für elektronische Bauteile, die aus China bezogen werden?
  • Wie werden Unternehmen die steigenden Kosten durch die Zolltarife abfedern?
  • Wird die neue Biden-Regierung die China-Zölle abschaffen?

Der designierte Präsident Biden hat Katherine Tai als seine führende US-Handelsbeauftragte vorgestellt. Weshalb ihre Ernennung die Elektronikindustrie beeinflussen wird:

Wer ist Katherine Tai?

Katherine Tai, langjährige Kritikerin Chinas, wurde von Biden als Top-Handelsbeauftragte nominiert. Nach Bestätigung ihrer Ernennung wird Tai die US-Handelsverhandlungen mit China und anderen Ländern führen.

Tai ist Absolventin der Yale University und der Harvard Law School. Sie war als Juristin in Washington D.C. mit Schwerpunkt internationales Handelsrecht tätig.

Von 1996 bis 1998 arbeitete Tai in China als Yale-China-Stipendiatin. Sie spricht fließend Mandarin. Obwohl Tai durch ihre Arbeit Beziehungen zu China pflegt, plant sie laut eigenen Angaben einen entschlossenen und strategischen Ansatz im Handel mit China.

Tais Vergangenheit im Umgang mit China gibt Einblick in ihre künftigen Interaktionen. Von 2007 bis 2014 leitete Tai erfolgreich Handelsstreitigkeiten gegen Peking bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf. Ihre Erfahrungen mit der WTO können einen Unterschied für die neue Regierung bedeuten, da der bisherige Handelsbeauftragte Robert Lighthizer bei Verhandlungen oft die WTO umgangen hat, um Handelsabkommen mit China zu verhandeln.

Tais Nominierung entspricht Bidens früheren Aussagen, die von ihm eingeführten Zölle auf China nicht sofort aufzuheben.

Die aktuellen China-Zölle setzen einen Steuersatz von 10 bis 25 % auf fast 300 Milliarden US-Dollar an chinesischen Importen an. Ein Großteil der Importe, auf die der 25%-Zollsatz entfällt, sind elektronische Bauteile.

Auswirkungen der anhaltenden Zölle auf die Elektronikbranche

Fortbestehende Zölle auf chinesische Importe machen es unwahrscheinlich, dass betroffene elektronische Bauelemente – wie Halbleiter, Widerstände, Dioden, integrierte Schaltungen und mehr – einen Preisrückgang sehen werden.

US-Unternehmen, die elektronische Bauteile aus China importieren, werden ihre Teile weiterhin zu höheren Preisen beziehen und diese Mehrkosten an den OEM (Original Equipment Manufacturer) weitergeben – oder sind gezwungen, nach alternativen Produktionsstandorten in zollfreien Ländern zu suchen.

Da die China-Zölle auch unter der neuen Regierung bestehen bleiben, benötigen Supply-Chain-Manager weiterhin resiliente Strategien, gestützt durch fundierte Datenanalysen. Die zentrale Frage bleibt: „Wie viele unserer Bauteile werden über China bezogen?“

Wichtige Faktoren, die Supply-Chain-Manager weiterhin berücksichtigen müssen: Wo werden Bauteile gefertigt? Welchen Produktionsanteil hält ein Land an einem Bauteil? Wie stabil sind alternative Lieferanten? Und wie hoch sind die Kosten alternativer Lieferketten?

Zölle unter Überprüfung

Der aktuelle Plan der neuen Administration sieht vor, das von Trump abgeschlossene Abkommen mit Peking weiterhin zu überprüfen. Zwar besteht eine Chance auf eine spätere Abschaffung der Zölle, doch die Ernennung der China-Kritikerin Katherine Tai deutet eher auf folgendes Szenario hin: Ein neu verhandeltes Abkommen zu China-Zöllen, das jedoch keineswegs weniger streng ausfallen dürfte. US-Unternehmen werden vorerst weiterhin rund um die bestehenden Zölle planen und Tais künftige Handelsagenda genau beobachten.