Spotlight:
- Bestellungen für Memory Devices laut Team Group verschoben
- Prognostizierte Stagnation des Preiswachstums in der Speicherindustrie
- Gaming als Haupttreiber für Umsätze bei Memory-Module-Herstellern
- Preiserhöhungen bei anderen Chip-Bauelementen
Team Group und andere Hersteller von Memory Modulen mussten die Auslieferung von Kundenaufträgen aufgrund anhaltender IC-Lieferengpässe und einer weiterhin starken Nachfrage im Endmarkt verschieben. Das könnte zu einer Verlangsamung des Preiswachstums im Speichermarkt im 4. Quartal 2021 führen. Nicht nur die Memory-Module-Hersteller sind betroffen, sondern auch Chip-Lieferanten und Downstream-Distributoren berichten von zunehmenden Lieferstörungen durch anhaltende IC-Knappheit, insbesondere bei Controller-Chips.
Trotz der Möglichkeit stagnierender Preiszuwächse bleiben Hersteller von Memory Modulen und ICs optimistisch – die Nachfrage ist konstant hoch. Der Haupttreiber ist aktuell der Bedarf an Hochleistungs-Speichergeräten für 5G-Anwendungen, etwa in Servern, mobilen Geräten und insbesondere im Gaming-Bereich.
Gaming könnte tatsächlich der Rettungsanker für Unternehmen wie Team Group sein. Hier wird erwartet, dass die Feiertagsumsätze vor allem durch Gaming-Geräte getragen werden, die leistungsstarke Speicherlösungen benötigen. Zum Jahresende rechnet Team Group damit, dass der Absatz von Gaming-Memory-Geräten der entscheidende Faktor für das anhaltende Umsatzwachstum des Unternehmens im Jahr 2021 sein wird.
DRAM-Module und Flash-Speicherprodukte bleiben im Marketingfokus vieler Hersteller von Memory Modulen; sie machen 80 % des Gesamtumsatzes von Team Group aus.
Team Group, gegründet in Taiwan, zeigt erneut, wie stark die IC-/Halbleiterindustrie von der Insel abhängig ist.
Während das Preiswachstum bei Speicherprodukten zum Erliegen kommt, steigen die Preise anderer Chips im vierten Quartal 2021 deutlich an und werden voraussichtlich auch 2022 weiter steigen.
Laut Branchenanalysen werden die Preise für Display-Treiber-ICs im Vergleich zu 2020 um bis zu 50 % ansteigen.
Außerdem erhöhen sich folgende Preise für elektronische Bauteile und Dienstleistungen:
- Kupfer um 40 %
- Chipfertigungsdienstleistungen auf Vertragsbasis um 30 %–40 %
- Mikrocontroller-Chips um 30 %–40 % (mit Extremwerten bis zu 400 %)
- Power-Management-Chips um 30 %–40 % (mit Spitzenwerten bis zu 500 %)
- Chipverpackungsdienstleistungen um 15 %–20 %
- Wafer-Materialien um 5 %
- Fortschrittliche Chipfertigungsdienstleistungen um 8 %–10 %
Was sind die Ursachen dieser massiven Preiserhöhungen?
Halbleiter-Analyst Mark Li bringt es auf den Punkt:
Der wichtigste Faktor für jede Preisbildung war und ist die Nachfrage.