Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine betrifft weiterhin Millionen von Menschen und führt zu menschlichen Opfern und Zerstörung. Der Konflikt hat zudem erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Seit Ausbruch des Konflikts beobachten wir Lieferkettenstörungen in unterschiedlichen Branchen. Diese Störungen haben globale wirtschaftliche Welleneffekte ausgelöst, die zu Preisanstiegen und Engpässen bei Weizen, Speiseöl, Benzin, Stahl, Palladium, Neon und weiteren kritischen Materialien führten.
Obwohl Russland und die Ukraine keine Schlüsselakteure in der Halbleiterfertigung sind, produzieren sie bedeutende Mengen an Rohstoffen, die für die Branche kritisch sind, und tragen damit zur Volatilität eines bereits fragilen Marktes bei.
Nahezu die Hälfte der weltweiten Produktion von Halbleiter-Qualitätsneon wurde kürzlich in der Ukraine aufgrund der Eskalation des Konflikts eingestellt. Neon wird zum Ätzen von Siliziumwafern in der Halbleiterfertigung verwendet. Sein Mangel kann die Halbleiterknappheit verschärfen und die Produktionskosten erhöhen. Laut Reuters ist China der weltweit zweitgrößte Neonproduzent und die Preise für Neon sind seit Beginn des Konflikts um das Neunfache gestiegen, was den Druck auf die Halbleiterbranche weiter erhöht.
Palladium ist ein weiteres Produkt, das durch den Russland–Ukraine-Konflikt beeinträchtigt wird. Palladium ist ein Metall, das zur Herstellung kritischer Komponenten wie Katalysatoren verwendet wird und in der Automobilindustrie von zentraler Bedeutung ist. Russland ist ein bedeutender Lieferant seltener Erden wie Palladium, und seit Ausbruch des Konflikts steigen die Preise für Rohstoffe wie Palladium kontinuierlich. Das verschärft die Herausforderungen, denen die Elektronik- und Automobilindustrie in den vergangenen Jahren bereits gegenüberstand.
Der Handelskrieg zwischen den USA und China, die Pandemie und vermehrte Naturkatastrophen haben Lieferketten zusätzlich belastet und zu Engpässen in verschiedenen Industrien geführt. Diese Ereignisse haben die Komplexität, wechselseitigen Abhängigkeiten und Verwundbarkeiten in der Elektronikfertigung deutlich gemacht.
Geopolitische Instabilitäten, regionale Unruhen sowie Störungen in regionaler Wirtschaft und Infrastruktur haben Welleneffekte auf die Weltwirtschaft und unsere moderne, vernetzte Gesellschaft. Sie verursachen Mangellagen am Markt, Preisanstiege, Inflation und mit der Zeit wirtschaftliche Zusammenbrüche in Unternehmen und Ländern, die uns alle betreffen.
Die Halbleiterknappheit der letzten Jahre hat die Branche dazu veranlasst, die Elektronik-Lieferkette neu zu überdenken. Unternehmen analysieren zunehmende Fertigungsabhängigkeiten, Lieferkettenrisiken und globale Verwundbarkeiten.
Die USA und europäische Länder prüfen derzeit die Lokalisierung der Halbleiterfertigung, während Unternehmen mit steigenden Beschaffungsanforderungen und der Diversifizierung ihrer Lieferanten kämpfen.
Doch es gibt noch tiefere Wechselbeziehungen, derer sich Unternehmen bewusst sein müssen – nämlich die Abhängigkeiten ihrer eigenen Lieferanten.
Transparenz über Ihre gesamte Lieferkette, von Ihren direkten Lieferanten bis hin zu Ihren Sub-Tier-Lieferanten, ist entscheidend für den operativen Erfolg.
Ein tiefes, umfassendes Verständnis Ihrer Fertigungs- und Lieferantenabhängigkeiten bis hin zur Rohstoffbeschaffung ermöglicht es Ihnen, proaktiv in Beschaffungs- und Produktionsprozesse einzugreifen. Das hilft, Verwundbarkeiten in Ihrer Elektronik-Lieferkette zu reduzieren und Resilienz in Ihrer operativen DNA zu verankern.