Eine Z2Data-Analyse des Exportverbots vom Dezember 2024 und seiner Auswirkungen auf die gesamte Elektronik-Lieferkette
Am 3. Dezember 2024 hat China den Export von Gallium, Germanium, Antimon und weiteren kritischen Materialien in die USA verboten. Z2Data hat die Folgen analysiert: Mehr als 700,000 Bauteile und nahezu 1,000 Lieferanten über 16 Bauteilkategorien hinweg enthalten mindestens eines der verbotenen Elemente.
Am Dienstag, dem 3. Dezember 2024, kündigte China an, den Export von Gallium, Germanium, Antimon und weiteren für die Hightech-Fertigung entscheidenden Materialien zu verbieten. Der Schritt des chinesischen Handelsministeriums erfolgte einen Tag, nachdem das US-Bureau of Industry and Security (BIS) die Export Administration Regulations (EAR) geändert und 140 Einrichtungen auf seine Entity List gesetzt hatte.
125 der 140 gelisteten Einrichtungen haben ihren Sitz in China, das damit von den neuen US-Beschränkungen mit Abstand am stärksten betroffen ist. Das BIS begründete die Aufnahme damit, dass die Einrichtungen angeblich an der Produktion von „Advanced-Node-ICs“ und Halbleiterfertigungsanlagen „entgegen den nationalen Sicherheits- und außenpolitischen Interessen der Vereinigten Staaten“ beteiligt seien.
Die BIS Entity List ist zwischen 2011 und 2021 um nahezu das Zehnfache gewachsen. Heute ist es weit über 1,000 Einrichtungen untersagt, ohne Sonderlizenz US-Exporte zu erhalten. Chinas Verbot ist eine direkte, eskalierende Reaktion.
Es ist nicht das erste Mal, dass China den Zugang zu technologisch kritischen Elementen steuert. Das Verbot vom Dezember 2024 ist der schärfste Schritt einer 18-monatigen Eskalation – vom Lizenzierungserfordernis hin zu einem vollständigen, länderspezifischen Verbot.
Das Besondere an der neuen Regelung: Anders als die Maßnahmen von 2023, die Exportlizenzen erforderten und keine regionale Eingrenzung hatten, verhängt die Anordnung vom Dezember 2024 ein Totalverbot gegenüber den Vereinigten Staaten. Dual-Use-Exporte an US-Militärnutzer sind vollständig untersagt, und für Graphit gelten strengere Endverwendungsprüfungen.
Alle drei Elemente sind grundlegend für die Halbleiter- und Elektronikfertigung. Gallium und Germanium kommen nicht natürlich vor; beide sind Nebenprodukte der Gewinnung anderer Metalle wie Zink und Bauxit. Antimon kommt natürlich vor und wird in Batterien, Halbleitern und Dioden legiert.
| Element | Versorgungskonzentration |
|---|---|
| Gallium (Ga) | USA bezieht 95 % der Versorgung aus China |
| Germanium (Ge) | China = ca. 80 % der Weltproduktion (2012–2016) |
| Antimon (Sb) | China = 55 % der weltweiten Minenproduktion (2022) |
Chinas Anteil an der weltweiten Versorgung nach Element
Betroffene Bauteile nach Mineralgehalt
Eine Z2Data-Analyse der Lieferanten in der eigenen Datenbank ergab erhebliche potenzielle Auswirkungen. Nahezu 1,000 Lieferanten stellen Bauteile her, die mindestens eines der verbotenen Elemente enthalten, verteilt auf 16 unterschiedliche Bauteilkategorien. Insgesamt sind schätzungsweise mehr als 700,000 Bauteile betroffen.
Die meisten betroffenen Bauteile enthalten Antimon (94 %), gefolgt von Gallium (3 %) und Germanium (2 %), wobei einige Bauteile eine Kombination enthalten. Stark betroffen sind unter anderem MOSFETs, Zener-Dioden, Transient-Voltage-Suppressoren (TVS), Gleichrichter und Encoder.
700K+
Bauteile mit verbotenem Element
~1,000
betroffene Lieferanten
94%
der betroffenen Bauteile enthalten Antimon
16
unterschiedliche Bauteilkategorien
Die folgenden Lieferanten gehören zu den am stärksten betroffenen, geordnet nach Bauteilkategorie. Jeder stellt Bauteile her, die eines oder mehrere der verbotenen Minerale enthalten – auf Basis der Bauteil- und Lieferantendatenbank von Z2Data.
| Lieferant | Minerale |
|---|---|
| KYOCERA AVX Components | Antimon |
| Vishay BC Components | Antimon |
| Kamaya | Antimon |
| Lieferant | Minerale |
|---|---|
| Samtec | Antimon |
| Alpha Wire | Antimon |
| Molex LLC | Antimon, Gallium, Germanium |
| Lieferant | Minerale |
|---|---|
| Harwin Plc | Antimon |
| Molex LLC | Antimon |
| AMP Inc. | Antimon |
| Lieferant | Minerale |
|---|---|
| ROHM Co., Ltd. | Gallium |
| Broadcom, Inc. | Gallium, Antimon |
| Vishay Semiconductors | Gallium, Germanium |
| Lieferant | Minerale |
|---|---|
| Littelfuse, Inc. | Antimon |
| Linear Technology Corp. | Antimon |
| TDK Electronics AG | Antimon |
| Lieferant | Minerale |
|---|---|
| Microsemi Corp. | Antimon |
| NXP Semiconductors | Antimon, Germanium |
| Analog Devices | Antimon, Germanium |
Hersteller müssen Multisourcing nutzen, um die Risiken des anhaltenden Technologie-Handelskriegs zu mindern. Wie Forscher der University of Tennessee feststellten, verringert Mehrfachbeschaffung die Anfälligkeit eines Unternehmens für Engpässe, Streiks, Naturkatastrophen und technologische Unsicherheit und erhält zugleich den Wettbewerb zwischen Lieferanten.
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